Kirchgemeinde-Fusion: Uffikons Antrag stösst in Dagmersellen auf Zustimmung

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Eine Fusion der beiden Kirchgemeinden Uffikon/Buchs und Dagmersellen hat laut Andreas Graf, Leiter des Pastoralraums Hürntal, keinen Einfluss auf das Gottesdienstangebot. Ronnie Zumbühl

Die Dagmerseller Kirchgemeinde hat kürzlich Post erhalten: einen Fusionsantrag der Kirchgemeinde Uffikon. Letztere stellte den Antrag, nachdem sie im Herbst mittels Umfrage konstatiert hat, dass sich eine klare Mehrheit ihrer Mitglieder für Fusionsabklärungen mit Dagmersellen ausgesprochen hatte – 69 der 88 Antworten fielen positiv aus. «Da das Ergebnis so eindeutig ausgefallen ist, hat der Kirchenrat den Auftrag gefasst, eine Fusion der beiden Kirchgemeinden zu prüfen und einen Antrag an die Kirchgemeinde Dagmersellen zu stellen», sagt Kirchenratspräsidentin Rita Staffelbach auf Anfrage.

Der Antrag kommt in Dagmersellen gut an. Auf Anfrage sagt Marco Fellmann, Präsident des Kirchenrats Dagmersellen: «Wir nehmen dieses Gesuch wohlwollend entgegen und werden eine Fusion prüfen lassen. Unsere Kirchgemeinde war immer bereit, eine Fusionsabklärung anzuschauen.» Ziel sei es, diese Abklärung bald an die Hand zu nehmen, einen Fahrplan zu erstellen und eine passende Projektorganisation festzulegen.

Die beiden Pfarreien arbeiten schon länger eng zusammen. Mit der Gründung des Pastoralraums Hürntal vereinten sie 2013 schliesslich die Pfarreileitung und die Seelsorge. In einer gemeinsamen Kirchgemeinde könnten sie noch effizienter arbeiten, sagt Fellmann. Bei der Einrichtung des Pastoralraums haben die Pfarreien auch die Idee einer Fusion der Kirchgemeinden thematisiert – letztendlich aber wieder verworfen. Man wollte damals einen Schritt nach dem anderen machen, sagt Pastoralraumleiter Andreas Graf. «Wir wollten das Fuder nicht überladen, zumal in beiden Dörfern Ängste kursierten.» Dass man beispielsweise als Uffiker in einer fusionierten Kirchgemeinde nichts mehr zu sagen hätte. Oder dass die Kirchensteuern in Dagmersellen anstiegen. «Eine Fusion der Kirchgemeinden braucht auch heute noch Überzeugungsarbeit», sagt Graf. Er habe kürzlich einen Brief erhalten, indem eine Frau sinngemäss geschrieben habe: «Wir wollen nicht, dass es in Uffikon keine Gottesdienste mehr gibt.» Doch auf das Gottesdienstangebot hätten nicht die Kirchgemeinden, sondern die Pfarreien Einfluss, so Graf. «Ich finde es grundsätzlich gut, dass man Abklärungen vornimmt: Aktuell gibt es viele Doppelspurigkeiten. Eine Fusion würde die Arbeit sicherlich vereinfachen», ergänzt Graf, der zurzeit in drei Verwaltungsgremien sitzt – im Verbandsrat und den beiden Kirchenräten. Letztendlich wäre es laut Graf auch gerecht, wenn mit der Fusion der grosse Steuerunterschied ausgemerzt würde. Die Kirchgemeinden verfügen bei ähnlichem Angebot zurzeit über einen Steuerfussunterschied von 0,2 Einheiten.

Kein Druck auf Kirchgemeinden

Die Kirchgemeinden unterstehen der Aufsicht der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern. Im Vergleich: Die Pfarreien unterstehen dem Bistum. Synodalverwalter der Landeskirche ist Edi Wigger. Das Thema werde mittel- bis langfristig bei verschiedenen Kirchgemeinden aktuell, sagt Wigger. Die Landeskirche unterstützt Kirchgemeinden, die eine Fusion ins Auge fassen, «wir üben aber keinen Druck aus». Kirchgemeinden vor Ort könnten selber am besten beurteilen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Fusion gekommen sei. Finanzielle Unterstützung gibt es seitens der Landeskirche nicht direkt, aber das Gesetz über den Lastenausgleich sieht vor, dass ausgleichsberechtigte Kirchgemeinden bis zu fünf Jahre lang weiterhin mit Teilbeträgen rechnen können. Bei einer fusionierten Kirchgemeinde Dagmersellen-Uffikon-Buchs würde die finanzielle Situation neu beurteilt, sagt Wigger. Dagmersellen wäre mit der Fusion wohl keine Gebergemeinde mehr, mutmasst Graf. Die wegfallenden Beiträge für die durch die Fusion «aufgelöste» Kirchgemeinde Uffikon-Buchs würden aber teilweise weiterbezahlt.

Bis schliesslich die Mitglieder der Kirchgemeinden die Fusionsvorlage mit der Post erhalten, werden jedoch noch zwei bis drei Jahre vergehen.

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