200 Bürgerinnen und Bürger kämpfen für ihren öV-Anschluss

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Mario Korell hat als Präsident der Seniorenorganisation «Forum 60plus Altishofen» die Petition an den Gemeinderat überreicht. (Ronnie Zumbühl)
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So leer sieht der Fahrplan an der Haltestelle «Bäckerei» in Altishofen aus.

«Gut, wehrt ihr euch», sagte Ida Glanzmann abschliessend und verabschiedete sich. Ihre Worte richtete die CVP-Nationalrätin gestern Vormittag an Mario Korell, Präsident der Seniorenorganisation «Forum 60plus Altishofen». Die kurze zufällige Begegnung fand vor der Bäckerei Hodel statt. Dort, wo werktags, zwischen 8.50 und 16.16 Uhr, und an Wochenenden kein Postauto mehr verkehrt. Denn generell fahren kaum mehr Busse ins Dorf.

Korell und seine Seniorenorganisation wehren sich gegen diesen Missstand. Diese Woche hat der 72-Jährige dem Gemeinderat Altishofen eine Petition mit fast 200 Unterschriften überreicht. «Wir hoffen, damit Druck zu machen», sagt Korell. Wenn niemand reklamiere, habe die Postauto Schweiz AG letztlich den Eindruck, dass gar kein Bedürfnis für diese Verbindungen vorhanden sei. Doch das Gegenteil sei der Fall: «Der Weg hinunter zur Kantonsstrasse ist gefährlich und zu lang für Senioren.» Auf der Kantonsstrasse verkehrt der «Wiggertal Express» den ganzen Tag im Halbstundentakt. Die neue Haltestelle «Kreisel» befindet sich aber direkt im Gewerbegebiet, wo viel Verkehr herrscht. Zudem befinden sich dort keine Fussgängerstreifen, um die Strasse in Richtung Dorf zu queren. Auch befindet sich die Haltestelle fast einen Kilometer von den Alterswohnungen in der Eichbühlstrasse entfernt. Die aktuelle Situation sei schlichtweg unzufriedenstellend.

Gemeinderat reagiert positiv

Die Petitionäre wünschen sich, dass die beiden Haltestellen «Unterdorf» und «Bäckerei» auf dem Feldmattring wieder regelmässig «bedient» werden, wie sie in der Petition an den Gemeinderat schreiben.

Der zuständige Gemeinderat Stefan Meier reagiert positiv auf die Eingabe: «Wir unterstützen die Petition. Wir nehmen diese Problematik ernst.» Zudem sei sie ein gutes Signal nach aussen. Was sich damit bewirken lasse, werde sich dann zeigen. «Wir sind immer noch in Abklärung mit der Postauto Schweiz AG», sagt Meier. Der Fokus dieser Abklärungen richtet sich auf einen geeigneten Buswendeplatz. Die Thematik eines solchen Platzes bestimmte bereits die letzte Gemeindeversammlung im November. Meier sagte damals, dass Altishofen von der Postauto AG eine mündliche Zusage für bessere Verbindungen im Dorf erhalten habe. Bedingung dafür sei aber eine bessere Wendestelle. Zwar dürften Busse zurzeit auf einem Industriegelände im Unterdorf wenden, dies ist aber nur abends möglich, wenn der Betrieb geschlossen ist.

Die Seniorenorganisation schlägt in ihrem Petitionsschreiben indessen vor, die Einfahrt von der Altishofer- in die Kantonsstrasse beziehungsweise umgekehrt mit einer Ampel zu versehen, die Busfahrerinnen und Busfahrer per Funk steuern, damit sie die Anschlüsse einhalten können. Gemeinderat Meier sagt dazu: «Wir nehmen diesen Vorschlag entgegen und werden diesbezüglich Abklärungen treffen.»

600 000 Franken eingestellt

Der Gemeinderat ist also nach wie vor auf der Suche nach einer besseren Wendemöglichkeit. Für die Umsetzung hat er für dieses Jahr 600 000 Franken in der Investitionsrechnung eingestellt. Ob er an der Gemeindeversammlung im Frühling ein solches Projekt vorstellen könne, sei von verschiedenen Faktoren abhängig, sagt Meier. «Aber uns springt nun natürlich ein bisschen die Zeit davon.»

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