Vorstoss: Grünen-Präsident Hölzle will mit Lärmblitzern aufheulende Motoren stoppen

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Daniel Hölzle (im Bild in Zofingen): «Offenkundig sind sich die, die mit lärmendem Motor protzen, nicht bewusst, dass sie den meisten einfach nur auf die Nerven gehen.» © Chris Iseli

Nach einer Erhebung des Bundes ist in der Schweiz am Tag jede siebte und in der Nacht jede achte Person an ihrem Wohnort von schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm betroffen.

Daniel Hölzle, Grossrat und Präsident der Aargauer Grünen, will den lauteren Teil davon jetzt angehen. Er ärgert sich nämlich schon lange über Automobilisten und Töfffahrer, «die mit getuntem Motorgeheule durch eine Altstadt donnern, in der Meinung, dass dies irgendjemanden beeindruckt». Dabei ist für Hölzle klar, dass «ein röhrender Automotor definitiv nicht die gleich erfolgversprechende Wirkung wie das Röhren eines brünstigen Hirsches hat». Das scheine leider einigen nicht klar zu sein. 

Er nimmt sich deshalb die aktuelle Debatte in Genf (wo über einen Lärmblitzer debattiert wird) zum Vorbild. Er wird in der nächsten Grossratssitzung Anfang März dazu ein Postulat einreichen. Damit will er prüfen lassen, ob der Einsatz von Lärmblitzern im Kanton Aargau möglich ist und ob der Regierungsrat bereit ist, einen solchen Blitzer anzuschaffen. 

Solche Lärmblitzer gibt es allerdings noch nicht. Hölzle verweist dazu auf die Einschätzung der ETH Lausanne, dass man solche entwickeln könne. Er ist überzeugt, dass so ein Blitzer dann zwischen Auto- und Töffmotoren unterscheiden kann. Doch welchen Zweck verfolgt er damit? Sollen Betroffene wie bei TCS-Geschwindigkeitsmessungen einfach sensibilisiert werden? Hölzle nickt und schüttelt den Kopf zugleich: «Natürlich erwarte ich dadurch eine höhere Sensibilisierung. Offenkundig ist denjenigen, die mit lärmenden Motoren protzen, nicht bewusst, dass sie den meisten mit ihrem Lärm einfach nur auf die Nerven gehen. Für mich ist klar, dass Sie gebüsst gehören.» 

So ein Lärmblitzer könne in einer Innen- oder Altstadt verhindern, dass Töfffahrer das nächtliche Fahrverbot missachten: «Wer in einer Altstadt wohnt und schon von nächtlichem Töfflärm in den engen Gassen geweckt wurde, weiss, wovon ich spreche.» Den grossmehrheitlichen Teil der Autofahrenden werde ein Lärmblitzer nicht betreffen, nimmt Hölzle zu erwartende Kritik vorweg: «Es geht darum, diejenigen Idioten zu erreichen, die sich bewusst nicht an die Regeln halten.» 

Martin Keller: Total daneben 

Bei SVP-Verkehrspolitiker und Grossrat Martin Keller gerät Hölzle aber an den Falschen. Keller findet diese Idee «total daneben». Er verweist auf das Strassenverkehrsgesetz (SVG). Zudem müsse man Autos und Motorräder regelmässig vorführen: «Getunte Autos, frisierte Töffs haben da keine Chance, auch nicht in einer Verkehrskontrolle. Das ist ausreichend. Noch mehr Kontrollstaat brauchen wir hier nicht.» 

Den Ärger vieler Menschen über aufheulende Motoren in städtischen Häuserschluchten versteht Keller aber schon: «Ich wohne in Nussbaumen. Auf unserer Durchgangsstrasse verursachen immer wieder junge Männer mit wohl vorab geleasten und/oder getunten Autos unnötigen Lärm, auch indem sie Zwischengas geben. Das ärgert auch mich sehr. Oft erschrickt man darob auch als Automobilist, was gar den Verkehr gefährden kann. Aber übermässigen Lärm kann man mit dem geltenden SVG heute schon ahnden. Doch wer solchen Lärm machen will, lässt sich davon durch einen Lärmblitzer nicht abhalten.» 

Keller fragt sich zudem, wie man denn so einen Lärmblitzer einstellen sollte: «Was ist mit Traktoren oder einem Oldtimer, oder wenn die Blache auf einem Lastwagen im Fahrtwind laut knittert? Oder wenn der Motor meines Autos zwar normal läuft, ich aber hupen muss? Kriege ich dann auch eine Busse?» Für Keller ist klar: «So ein Lärmblitzer wäre ein richtiger Schildbürgerstreich. Wahrscheinlich ist es aber bloss ein fundamentalistisch untermauerter Wahlkampfgag.» Im Übrigen, so Keller, «waren wir alle mal jung. Viele Kollegen hatten frisierte Töffli. Doch jeder kam früher oder später in eine Kontrolle, und musste das in Ordnung bringen.» 

Lärmliga fordert Lärmblitzer 

Daniel Hölzles Forderung, die dieser Tage auch die Zürcher Grünen in ihr Kantonalparlament getragen haben, treibt die Lärmliga Schweiz schon länger um. Bereits mit Blick auf zwei Vorstösse im eidgenössischen Parlament stellte Lärmliga-Präsident Peter Ettler in einem Communiqué die Forderung auf, «Lärm-Messfallen mit Fotoauslösern analog den GeschwindigkeitsRadarfallen zu installieren und Verursacher von Fahrzeuglärm von über 80 Dezibel nach Artikel 42 des St. 

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Pflotschkopf

Hans Lanz
schrieb am 08.02.2019 11:55
Vor dem Mund dieses "Politikers" sollte es einen Lärmblitzer geben, der bei jedem Piep dieses Pflotschkopfs blitzt.
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