Betrügen ohne ein schlechtes Gewissen

Es war ein skurriles, ja verstörendes Bild, das vergangene Woche durch die Medien ging. Der österreichische Langläufer Max Hauke wird beim Blutdoping auf frischer Tat ertappt. Er sitzt in einem Stuhl und eine Nadel steckt in seinem linken Arm. Wäre es eine Szene aus einem Spital oder einer Arztpraxis gewesen, hätte man sich nicht gewundert, doch das Foto wurde in einem Hotelzimmer während der Nordischen Ski-WM in Seefeld aufgenommen. Der Aufschrei war gross, als bekannt wurde, dass wieder einmal eine Gruppe Profisportler und Betreuer ins Netz der Dopingfahnder gegangen war. Die Empörung war aber auch schon grösser. Scheinbar hat man sich daran gewöhnt, dass der Profisport, vor allem in gewissen Sparten, einfach nicht mehr sauber sein kann. Das ist einerseits erschreckend, andererseits aber auch einfach passend zur heutigen Zeit. Wer heute – in welcher Sparte auch immer – an die Spitze kommen will, der braucht enorm viel Talent, Ausdauer und Glück. Weil diese Kombination aber nicht übermässig oft vorkommt, wird da und dort etwas – oder auch deutlich mehr – nachgeholfen. Betrogen wird aber nicht nur im Sport, sondern auch in der Politik und in der Wirtschaft. Die Hemmschwellen sind gesunken und sinken weiter, der eigene Vorteil ist das höchste der zu erreichenden Ziele. Ob dabei jemand benachteiligt wird oder auf der Strecke bleibt, spielt überhaupt keine Rolle. Vieles läuft nach dem Motto ab: Legal? Illegal? Scheissegal!

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