Ab in den Keller, das Unterste nach oben kehren

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Wirre Heidi-Geschichten mit (v. l.) Balz Aliesch, Tiziana Sarro, Rita Bänziger und Daniel Koller. Alfred Weigel
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Rita Bänziger hat sich gut ausgerüstet ins Réduit zurückgezogen.

Der Aufführungsort der Kleinen Bühne, die bekanntlich im ehemaligen Kohlekeller des Primarschulhauses residiert, passt vom Titel des Theaterstücks her ausgezeichnet.

Heidi als Nationalfigur ist das Sinnbild für Reinheit und Unschuld. Alle wünschen, so zu sein wie sie – wirklich alle? Die Realität sieht anders aus. Jeder hat dunkle Flecken in seiner Vergangenheit. «A Capella Urstimmen» decken die dunkelsten Ecken der Seele mit all ihren Geheimnissen schonungslos auf und bringen die Wahrheit ans Tageslicht. In zwei Stunden offenbaren Balz Aliesch, Rita Bänziger, Daniel Koller und Tiziana Sarro dem Zofinger Publikum ihre tiefgründigen Geheimnisse und animieren es, ihnen in den tiefen Keller von Gewissen und Vergessen zu folgen, diesen zu durchforsten und aufzuräumen. Ob die Anregung nützt? Erfahren werden es die vier talentierten Schauspieler und Sänger vermutlich nie.

«Heidiness» dient als Metapher. Sarro, Bänziger, Aliesch und Koller legen sich mächtig ins Zeug. Die Sketche strotzen vor Selbstironie. Sie singen und tanzen über die Bühne, entwickeln Geräusche und instrumentale Klänge oral. Instrumente begleiten sie nicht, umsonst nennen sie sich nicht «A Capella» (ital. unbegleitet). Während sie auf der Bühne singen und erzählen, bauen sie die Bergkulisse in ein Kellerverlies um. «In meinem inneren habe ich ein Monster.» Das hat auch noch autobiografische Züge, gibt Tiziana Sarro zu bedenken. «Ich wache oft nachts mit Schweissausbrüchen auf und habe ein furchtbar schlechtes Gewissen.» Psychotherapeutisch zeigen sie die Schattenseiten auf. «Komm, ich zeig dir meinen Keller», lautet die logische Schlussfolgerung.

Doch was befindet sich im Keller von «A Capella Urstimmen»? Alles Bio in einem, im zweiten Abteil Hochprozentiges in feinen Flaschen, im dritten ein Waffenarsenal mit einem Karabiner aus dem letzten Weltkrieg, Sturmgewehre, ein Sackmesser mit 141 Funktionen und ausreichend Munition, um einen Kleinkrieg zu führen. Das lässt schon tief blicken. Im vierten befindet sich die Werkstatt mit einer Holzwerkbank und verschiedenen Ölen. Neben Motor- auch Massageöl, eine Peitschensammlung und diverse Sex-Spielzeuge. Mal ausprobieren? Die Blicke richten sich in den Zuschauerraum. Kein Wunder, dass sich in einer weiteren Szene die junge Mutter beklagt, schon lange keinen Sex mehr gehabt zu haben. Es habe sich so eine unangenehme Stille zwischen ihr und ihrem Ehemann gelegt, meistens würde er sich im Keller befinden.

Eine gute Lüge ist manchmal besser als die halbe Wahrheit, philosophieren die Urstimmen. Erinnert sich einer an seine Schulzeit. «Wer hat den Rucksack mit dem Velo kaputt gemacht?», fragt der Lehrer in die Runde. Der Sandro wars, meldet sich der Übeltäter, und fragte sich, warum er damals gelogen habe. Nein, geben die Urstimmen zu Protokoll, lustig sind sie nicht immer. Immerhin steht «Heidis Keller» seit über einem Jahr auf dem Urstimmen-Programm, wahrscheinlich länger.

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