Erstes Japan-Treffen: Obento, Grüntee und Mangas

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Norie Langenegger-Yamauchi liebt es, sich daheim Zeit für einen Tee zu nehmen. egu
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Norie Langenegger-Yamauchi (egu)

Mit einem strahlenden Lächeln und im dunkelgrünen «Samue», einem Arbeitskleid, lädt Norie Langenegger-Yamauchi in ihre gemütliche Wohnung in Zofingen. Seit 27 Jahren lebt die gebürtige Japanerin in der Schweiz. «Hier bin ich daheim», sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern, die vor fünf Jahren das Schweizer Bürgerrecht angenommen hat. Dennoch schlägt das Herz der 57-Jährigen auch für ihr Geburtsland. In Hamamatsu, das in der Mitte zwischen Tokio und Osaka liegt, wuchs sie mit einem älteren Bruder auf. «Einmal im Jahr bin ich zu Besuch», sagt Langenegger-Yamauchi. Die Initiantin und Organisatorin des ersten Japan-Treffens in Zofingen (siehe Kasten) gesteht mit einem verschmitzten Lachen: «Dann ist japanisch sprechen ohne Pause angesagt.»

Neben ihrer Muttersprache Japanisch beherrscht sie Englisch, Deutsch und Schweizerdeutsch fliessend. Einzig das Zählen und Rechnen falle ihr auf Japanisch leichter. «Wenn ich in der Kita die Kinder zähle, mache ich dies ab und zu auf Japanisch, was die Kinder sehr freut.» Die Reisekauffrau hat vor sechs Jahren die verkürzte, zweijährige Ausbildung zur Fachfrau Betreuung gemacht. Die Arbeit mit Kindern bereite ihr grosse Freude, erzählt Langenegger-Yamauchi, die mit Herz und Seele in der Zofinger Kita Domino arbeitet. «Ich bin dankbar, dass ich den Minitreff des Integrationsnetzes Region Zofingen geleitet habe. Die Vorbereitung und Durchführung dieser Eltern-Kind-Vormittage legten den Grundstein für meinen heutigen Beruf.» Viele Jahre führte sie ehrenamtlich auch die Kasse des Vereins, den sie im Jahr 2003 mitbegründet hat.

Neujahrstreff als Initialzünder

«Ein soziales Netzwerk und die Sprache sind der Schlüssel zur Integration in eine fremde Kultur», weiss Norie Langenegger-Yamauchi. Ihre Heimat trägt sie im Herzen und liebt es, sich mit Japanerinnen zu treffen und auszutauschen. Im Januar lud sie bei sich zum Neujahrstreff. «Wir hatten riesigen Spass und waren uns einig, dass wir uns wieder treffen möchten und auch andere willkommen sind.» Eine Kollegin habe zugesichert, dass auch ihr Mann dabei wäre, um sich in japanischer Konversation zu üben. Zudem hätten sie zunehmend in letzter Zeit Anfragen über Land, Leute und Sehenswürdigkeiten gehabt. «Bis jetzt habe ich ein paar Reisen organisiert und nächstes Jahr unternehme ich eine mit meinen Freundinnen», freut sie sich. All dies habe sie auf die Idee gebracht, in Zofingen ein Japan-Treffen ins Leben zu rufen. «Es soll ein Ort der Begegnung und des Austausches sein, wo japanische Kultur gepflegt wird.»

Eintauchen in die japanische Kultur

Mit etwas Herzklopfen sieht die Alleinorganisatorin dem ersten Treffen entgegen. Um es ungezwungen anzugehen, stehe die Kulinarik im Vordergrund. «In Japan ist es in der Schule, an der Uni und im Beruf üblich, sein Mittagessen selbst mitzubringen», sagt sie und fährt fort: «Das Obento oder auch Bento ist eine vollwertige Mahlzeit, die warm oder kalt gegessen werden kann.» Hauptbestandteil sei Reis, dazu kommen Beilagen wie Gemüse, Ei, Fisch, Fleisch oder Tofu. Beim zweiten Treffen im April möchte Norie Langenegger-Yamauchi etwas Kulturelles wie Kalligrafie «Syo-Do», eine Blumenarrangement-Vorführung «Ka-Do» oder eine Tee-Zeremonie «Sa-Do» organisieren. «Wie es weitergeht, hängt vom Interesse ab», sagt sie und schenkt in eine filigrane weisse Porzellanschale mit Blütenmuster einen japanischen Grüntee ein.

ERSTER JAPAN-TREFF

Der Japan-Treff bietet Gelegenheit, Informationen über Land, Leute und Kultur zu erhalten, Manga-Bücher auszutauschen, sich auf Japanisch zu unterhalten und Obento, die japanische Lunch-Box, vor Ort oder daheim zu geniessen. Alle Interessierten, egal welcher Nationalität und Sprache, sind eingeladen. Das erste Treffen findet am Samstag, 30. März von 9 bis 16 Uhr im Saal des Zunfthauses «Zu Ackerleuten» an der Fegergasse 25 in Zofingen statt. Kaffee, Tee und japanischer Grüntee stehen bereit. Wer eine Obento- Lunch-Box ausprobieren möchte (Fr. 10.-- bis Fr. 16.--) kann diese bis Montag, 25. März bei Norie Langenegger-Yamauchi unter 077 495 11 82 bestellen. Spenden wie Kuchen oder japanische Süssigkeiten sind willkommen. Der Eintritt ist frei. Die Kollekte dient der Deckung der Unkosten. Der zweite Japan-Treff folgt am Samstag, 27. April von 9 bis 16 Uhr.

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