Ein Abriss des Kirchgemeindehauses Riken scheint abgewendet

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Sie sind mit dem Abend sehr zufrieden. Von links: Andreas Egger, Präsident Kirchenpflege; Peter Urben, zuständiger Gemeinderat; Max Schärer, Gemeindeammann; Rolf Müller, Bauverwalter; Daniel Joss, Liegenschaftsverwalter Kirchenpflege. REW

Die 200 Plätze im Kirchgemeindehaus (KGH) Riken waren nahezu alle besetzt. «Es wäre schön, hätte es auch an einer Gemeindeversammlung wieder einmal so viele Leute», sagte der Murgenthaler Gemeindeammann Max Schärer und lachte. Die Murgenthalerinnen und Murgenthaler strömten ins KGH, um mehr über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Gebäudes zu erfahren. Schliesslich war im Vorfeld sogar von einem möglichen Abriss die Rede — das bewegt die Einwohner der Gemeinde.

Das «liebe Geld» ist einer der Gründe, weshalb überhaupt eine Orientierungsversammlung zum KGH nötig wurde. Seit seiner Eröffnung im Dezember 1972 gehört das Gebäude zur einen Hälfte der Einwohnergemeinde Murgenthal und zur anderen Hälfte der Kirchgemeinde Murgenthal. Seitens Kirche wird das mehrstöckige Haus ab und an für einen Gottesdienst oder eine Abdankung genutzt. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass die Kirchenpflege lieber alles nach Glashütten, in die eigentliche Kirche, verlagern möchte. Auch die Einwohnergemeinde nutzt das 47-jährige Haus sehr selten. Vereine wie der Missionsverein oder die nebenan liegende Schule sind hier weit häufiger anzutreffen als die Gemeinde. Trotzdem steht das Gebäude die meiste Zeit leer.

Kein Geld für Investitionen

Nun stehen grössere Investitionen von knapp 700 000 Franken an, die nach den aktuellen Besitzverhältnissen von beiden Seiten je zur Hälfte getragen werden müssen. Für die Kirchgemeinde ist dies, zusätzlich zu ihren schon schwerlich aufzubringenden jährlichen Betriebskosten von 20 000 Franken, nicht machbar. Um auf das Problem aufmerksam zu machen und Lösungen zu suchen, ging die Kirchenpflege auf die Gemeinde zu.

Für die Kirchgemeinde ist klar: Sie muss sich vom Gebäude trennen. Der Verkauf oder die Schenkung an die Einwohnergemeinde zu einem symbolischen Beitrag von einem Franken wird dabei favorisiert. Ein Verkauf an Dritte wird sich aber laut Andreas Egger, Präsident der Kirchenpflege, aufgrund der hohen Investitionen als schwierig herausstellen.

Für die Einwohnergemeinde hingegen gibt es vier verschiedene Lösungen. «Der Status quo ist eine davon», sagt Peter Urben, ressortverantwortlicher Gemeinderat. «Da würde der Gemeinderat aber sicher den Kostenverteilschlüssel überdenken.» Die Gemeinde könnte ihren Teil aber auch an Dritte oder an die Kirche verkaufen, was sie aber als eher unwahrscheinlich erachtet. Die Möglichkeit des Abbruchs oder des Rückbaus hat eine renommierte Firma im Auftrag des Gemeinderates geprüft. «Die Kosten für den Rückbau sind etwa gleich hoch wie die Renovationskosten», so Urben. Heikel sei besonders das Dach, da dort Asbest verbaut wurde. Zudem müsse man sich bei einem Rückbau fragen, was etwa mit dem Brunnen oder den Parkplätzen geschieht, erklärt Urben weiter. Der Kauf des Kirchen-Anteils durch die Einwohnergemeinde würde zwar vieles vereinfachen, sei aber an Bedingungen gegenüber der Kirchenpflege gebunden. So müsste dort beispielsweise einmal im Quartal ein Gottesdienst abgehalten werden.

Nach den Stellungnahmen der Kirchgemeinde und der Einwohnergemeinde war die Diskussion freigegeben. Bereits nach den ersten Voten war klar, dass ein Abriss für die Anwesenden nicht infrage kommt. So äusserte sich etwa Peter Bolliger, Erbauer des Kirchgemeindehauses: «Mir kamen fast die Tränen, als ich vom möglichen Abriss gelesen habe. Dieses Haus darf nicht abgerissen werden.» Weiter wurde auch schnell klar, dass die Anwesenden den Kauf des Kirchenanteils durch die Gemeinde und eine anschliessende, sanfte Renovierung bevorzugen werden. Ein Mitglied der Versammlung überbrachte unter lautem Applaus dem Gemeindeammann Max Schärer gar bereits den symbolischen Franken zum Kauf des Gebäudes. Um trotzdem Klarheit über die Stimmung im Saal zu haben, fasste der Gemeindeammann Max Schärer die Voten zusammen und führte zum Abschluss der Diskussionsrunde eine Konsultativabstimmung durch.

Sein Vorschlag, dass die Einwohnergemeinde den Teil der Kirchgemeinde für einen Franken übernimmt, Sanierungen durchführt und das Gebäude anschliessend multifunktional nutzt, wurde mit einer überwältigenden Mehrheit angenommen. So scheint der Abriss des Kirchgemeindehauses in Riken abgewendet zu sein.

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