Auch für Senioren: Newsletter der Stadt in Briefform soll jährlich 250 Franken kosten

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Aktiv im Internet sind – so Altersheimleiterin Irma Jordi – eher wenige Seniorinnen und Senioren im Alter über 70. Archiv
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«Informationen, welche die jüngere Generation täglich in Fluten abrufen kann, bleiben der Generation 70 plus vorenthalten.» Irma Jordi CVP-Einwohnerrätin

Der erste April ist erst in 18 Tagen. Dem Zofinger Stadtrat ist es jedoch ernst: Er bietet wenig internetaffinen Seniorinnen und Senioren seine amtlichen Mitteilungen – Pflichtpublikationen – als Newsletter in Briefform an. Dies zum stolzen Preis von 250 Franken pro Jahr.

Die Vorgeschichte: Im Rahmen des Budgets 2018 hat der Einwohnerrat auf Antrag eines Vertreters der FDP mit 22 gegen 14 Stimmen beschlossen, künftig weitgehend auf amtliche Publikationen im Zofinger Tagblatt zu verzichten – und so Geld einzusparen. Bei der Behandlung des Voranschlags für 2019 beantrage Irma Jordi, CVP-Einwohnerrätin und Leiterin des Altersheims Blumenheim, diesen Beschluss zugunsten der Senioren aufzuheben – was der Rat nicht tat.

Jordi wäre aber nicht Jordi, hätte sie nicht einen weiteren Pfeil in Form einer Motion im Köcher gehabt. In dieser will sie den Stadtrat verpflichten, «eine neue Form der amtlichen Publikation für die Generation 70 plus zu entwerfen». Als Möglichkeit nennt Jordi «Briefpost in regelmässigen Abständen.» Diesen Ball nimmt der Stadtrat in seiner Stellungnahme zur Motion auf – schildert auch die Ausgangslage und bestätigt in ihr Jordis Argumente: «In der Stadt Zofingen gehören heute rund 3000 Personen der Altersgruppe 70 plus an, dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 25 Prozent.» Rund 900 Personen seien 80 Jahre alt und älter – ein Bevölkerungsanteil von knapp 8 Prozent. «Diese beiden Altersgruppen sind heute zum grossen Teil nicht online, aber mit dem Lesen von Zeitungen vertraut», bestätigt der Stadtrat. Ein Brief in Newsletterform ist aus Sicht des Stadtrats die beste Lösung. «Bereits heute wird ein Online-Newsletter durch die Abteilung Kommunikation erstellt. Der Stadtrat schlägt vor, die amtlichen Publikationen dieses Newsletters Interessentinnen und Interessenten gesammelt einmal wöchentlich in Papierform zuzustellen.»

Super? Nein, weil der Stadtrat den Einwohnerratsentscheid dahingehend interpretiert, «dass ein allfälliges papiergestütztes Angebot für die Bezüger kostenpflichtig sein muss». Die anfallenden Kosten «für Arbeitszeit, Kopien, Porti und Inkasso für das Aufbereiten, Kopieren, Versenden und die Rechnungsstellung des gedruckten Newsletters im Abo» seinen berechnet worden. «Daraus ergibt sich ein Preis von 250 Franken pro Jahr.»

Die Lösung der Stadt Baden

In Baden hat der Stadtrat aus eigenem Antrieb die amtlichen Anzeigen gestrichen und stiess im Einwohnerrat auf Kritik. Eine Kommunikationsspezialistin aus dessen Reihen sagte: «Wenn man Dienste digitalisiert, darf man nicht einfach eine ganze Generation Menschen abhängen.» Status quo in Baden ist nun, dass Infos in Papierform gratis im Rathaus abgeholt werden können – und die Anschlagkästen der Quartiervereine mit den amtlichen Mitteilungen bestückt werden sollen. – Der Zofinger Einwohnerrat wird das Thema an seiner Sitzung vom 18. März behandeln.

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