Selbstbewusstsein bildet sich in der Schule — oder eben nicht

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Als ihr die Mitschüler Knallkörper in die Haare schmissen und sie im Klassenchat zum Selbstmord animiert wurde, kamen bei dem 15-jährigen Mädchen aus dem Kanton Zürich ernstzunehmende Suizidgedanken auf. Nun lebt sie laut «20 Minuten» in einem Therapiehof im Kanton Aargau. «Gemäss Fachdefinition war es kein Mobbing», sagt die Schulpflege der betroffenen Gemeinde dazu. Ach so.

Dass Schulverantwortliche ihre Augen vor Mobbing verschliessen, ist meinem Eindruck nach leider keine Seltenheit. Eigentlich ist es ja grotesk: Während der gesamten Schulzeit werden unzählige Stunden für Karies- und Litteringprävention investiert. Doch Workshops für Klassen zum Thema Mobbing werden zu wenig forciert, weil die Schulen das Problem gerne herunterspielen, um nicht eigene Fehler in den Fokus zu rücken.

Auch sonst habe ich den Eindruck, die Schule habe oft keinen guten Einfluss auf die Entwicklung des Selbstbewusstseins eines Kindes: Ich persönlich betätige mich zwar hin und wieder sportlich, bin aber weit davon entfernt, mich mit anderen sportlich zu messen. Dies ist meine freie Entscheidung, während ein Kind in der Schule dazu gezwungen wird. Es gilt zu bedenken, dass ein Kind noch nicht in der Lage ist, sich allein ein stabiles Selbstbewusstsein zu bilden. Es ist dazu auf – vor allem positive – Rückmeldungen von den Mitmenschen angewiesen. Wenn ein Kind, welches bei den Mannschaftsspielen im Turnunterricht Defizite aufweist, die ganze Zeit von den Klassenkameraden zu hören bekommt, wie unfähig es doch sei und zum Sündenbock für jede Niederlage gemacht wird, geht dies nie spurlos an ihm vorbei. Und wer aus der Klasse wird es loben, wenn es im Aufsatz dann einmal eine gute Note schreibt? Die negativen Rückmeldungen sind in einem Übergewicht vertreten. Für die Entwicklung des Selbstvertrauens eines Kindes ist dies verheerend. Doch wäre es eigentlich nicht total in Ordnung, in gewissen Bereichen Schwächen und in anderen seine Stärken zu haben? Schülerinnen und Schüler sollten mehr auf ihre Stärken und Schwächen sensibilisiert werden. Man muss ihnen vermitteln, dass niemand von ihnen erwartet, überall stark zu sein, während die Stärken individueller gefördert werden sollten.

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