Swiss sucht 1000 neue Mitarbeitende: So will die Airline kräftig ausbauen

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Swiss-Chef Thomas Klühr kann sich freuen: Die Schweizer Fluggesellschaft hat 2018 einen neuen Passagierrekord aufgestellt. (Archiv) © KEYSTONE/WALTER BIERI

17,9 Millionen Passagiere: Rekord. 5,3 Milliarden Franken Umsatz: Rekord. 636 Millionen Franken Gewinn: Rekord. Swiss-Chef Thomas Klühr kann für 2018 mit Stolz das beste Ergebnis in der Geschichte der Fluggesellschaft präsentieren. Die Ebit-Marge liegt bei 12 Prozent – ein Wert, auf den viele Konkurrenten neidisch sind.

 

Der Wachstumshunger der Airline ist noch nicht gesättigt. Sie setzt die Flotten-Erneuerung mit den grossen Boeing-777-Maschinen fort. Das benötigt Personal. Klühr rechnet deshalb dieses Jahr mit 1000 Neueinstellungen, 2018 waren es 900. Dabei handle es sich um bis zu 350 neue Stellen, beim Rest um Neueinstellungen aufgrund der Fluktuation, wie Personalchef Christoph Ulrich im Gespräch mit "CH Media" präzisiert. Die Mehrheit der Neueinstellungen betrifft das Kabinenpersonal. Man werde auch dieses Jahr zahlreiche Rekrutierungsanlässe in der Schweiz durchführen, so Ulrich.

Mehr Schweizer Piloten
Nur: Der Markt ist umkämpft. Flugzeughersteller Boeing prognostizierte kürzlich, dass die Branche in den kommenden zwanzig Jahren 790 000 neue Piloten braucht. Im Interview mit "CH Media" bestätigt Thomas Klühr zuletzt, dass sich in ganz Europa ein grosser Bedarf an Piloten abzeichne. "Deshalb müssen wir uns schon heute stärker anstrengen, um gerade in der Schweiz genügend Bewerber zu finden."

Man habe festgestellt, dass es der Swiss zu wenig gelinge, Schulabsolventen zwischen 18 und 21 Jahren anzusprechen. Deshalb habe man ein Projekt gestartet, so Klühr. "An Infoständen an Kantonsschulen und vor allem über Social-Media-Kanäle wollen wir mehr auf unsere Pilotenausbildung aufmerksam machen." Denn die Swiss ist bemüht, vermehrt auch Schweizer Pilotenkandidaten anzulocken. In den vergangenen Jahren nahm deren Anteil in den Ausbildungskursen stetig ab.

Trotz den Rekordzahlen für 2018 zieht der Franke eine zwiespältige Bilanz für das vergangene Jahr. Zwar stimmen die Geschäftszahlen, nicht zuletzt dank der neuen, deutliche effizienteren Flugzeuge des Typs Boeing-777 und der C-Series. Doch gleichzeitig hätte das Resultat noch besser ausfallen können, wäre der Chaos-Sommer 2018 nicht gewesen. Insbesondere wegen dem Fluglotsenmangel in Europa hatten alle Airlines mit Verspätungen zu kämpfen. Bei der Swiss hob jede zweite Maschine zu spät ab, ein Viertel sogar mehr als 15 Minuten zu spät. Und über 1000 Swiss-Flüge wurden annulliert.

Doppelt so viele Reserveflugzeuge
Und Klühr ist nicht besonders optimistisch: «Die Fluglotsen, die 2018 fehlten, fehlen auch 2019». Deshalb hat die Swiss ein eigenes Projekt namens «Precise» lanciert, um auf Engpässe vorbereitet zu sein. Neu plant sie mit sechs statt nur drei Reserveflugzeugen, und auch die Reserve-Crew wird aufgestockt. Längerfristig wolle man künstliche Intelligenz einsetzen, die schwierige Situationen frühzeitig erkennen soll

Dennoch erlauben die guten Geschäftszahlen Klühr, in die Flotte zu investieren. Über eine Dekade hinweg seien es 8 Milliarden Franken, die man für die Flottenerneuerung ausgebe. Diese helfe in zweierlei Hinsicht: Die Kosteneffizienz des Konzerns wird verbessert, und sie sind ressourcenschonender. Sollte die Schweiz die Airlines steuerlich stärker belasten mit einer Flugticketabgabe, wäre es laut Klühr schwierig, in moderne Flugzeuge zu investieren. Und diese würden nun mal am meisten zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz beitragen.
Ausserdem plant Klühr – entgegen früherer Äusserungen – nun doch mit einer so genannten «Premium-Economy»-Klasse auf Langstreckenflügen, die etwas mehr als die klassiche Economy-Klasse kostet. Die Schwester-Airline Austrian die Muttergesellschaft Lufthansa haben sie bereits mit Erfolg im Einsatz. Er habe seine Meinung dazu geändert, so Klühr, da man zuerst habe sicher sein wollen, dass nicht plötzlich Business-Passagiere in die Premium-Economy wechseln, sondern viel eher Economy-Passagiere bereit sind, für besseres Essen und mehr Beinfreiheit etwas mehr zu bezahlen.

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