Trotz Verletzung denkt Jeff Campbell noch nicht an ein Karriere-Ende

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Obwohl Jeff Campbell pausieren muss, kann er als Assistenztrainer beim SC Langenthal Einfluss nehmen. (Bilder: Leroy Ryser)

Jeff Campbell hat noch nicht aufgegeben. Seit anfangs Saison besucht der langzeitverletzte Stürmer des SC Langenthal konstant die Reha, geht ins Fitnesscenter und trainiert. In dieser Woche, als nur wenig Verteidiger fit waren, trainierte er sogar als Ersatz-Verteidiger mit. «Ich habe einen Vertrag als Spieler. Wenn ich fit werde, dann will ich spielen», sagt der 37-jährige Kanadier.

Genau dies ist aber das Problem, wie er auch selbst weiss. «Das Knie fühlt sich nicht gut und nicht 100-prozentig fit an», erklärt Campbell, der sich in der Meistersaison 2016/17 an der Kniescheibe verletzt hat und seither drei Operationen über sich ergehen lassen musste. Aktuell könne er nicht davon ausgehen, noch einmal ein Comeback auf dem Eis zu geben. «Aber wenn es plötzlich gut wird – wieso nicht?»  Die Aussage beweist: Campbell war noch nie der Typ, der seine Füsse hochlagert und aufgibt. Weder auf und jetzt auch nicht neben dem Eis.

Zum Assistent befördert
Umso besser kann Jeff Campbell mittlerweile auf einer anderen Position Einfluss nehmen. Bei Saisonstart amtete er beim SC Langenthal als Verantwortlicher für die Spielstatistiken und filmte die Partien, mittlerweile wurde er sogar zum Assistenztrainer befördert. «Hier kann ich mehr helfen und mehr Einfluss nehmen. Das gefällt mir», sagt Campbell. Dass er kürzlich selber gespielt hat, sei durchaus ein Vorteil. Er könne gut nachvollziehen, wie sich die Spieler fühlen, auf sie eingehen und seinem Trainer Per Hånberg mit einer zweiten Sichtweise weiterhelfen.

Hånberg lobte bereits seinen Einsatz bei der Verbesserung des Überzahlspiels, das sich auch schon in der Statistik niederschlug. «Es geht dabei um kleine Sachen. Beispielsweise die Spieler auf etwas hinweisen. Spiel den Pass mal hinter dem Tor durch, versuche den Verteidiger zu täuschen – da war nichts mystisches dabei», sagt Campbell lachend. Letztlich gehe es auch um Selbstvertrauen, deshalb seien einzelne Gespräche manchmal wichtig und ebenso entscheidend.

Zukunft noch unsicher
Wie es mit Jeff Campbell in der nächsten Saison weitergeht, weiss er noch nicht. Am liebsten würde er Eishockey spielen, als 37-Jähriger mit einer langatmigen Verletzung scheint aber kein Vertragsangebot greifbar. Genauso würde ihn aber auch der Job als Assistent reizen. «Wir haben schon ein bisschen darüber diskutiert, da ist aber noch nichts klar. Ich weiss eigentlich noch überhaupt nicht, was ich tun werde», gesteht Jeff Campbell. Er hätte zwar kein Problem damit, sein Karriere-Ende endgültig zu verkünden, aktuell sehe er darin aber keine Notwendigkeit. «Die Situation ist speziell, aber ich bin auch nicht unter Druck und habe verschiedene Möglichkeiten», sagt der bald zweifache Familienvater.

Vorerst will sich Campbell mit dem SC Langenthal auf die nahenden Playoffs konzentrieren, die er erstmals als Trainer erleben wird. «Natürlich wäre ich lieber auf dem Eis. Als Trainer kann man schliesslich keine Tore schiessen», sagt er schmunzelnd. Letztlich wird sich Jeff Campbell aber auch in dieser Position über Erfolge freuen. Beispielsweise über drei Siege ab kommendem Mittwoch in den abschliessenden NLB-Qualifikationspartien gegen den EHC Olten, den EHC Kloten und Leader Ajoie. Damit wären die Playoffs aus Langenthaler Sicht wahrlich lanciert.

Alle Spiele und die NLB-Tabelle finden Sie hier.

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