Ein absehbarer Todesstoss für den EHC Olten – mit Video

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Es brennt lichterloh vor dem EHCO-Tor: Mit Händen und Füssen wehren sich die Oltner gegen ein SCL-Tor. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Was für ein Spiel, was für eine Verlängerung. Es passiert nach 76 Minuten und 46 Sekunden, nach einem spektakulären Hin und Her: EHC-Olten-Verteidiger Clarence Kparghai befreit einmal mehr in hohem Bogen, die Gefahr scheint ein weiteres Mal bereinigt zu sein. Doch dann geht es blitzschnell. Mit einem Pass via Bande eröffnet SC-Langenthal-Verteidiger Hans Pienitz einen erneuten Spielzug, woraus eine 3:2-Situation entsteht. Schliesslich schliesst SCL-Ausländer Serge Pelletier via Pfosten erfolgreich ab. Es ist das spielentscheidende 4:3-Tor.

Die Niederlage hätte gewiss nicht sein müssen: Gleich mehrmals bekam der EHC Olten den Sieg auf dem Silbertablett serviert. Acht Minuten vor Ende der Partie liessen die Powermäuse die grosse Chance aus, das Spiel in doppelter Überzahl zu entscheiden. Doch in 110 Sekunden brachten die Oltner kaum eine nennenswerte Chance zustande. Und auch in die Verlängerung starteten die Oltner mit einem Mann mehr, nachdem sich die Langenthaler mit der Schlusssirene zu einem Faustschlag hatten hinreissen lassen.

Nicht auf der Höhe
Aber Chancen hin oder her: Diese Niederlage nach Verlängerung muss beim EHC Olten in der Endabrechnung dennoch vor allem in einer Kategorie abgelegt werden: verdient. Denn der EHCO war in diesem zweiten Playoff-Halbfinalspiel nicht auf der Höhe gewesen. Scheibenverluste von hinten bis vorne, spielauslösende Pässe, die mehr auf Verzweiflung, denn auf konkretem Plan basierten. Und Zweikämpfe, in denen man nicht nur einen Schritt zu spät war, sondern auch noch abermals zu weit weg vom Gegenspieler stand.

Der EHC Olten startete schon schlecht in die Partie. In den ersten zehn Minuten agierten die Oltner im Schlafmodus. Dass daraus nur ein 0:1-Rückstand resultierte, war mehr als glücklich. Dario Kummer hatte einen Schuss von Simon Sterchi nach zwei Minuten unhaltbar abgelenkt. Auch als der EHC Olten ein erstes Mal in Überzahl spielte, kam die Heimmannschaft zu Chancen: Anthony Rouiller vertändelte im Powerplay die Scheibe, worauf es einen Gegenstoss gab. Tim Grossniklaus konnte Gegenspieler Dario Kummer nur noch regelwidrig stoppen. EHCO-Torhüter Simon Rytz, ein weiteres Mal der Oltner Mann des Spiels, blieb im darauffolgenden Penalty gegen Toms Andersons Sieger.

Ein hartnäckiger EHC Olten
So etwas wie einen ersten positiven Lichtblick hatten die Oltner nach zehn Minuten zu feiern, als Bryce Gervais im Powerplay zum 1:1-Ausgleich erfolgreich war. Nach der ersten Pause war es Cason Hohmann, der seine Geschwindigkeit ausnutzte, eine Scheibe im eigenen Drittel erlief und bis nach vorne trug. Dort geht er sogar noch selber in den Abschluss, ehe Silvan Wyss die Unaufmerksamkeit seiner beiden Bewacher ausnützte und abstaubte. Die Oltner 2:1-Führung war entgegen des Spielverlaufs.

Nun, das Resultat basierte mitunter auf der Tatsache, dass die Schiedsrichter mit den Oltnern über das gesamte Spiel hinweg wohlgesinnt umgingen. Denn zum Unverständnis der 2768 Zuschauer im Schoren hockten vor allem die Langenthaler die Strafen ab. Und so hatte der EHCO nach der 2:1-Führung sogar noch die Möglichkeit, in doppelter Überzahl einen Zweitore-Vorsprung herauszuholen. Doch die Langenthaler nutzten das ungepflegte Spiel der Oltner aus: Toms Andersons und Brent Kelly wendeten das Spiel wieder innert fünf Minuten. Es war ein Mitteldrittel zum Vergessen.

Wie ein schlechter Witz
Dass der EHC Olten dennoch hartnäckig dranblieb und auf seine Chancen lauerte, ist dem Bartolone-Team gutzuhalten. Es war Martin Ulmer, der sich im Powerplay verantwortlich zeichnete, dass auch das Mitteldrittel unentschieden endete (38.). Das 3:3-Remis nach 40 Minuten musste sich bei den Langenthalern wie ein schlechter Witz angefühlt haben. Vor allem auch, weil EHCO-Verteidiger Chris Bagnoud 50 Sekunden vor Drittelsende mit einem gefährlichen Bandencheck Brent Kelly niederstreckte und dafür nicht einmal mit einem Restausschluss bestraft wurde.

Das Spiel wurde nicht zuletzt deshalb im letzten Abschnitt intensiver – und taktischer. Beide Teams versuchten, etwas Abgeklärtheit in die eigenen Reihen zu bringen, weshalb das entscheidende Tor erst über 30 Minuten nach Ulmers verblüffendem 3:3-Ausgleich fiel. Dann folgte der absehbare Todesstoss für den EHC Olten.

Langenthal - Olten 4:3 n.V. (1:1, 2:2, 0:0, 1:0)
Schoren. – 2768 Zuschauer. - SR: Borga/Urban, Ambrosetti/Kehrli. – Tore: 3. Kummer (Sterchi) 1:0. 11. Gervais (Wyss, Haas/Ausschluss Vincenzo Küng) 1:1. 22. Wyss (Hohmann) 1:2. 28. Andersons 2:2. 34. Kelly (Pelletier, Dünner) 3:2. 39. Ulmer (Grossniklaus, Mäder/Ausschluss Vincenzo Küng) 3:3. 77. (76:46) Pelletier (Vincenzo Küng) 4:3. – Strafen: 13-mal 2 plus 10 Minuten (Rytz) gegen Langenthal, 8-mal 2 plus 10 Minuten (Bagnoud) gegen Olten.
Langenthal: Wüthrich; Philippe Rytz, Pienitz; Müller, Andersson; Scheidegger, Maret; Henauer; Küng, Pelletier, Kelly; Sterchi, Kummer, Andersons; Tom Gerber, Dünner, Leblanc; Luca Wyss, Dal Pian, Nyffeler; Hess.
Olten: Simon Rytz; Zanatta, Lüthi; Grossniklaus, Rouiller; Bagnoud, Colin Gerber; Bucher, Kparghai; Muller, Gervais, Hohmann; Schwarzenbach, Mäder, Ulmer; Silvan Wyss, Rexha, Haas; Hrabec, Schneuwly, Huber.
Bemerkungen: Olten ohne Schirjajew, Horansky, Truttmann, Eigenmann, Vodoz (alle verletzt), Heughebaert und Hunziker (beide überzählig). Langenthal ohne Tschannen, Mathis, Campbell (alle verletzt), Oehninger, Peter (beide überzählig), Rüegsegger und Gyger (beide abwesend).

Alle Halbfinalspiele der NLB-Playoffs finden Sie hier.

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