Frischer Wind für Partei und Parlament: Maturand kandidiert für Kantonsrat

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Die Fasnacht hat in Luzern ihre Spuren hinterlassen. Die letzten Wagen werden abtransportiert. Auf dem Boden liegen Konfetti, auf dem Grund der Reuss Bratwürste. Gilles Ineichen war in diesem Jahr nicht an der Fasnacht, auch wenn er gerne dabei gewesen wäre. Doch die Schule und der Wahlkampf bestimmen derzeit die Agenda des Maturanden. Vor dem Regierungsgebäude erzählt er, dass ihm dieses Haus viel bedeute. Der 21-Jährige ist im Vorstand des Jugendparlamentes des Kantons Luzern und verantwortlich für die Jugendsession. Einmal im Jahr findet die Session im ehrwürdigen Kantonsratssaal statt. «Am Anfang wurden wir von der Politik noch nicht so ernst genommen. Doch wir werden auch vom Kantonsrat immer mehr unterstützt.» Erst kürzlich wurde eine Petition im Kantonsrat angenommen. Der Kanton bietet fortan für junge Erwachsene finanzielle Unterstützung an mit der Plattform Easyvote. Diese Plattform informiert vor kantonalen und eidgenössischen Abstimmungen und Wahlen politisch neutral und in einfacher Sprache. «Dieser Erfolg hat uns sehr gefreut.» An der Politik fasziniert Gilles Ineichen, dass man auf Menschen aus ganz verschiedenen Berufen und Kulturen trifft. «Dass man das Gespräch sucht und nach mehrheitsfähigen Lösungen strebt», führt Ineichen aus.

Frischer Wind für die CVP

Politisiert wurde er vor etwa vier Jahren in der Bezirksschule Zofingen. «Gewisse Freifächer waren aus Spargründen plötzlich nicht mehr verfügbar. Ich wollte mich dafür einsetzen, dass nicht weiter bei der Bildung gespart wird. Denn Bildung ist ein wirklich kostbares Gut.» Da schon seine Verwandten fest in der CVP verwurzelt sind und waren, lag es bei Gilles Ineichen nahe, dass auch er dieser Partei beitritt. Sein grosses Vorbild: alt Bundesrätin Doris Leuthard. «Sie bringt alles natürlich rüber, ist sehr bodenständig und kann das Volk auch von komplizierten Vorlagen wie der Energiestrategie 2050 überzeugen. Sie war als Bundesrätin ausserdem sehr volksnah.» Ineichen glaubt an die Werte und die Politik der CVP. Nun gelte es, diese mit jungen Kräften umzusetzen, es brauche auch im Kanton Luzern eine Art Leuthard-Effekt. Die Jungen wollen nun Verantwortung übernehmen. «Aktuell ist kein Mitglied des Kantonsrates unter 30 Jahre alt. Das ist sehr schade», findet er.

Skischüler vielfältig wie Wähler

In seiner Freizeit ist Ineichen als Kinderskilehrer in Engelberg tätig. «Ich unterrichte so viele verschiedene Kinder mit den unterschiedlichsten Charakteren und muss allen gerecht werden», erzählt er. «Diese Vielfalt kann man auch auf die Luzerner Wählerschaft übertragen. Es ist wichtig, dass alle diese Meinungen berücksichtigt werden.»

Gilles Ineichen lehnt einen gesetzlich vorgeschriebenen Vaterschaftsurlaub von vier Wochen ab. Dieser solle von den Unternehmen freiwillig gewährt werden. «Natürlich wäre ein längerer Vaterschaftsurlaub toll, aber wie kann das die künftige Generation finanzieren? Wir werden sonst schon genügend finanzieren müssen!» Dass die Eheschliessung auch den Schwulen und Lesben geöffnet wird, befürwortet Ineichen: «Dies ist in der heutigen Gesellschaft eigentlich keine Diskussion mehr.» Nebst der Schule, der Tätigkeit als Skilehrer und der Politik nimmt Gilles Ineichen Gesangsunterricht und singt im Chor der Schule. Bekennender Fan ist er von Lady Gaga und ihrem aktuellen Song «Shallow». Nach der Matura möchte er ein halbes Jahr arbeiten, bevor im Januar 2020 die RS ansteht. Anschliessend strebt Gilles Ineichen ein Studium an. Politikwissenschaft liege nahe. Aber auch Volkswirtschaft, Geschichte oder Recht könne er sich vorstellen. Er müsse sich heute Nachmittag noch auf die morgige Wahlveranstaltung vorbereiten, sagt Ineichen beim Abschied. Als Neuling schätzt er seine Wahlchancen realistisch ein, er ist aber überzeugt davon, dass die CVP auf die Jugend setzt.

Kantonsratswahlen 2019

Serie «Die Jüngsten»

Fünf Listen stehen im Amt Willisau bei den Kantonsratswahlen zur Auswahl. Von jeder Liste stellen wir in einer Serie die jüngste Kandidatin oder den jüngsten Kandidaten vor. Die Wahlen finden am 31. März statt. Bereits vorgestellt wurden Ariane Ammann mit ihrer Mutter Esther Ammann (beide SP), Andreas Bärtschi (FDP) sowie Linus Bürgi (Grüne). Es folgt ein Porträt von Lukas Biegger (SVP).

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