Oberstufenzentrum: Mosaiksteinchen auf einem langen Weg

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Die Oberstufenschülerinnen und -schüler sollen das Gemeindeschulhaus (unten) verlassen und in neuen Räumen in der Nähe der Bezirksschule (oben) unterrichtet werden. lee

Wachsende Schülerzahlen verlangen in Zofingen nach neuem Schulraum – und dies rasch. Im Juni 2017 bewilligte der Einwohnerrat 450 000 Franken für einen Studienauftrag. Fünf Planerteams machten sich an die Arbeit und legten erste Vorschläge für ein Oberstufenzentrum vor. Dabei stellte man fest, dass die Wettbewerbsvorgaben zu eng gesteckt sind – zum Beispiel ein Projekt zugelassen werden müsste, das einen Abbruch der «architekturhistorisch bedeutungsvollen» Bezirksschulturnhalle vorsieht. Auch sah man, dass das Raumangebot für einen echten Oberstufen-Campus grösser gefasst werden müsste. Zwischenstopp und zusätzliche Abklärungen sind nicht gratis. So musste der Stadtrat dem Einwohnerrat einen Zusatzkredit von 190 000 Franken beantragen.

Sprecher der Spezialkommission war Robert Weishaupt (CVP). Er betonte, dass der Marschhalt wichtige Erkenntnisse geliefert hat – beispielsweise, dass der Campus drei vollwertige Turnhallen benötigt. «Als Mosaiksteinchen auf einem langen Weg», bezeichnete Christian Nöthiger (SP) den Zusatzkredit. Es sei wichtig gewesen, nicht überhastet zu handeln – das neue Raumprogramm überzeuge. Auch für Daniel Hölzle (Grüne) macht das Raumprogramm so Sinn. Ein Nein entlockte das Geschäft hingegen Jolanda Senn Ammann (Farbtupfer): «Das ist eine Konzeptänderung – das Ganze wird so zum Selbstläufer.» Anders Sjörberg (glp) erinnerte daran, dass es der Einwohnerrat war, der die verunglückten Wettbewerbsvorgaben beschlossen hat. Zusätzliche 190 000 Franken angesichts von 28 Millionen Franken Projektkosten seien zu relativieren.

Dass die Turnhallenfrage zu einer Zäsur geführt hat, ist für Markus Gfeller (SVP) nachvollziehbar. Weniger aber, dass gleichzeitig auch das Raumprogramm nach oben angepasst wurde. «Wir gehen nun davon aus, dass jetzt beim Bedarf alles klar ist und nicht weitere Wünsche entgegengenommen werden.» Er verlangte namens seiner Fraktion in einem Antrag Massnahmen, um die Baukosten im Griff zu behalten.

Gfeller ist aufgefallen, dass im Kriterienkatalog gestalterische Aspekte überwiegen – etwas, was auch Jakob Lang (FDP) in die Augen gestochen ist. Gfeller monierte, «Wirtschaftlichkeit wird zwar genannt, scheint im Gesamtkontext aber untergeordnet». Er wollte, dass Wirtschaftlichkeit zu einem zentralen Thema wird und «zu diesem Zweck auch die längerfristigen Betriebs- und Unterhaltskosten in die Überlegungen einbezogen werden». Bei den Investitionskosten verlangt er Benchmark-Vergleiche.

Bei Stadtrat Hans-Martin Plüss (SP) rannte er damit offene Türen ein, wie auch bei seinen Ratskolleginnen und Kollegen, die mit 37 gegen eine Stimme den Antrag annahmen. In der Schlussabstimmung gab es 38 Ja und ein Nein.

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