Schüler-Streiks: In Olten wird marschiert, in Solothurn gesessen

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Bild: Hanspeter Bärtschi

Weltweit werden am Freitag tausende Schüler auf die Strasse gehen, um für das Klima zu streiken. So auch in zahlreichen Schweizer Städten, unter anderem in Solothurn und Olten. Schulen wie auch Polizeikorps behandeln die beiden Veranstaltungen jedoch sehr unterschiedlich.

Sitzstreik in Solothurn

Nach dem Schüler-Streik Ende Januar und der Klima-Demo im Februar kommt es heuer bereits zur dritten Veranstaltung dieser Art in Solothurn. Am Freitagmittag werden Schüler auf dem Märetplatz mit einem Sitzstreik fürs Klima einstehen. Dies hat mehrere Gründe, wie Lara Frey erklärt. Die junge Frau hatte bereits die beiden vorhergegangenen Veranstaltungen mitorganisiert und unterstützt nun die Kantischüler, die den Sitzstreik organisieren. «Die Demo kennt man mittlerweile», führt sie aus, «deshalb wollten wir etwas anderes machen.»

Ein nächster Grund: Weil man im Februar von der bewilligten Route abwich, hätte es für einen Marsch diesmal wohl keine Bewilligung von der Stadtpolizei gegeben. In diesem Zusammenhang flatterte bei Frey auch eine Anzeige ins Haus, sie musste eine Busse bezahlen. Und schliesslich nennt sie auch noch einen dritten Grund: «Von der Kanti gab es für diesen Streik keine Dispens mehr.» Anstatt zu schwänzen, hätten sich die Schüler entschieden, gemeinsam in der Stadt zu Mittag zu essen und gleichzeitig mit Transparenten und Reden auf das Problem aufmerksam zu machen.

Umzug in Olten

Bisher beschränkten sich Klima-Demos im Kanton Solothurn auf die Stadt Solothurn. Erstmals ist die Bewegung nun auch auf Olten übergeschwappt. Organisiert von Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Olten ist ein Umzug durch die Stadt, ausgehend vom Spielplatz Trottermatte via Bahnhof und Altstadt bis hin auf die Kirchgasse geplant. Geht es nach den Organisatoren, sollen nicht nur Kantischüler, sondern auch Studenten, Berufs- oder Primarschüler, aber auch alle anderen Altersgruppen am Streik teilnehmen.

Wie viele Menschen mitmachen werden, sei sehr schwierig abzuschätzen, erklärt Mitorganisatorin und Kanti-Schülerin Julia Hodel: «Ganz grob rechnen wir mit 100 bis 150 Personen. Umso mehr mitstreiken werden, desto besser natürlich.» Ein ganz konkretes Ziel haben die Organisatoren bereits vor Augen: Anlässlich der Kundgebung werde man vom Stadtrat verlangen, den Klima-Notstand auszurufen.

Was die Absenzen-Regelungen anbelangt, haben es die Oltner Kanti-Schüler etwas einfacher als ihre Solothurner Kollegen: Sämtliche Oberstufen-Schüler (im Gymnasium wie auch an der FMS) haben je nach Stufe zwei bis drei Halbtage pro Semester zur Verfügung, an denen sie sich vom Unterricht dispensieren lassen können. Damit erhalten sie die Zeit, um beispielsweise zusätzliche Unis an Schnuppertagen zu besuchen oder aber ein Projekt für die Maturarbeit umzusetzen. «Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Tage sind sehr vielfältig», erklärt Rektorin Sibylle Wyss. Man habe sich nun entschlossen, dass diese Kontingente auch für den Klima-Streik genutzt werden dürfen.

Wer sich bis letzten Freitag dispensieren liess, kommt ungeschoren davon. Gebrauch gemacht davon haben rund 60 Schülerinnen und Schüler. Diese Handhabe kommt bei den Organisatoren des Streiks gut an: «Wir schätzen die Offenheit und Unterstützung unserer Schulleitung in dieser Form sehr», so Hodel. Und auch von polizeilicher Seite gibt es keine Bedenken: «Im Rahmen der Prüfung des Gesuchs hat die Polizei Kanton Solothurn festgestellt, dass kein besonderes Sicherheitsrisiko besteht», lässt sich in der erteilten Bewilligung der Demo lesen.

Die Forderungen

Gefordert wird am Freitag an sämtlichen Streiks dasselbe: die Ausrufung des Klima-Notstands. Während dies noch eine rein symbolische Handlung wäre, gibt es darüber hinaus aber auch ganz konkrete Forderungen: nämlich das Erreichen von netto null Treibhausgasemissionen im Inland bis 2030. Unterstützung erhielten die Schüler zuletzt von tausenden Wissenschaftlern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland in einer Stellungnahme.

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