Zwei Mal Frauenpower aus ein und demselben Haushalt

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«Meine Mutter gibt mir Sicherheit und Stabilität in meinem Leben.» «Bei Ariane ist bei allem, was sie tut, immer Leidenschaft dabei.» –Nun sind Esther (li.) und Ariane Ammann auch auf der politischen Bühne ein starkes Team.

Politisch seien sich Mutter und Tochter recht einig, «doch privat fighten wir oft», sagt Esther Ammann über das Verhältnis zu ihrer 18-jährigen Tochter Ariane. Wenn es Differenzen gebe, hätten diese oft mit dem Haushalt zu tun. Doch ansonsten wird sofort sichtbar, dass Esther und Ariane Ammann ein starkes und unzertrennliches Team sind. Auf der Willisauer SP-Liste für die Luzerner Kantonsratswahlen Ende März sind die beiden Wikonerinnen — aus alphabetischen Gründen — auf den Listenplätzen 2 und 3 sogar direkt untereinander aufgelistet. «Wir wurden im Sommer angefragt, ob wir kandidieren wollen», erzählt Esther Ammann, die ab April bereits zum zweiten Mal im Wikoner Gemeinderat sitzen wird. «Wir fanden es eine lustige Idee, gemeinsam auf die Liste zu gehen.» Die SP hat sich zum Ziel gesetzt, den Wählerinnen und Wählern in jedem Wahlkreis eine Liste mit ausgeglichener Geschlechterverteilung vorzuschlagen. Die Bereitschaft der beiden Ammann-Frauen für eine Kandidatur war somit ein Segen für die Parteileitung.

Konsens statt Blockade

Ariane Ammann arbeitet derzeit im dritten Lehrjahr als Fachfrau Gesundheit bei der Spitex Wiggertal. Die Lehrabschlussprüfungen stehen bald an. In ihrem Beruf sieht sie sich regelmässig mit Krankenkassen konfrontiert, welche für gewisse Leistungen nicht aufkommen wollen. «Wenn man dann das Problem tiefergehend betrachtet, liegt dessen Ursprung oft in der Politik.» Das politische Interesse keimte in ihr vor zwei bis drei Jahren auf. Sie sei aber nicht einfach Mitglied bei der SP, weil ihre Mutter deren Anliegen vertrete. «Ich habe viel hinterfragt und bin zum Schluss gekommen, dass die SP meine Einstellung am ehesten vertritt.»

Bei Esther Ammann geschah der Schritt in die Politik damals erst später. Aufgewachsen ist sie in Strengelbach, bevor 2003 der Umzug über die Kantonsgrenze nach Wikon erfolgte. Ihre Eltern bezeichnet sie als «Alt 68er». Am neuen Wohnort wurde zuerst die FDP auf Ammann aufmerksam. Man fragte sie bereits nach wenigen Monaten, ob sie sich ein Amt als Schulpflegepräsidentin vorstellen könne. «Für mich war aber klar: Wenn eine Partei, dann die SP.» Bis heute fühle sie sich wohl in der Partei, auch wenn sie bei eidgenössischen Abstimmungen hin und wieder von der Parteiparole abweiche. Esther Ammann ist eine konsensorientierte Politikerin. «Wenn beispielsweise Gewerkschaften das Gespräch verweigern und keine Hand bieten, kann ich das nicht verstehen. Mit Kompromissen kommt man weiter als mit Blockaden.» Tochter Ariane sei da schon eher die «Hardlinerin», der linke Flügel des Mutter-Tochter-Gespanns. «Ausserdem ist sie ein sehr leidenschaftlicher und kraftvoller Mensch, der viel über das Leben nachdenkt», sagt Esther Ammann über ihre Tochter. «Sie ist auch sehr fürsorglich und kümmert sich gerne um Menschen.»

Respekt vor Doppelmandat

Wird Esther Ammann am 31. März in den Luzerner Kantonsrat gewählt, würde sie zusammen mit ihrer Tätigkeit als Wikoner Gemeinderätin ein Doppelmandat ausüben. «Das war im letzten Sommer nicht so geplant», gibt sie zu verstehen. «Ich müsste auf jeden Fall gut abwägen, wie ich das organisieren könnte.» Nebst ihrer Tätigkeit als Webdesignerin und dem laufenden Studium im Bereich Interaction Design an der Schule für Gestaltung in Bern wäre ein Kantonsratsmandat ein zusätzliches Pensum. Ihre Wahlchancen schätzt sie aber ohnehin als gering ein.

Dass ihre Mutter mit 47 Jahren noch einmal zur Schule geht, findet Ariane Ammann beeindruckend. «Viele deiner Klassenkameraden sind gut 20 Jahre jünger als du. Das ist total mutig!» Auch sonst findet sie nur positive Worte über das Mami: «Du gibst mir Sicherheit und Stabilität in meinem Leben, auch wenn wir nicht immer gleicher Meinung sind. Und ich wünschte, ich könnte so gut malen wie du.» Auch wenn Esther und Ariane Ammann ein gutes Team abgeben: Würde der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass beide in den Kantonsrat gewählt würden, sässen sie im Parlament wohl nicht nebeneinander, sind sie sich einig. «Jeder in seiner Alterskategorie», schmunzelt Ariane. Darauf Esther Ammann lachend: «Da wirst du es aber schwer haben!»

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