Doppelabstimmung: Drei Parteien kämpfen für die Badi

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Über die Zukunft der Badi Reiden wird am 31. März abgestimmt. lee/archiv

Die Badi Reiden gibt zu reden, und das schon seit Monaten. In regelmässigen Abständen werden Leserbriefe von Bürgerinnen und Bürgern geschrieben, die sich klar für oder gegen die Badi positionieren. Der Gemeinderat scheint geahnt zu haben, dass die beiden Abstimmungsvorlagen zu kontroversen Diskussionen führen werden, weshalb er in den vergangenen Wochen in die Offensive ging. Vizepräsident Willi Zürcher besuchte gemeinsam mit Pius Schumacher, Verwaltungsrat der Badi Reiden AG, diverse Parteiversammlungen und informierte transparent über beide Abstimmungsvorlagen (Box). Wie bei den Stimmbürgerinnen und -bürgern gehen die Meinung auch bei den Parteien auseinander.

SP, FDP und CVP mit Ja-Parolen

Die erste Partei, die sich für den Weiterbetrieb der Badi ausgesprochen hatte, war die SP. An ihrer Generalversammlung beschloss sie die Ja-Parole, weil die Badi ein wichtiger Treffpunkt für Jugendliche und Familien sei. «Die SP ist überzeugt, dass mit dem vorliegenden Projekt die Badi nachhaltig weiterbetrieben werden kann», resümiert Lukas Brunner, Vorstandsmitglied der SP Reiden. Ihr folgten die FDP und zwei Tage später auch die CVP. Beide Parteien sehen in der Badi einen Mehrwert für den Standort Reiden und eine sinnvolle und gesunde Freizeitbeschäftigung für Jung und Alt. Während die FDP den Erhalt von wertvollen Arbeitsplätzen in der Gemeinde in den Vordergrund stellt, sieht die CVP keinen Sinn im Abriss einer bereits bestehenden Badi, die man auch sanieren könne.

Ein Nein der IG, SVP zwiespältig

Anfang Monat hatte auch die IG Reiden ihre Parole bereits gefasst. Sie verfolgt eine dritte Lösung und beschloss deshalb ein Nein für die Sanierung sowie ein Nein für den Rückbau der Badi. Sie sieht es kontrovers, dass die finanzschwächste Gemeinde in der Region ein 16-Millionen-Franken-Projekt alleine verwirklichen wolle. Ausserdem sei es schade, dass «die reichen Gemeinden der Region noch keine Notwendigkeit für ein solches Projekt sehen und sie noch weniger Lust haben, sich solidarisch an dessen Finanzierung zu beteiligen», wie es in einer Mitteilung heisst. Ihre doppelte Nein-Parole ermögliche «eine zweite Chance für eine tragbare, solidarische Realisierung einer Badi.»

Auch die SVP befürwortet die Prüfung eines finanziell weniger belastenden Weiterbetriebs der Badi und somit eine Drittlösung. Deshalb ist sie klar gegen den Rückbau. Was die Sanierungsvariante anbelangt, tat sie sich an ihrer Parteiversammlung vom 18. März indes schwer und vermochte keine klare Parole für die Badi zu beschliessen. Grundsätzlich begrüsse die SVP den Betrieb einer Badeanstalt in Reiden. Auch sie sieht in der Badi einen Standortfaktor und vertritt die Subventionierung des Betriebs durch die Gemeinde. Doch die hohen Kosten verstiessen gegen das Gebot der SVP, mit den Mitteln der öffentlichen Hand zurückhaltend und sparsam umzugehen. Die Partei hätte sich gewünscht, aufgrund der finanziellen Lage der Gemeinde eine Sanierung im Umfang von rund 5,5 Millionen Franken, ohne Realisierung eines weiteren Ausbaues der Anlage, umzusetzen. Ausserdem bedauert auch die SVP, dass die Solidarisierung der umliegenden profitierenden Gemeinden bisher gering sei und deren finanzieller Beitrag an die Sanierung und den zukünftigen Betrieb der Badi verhandelt werden müsse. «Es obliegt dem stimmberechtigten Einwohner von Reiden, zu entscheiden, ob ihm die Badi Reiden 7,3 Millionen Franken wert ist und ob er unter Umständen auch die Konsequenz daraus mitzutragen gewillt ist», heisst es weiter in einer Mitteilung.

Doppelabstimmung Badi Reiden

Das sind die beiden Vorschläge

Variante A: Sanierung und Weiterbetrieb

Die Infrastruktur würde erneuert und ergänzt werden, sodass die Anlage ganzjährig besser genutzt werden könnte. Gesamtkosten für diese Variante belaufen sich auf 7,3 Millionen Franken. Für die Gemeinde entstünden folgende Verpflichtungen: 2,4 Millionen Franken als einmalige Zahlung zur Aufstockung des Aktienkapitals, 4,6 Millionen Franken Solidarbürgschaft für die Bankdarlehen und 430 000 Franken als jährlicher Brutto-Betriebsbeitrag (bisher 350 000 Franken) für 20 Jahre. Wobei umliegende Gemeinden einen Solidaritätsbeitrag von gesamthaft 27 000 Franken in Aussicht gestellt haben. Somit stimmt die Bevölkerung über einen gesamten Sonderkredit von 16 Millionen Franken für die kommenden 20 Jahre ab.

Variante B: Stilllegung und Rückbau

Die Gemeinde wäre von den jährlichen Betriebskostenbeiträgen entlastet. Die Kosten für diese Variante belaufen sich auf schätzungsweise 2,5 Millionen Franken, wofür ein Sonderkredit gesprochen werden muss.

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