SVP-Kantonsratskandidat Lukas Biegger: «Wir importieren zu viele Lebensmittel»

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Der SVP-Kantonsratskandidat Lukas Biegger im Stall des elterlichen Bauernhofes in Ufhusen. Ronnie Zumbühl

Wenn Lukas Biegger samstags zu Hause in Ufhusen ankommt, geht er zuerst in den Stall – der 19-Jährige hat seine Kühe vermisst. Danach stapft er ins Wohnhaus nebenan und legt sich nochmals schlafen. Lukas Biegger absolviert zurzeit die Rekrutenschule. Und er steckt mitten im Wahlkampf; als jüngster Kantonsratskandidat der SVP-Liste im Wahlkreis Willisau.

Deshalb sitzt er nach ein paar Stunden Schlaf für ein Interview im Restaurant Engel im benachbarten Hüswil. Er sitzt da im weissen T-Shirt vor einem halben Liter Rivella. Draussen regnet es. Im Hintergrund läuft Volksmusik. Biegger macht einen zufriedenen Eindruck. Gleichzeitig personifiziert er den rastlosen Ehrgeiz eines 19-Jährigen. Er will sich messen, Neues ausprobieren und sich behaupten – ob als Ringer, Teilnehmer einer Viehschau oder wie jetzt: als Kantonsratskandidat. Wenn er was will, kämpfe er dafür, sagt Biegger. Als Beispiel nennt er ein abgelehntes Urlaubsgesuch in der Rekrutenschule. «Ich habe so fest gedrängt, bis sie mich schliesslich gehen liessen.» Sein Vorbild, was die Karriere betrifft: Christoph Blocher – vom Pfarrerssohn zum erfolgreichen Unternehmer.

Lukas Biegger will vorerst aber Landwirt bleiben, später mal die Meisterprüfung absolvieren und irgendwann den Hof seiner Eltern übernehmen, die vor 23 Jahren aus dem Thurgau ins Luzernern Hinterland gezogen sind. Deshalb möchte er sich in der Politik für die Landwirtschaft, die Randregionen und die Berufsbildung starkmachen. Biegger ist mit seinen Eltern und Geschwistern ein paar Autominuten ausserhalb von Ufhusen auf einem Bauernhof aufgewachsen. Nach der obligatorischen Schule absolvierte er eine Lehre als Landwirt, die er letzten Sommer abgeschlossen hat. Sein Hobby ist die Viehschau. Weil es dort schöne Kühe gebe, erklärt er. Und weil er sich mit anderen messen könne. «Es herrschen so viele Emotionen an der Schau, und jeder gibt sein Bestes.» Dann zeigt sich auch das Ergebnis des Trainings und der Pflege. Das macht Biegger stolz.

Schweizer Butter statt Palmöl

«Kollegen sagen, dass ich einen harten, vielleicht sogar einen sturen Kopf habe», sagt Biegger. «Wenn ich eine Meinung habe, habe ich meine Meinung.» Auf die Frage, zu was er eine klare Meinung habe, überlegt er lange. Dann sagt er: «Die Landwirtschaft soll vom Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur Staaten ausgeschlossen werden. In Guetzli ist heute leider Palmöl statt Schweizer Butter drin. Wir importieren zu viele Lebensmittel.» Von seiner Partei weicht Biegger ab, wenn es um die Steuern geht. Die SVP wolle sie senken, er möchte sie belassen. Sie sollen nicht gesenkt werden, weil es ihm wichtig ist, dass öffentliche Infrastrukturen wie Schulen und Spitäler erhalten bleiben. Er hat selbst miterlebt, wie an der Berufsschule gespart wurde. «Aber da spart man am falschen Ort», sagt

Biegger.

Der Präsident der SVP Wahlkreis Willisau, Willi Knecht, hat das Interview im «Engel» organisiert. Er fragte Biegger auch für die Kandidatur an. «Als ich Lukas Biegger anfragte, ob er als Vertreter der Jungen (JSVP) auf der Mutterliste der SVP Wahlkreis Willisau als Kantonsrat kandidieren würde, sagte er spontan zu», erklärt Knecht. Lukas Biegger zeichne sich als Person aus, die nicht die Faust im Sack mache und nicht nur leere Worthülsen von sich gebe, so Knecht. «Er möchte etwas bewegen und hat den notwendigen Mut und die Bereitschaft, sich zum Wohle der Region und Bevölkerung einzusetzen.» Knecht und Biegger sind zurzeit daran, in Ufhusen eine Ortspartei zu gründen.

Nach einem zweiten Rivella brechen Biegger und der Journalist auf. Für ein Foto fahren sie zum Hof seiner Eltern. Als Erstes geht Biegger wieder in den Stall und schwingt behände die Heugabel. Er mag sie wirklich, die Kühe.

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