Aufatmen! Villa im Park soll vorerst auf der Spitalliste bleiben

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Aufatmen in Rothrist: Die Klinik Villa im Park bleibt die nächsten vier Jahre auf der Spitalliste, was nachher passiert, ist noch offen. egu

Anfang März hat die Klinik Villa im Park einen Brief vom Departement Gesundheit und Soziales (DGS) erhalten. Der Kanton teilte der Klinikleitung seine Absicht mit, ihr künftig keinen Leistungsauftrag mehr zu erteilen (ZT/LN von gestern). Das Gesundheitsdepartement bezog sich dabei auf eine Analyse der Patientenströme aus dem Jahr 2017 und argumentierte, der Anteil an den Behandlungsfällen der gesamten Aargauer Bevölkerung läge in sämtlichen Leistungsgruppen unter fünf Prozent. Der Kanton erachte aus diesem Grund die Klinik «als nicht notwendig zur Angebotssicherung».

Dino Cauzza ist CEO des Swiss Medical Networks, zu dem die Privatklinik gehört. Gestern liess er sich zitieren, dass Bauarbeiten zu «einem vorübergehenden Rückgang der medizinischen Aktivität» geführt hätten. Dass die kantonale Verwaltung statistische Mindestwerte hervorhebe, ohne den speziellen Umstand zu berücksichtigen, sei «inakzeptabel». Cauzza führte aus, man stehe in Kontakt mit dem Kanton, er sei zuversichtlich, «dass eine Lösung im Dialog gefunden werden kann».

Wie nun das DGS und die Privatklinik übereinstimmend mitteilen, wurde diese Lösung bereits gefunden. Die Klinik Villa im Park schreibt in einer Mitteilung, die Vertreter hätten sich am Montag getroffen und das Gespräch sei «äusserst konstruktiv» verlaufen. Die «kritischen Punkte, insbesondere die zu tiefen Fallzahlen», hätten geklärt werden können. Das Gesundheitsdepartement sei bereit gewesen, «die Fokussierung der Klinik auf Geburtshilfe und Orthopädie weiterhin zu unterstützen».

Barbara Hürlimann, Leiterin der kantonalen Abteilung Gesundheit, bestätigt dies gestern auf Anfrage. «Das Departement Gesundheit und Soziales wird dem Regierungsrat vorschlagen, der Klinik Villa im Park Leistungsaufträge zu erteilen, insbesondere im Bereich der Geburtshilfe und des Bewegungsapparats.» Es steht also – zumindest im Moment und sofern der Gesamtregierungsrat zustimmt – nicht mehr zur Debatte, die Klinik in Rothrist von der Spitalliste zu streichen.

Hürlimann betont, es handle sich dabei um eine Chance. Der Leistungsauftrag werde nur bedingt vergeben. «Wir wollen schauen, ob die Fallzahlen tatsächlich wegen der Bauarbeiten eingebrochen sind. Wenn die Zahlen weiterhin tief bleiben, wird der Leistungsauftrag nach vier Jahren nicht mehr verlängert.» Hürlimann erklärt, es gehe dabei nur um die Leistungsaufträge, die den Bewegungsapparat betreffen. Der Klinik den Leistungsauftrag für Geburten zu entziehen, sei nicht zur Diskussion gestanden.

Die Entwicklungen vermitteln den Eindruck, dass das Gesundheitsdepartement eingeknickt ist, nur weil sich die Klinik – auch medial – gewehrt hat. Das stimme nicht, sagt Hürlimann. Alle Spitäler hätten vom DGS einen Brief mit einer Ersteinschätzung erhalten. «Das ist üblich und im Sinne des rechtlichen Gehörs.» Der Kanton vergebe die Leistungsaufträge unter anderem aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten. «Sind die Fallzahlen, wie im Fall der Villa im Park, tief, führt das dazu, dass wir den Leistungsauftrag überdenken.» Allerdings kenne der Kanton zu diesem Zeitpunkt die Gründe nicht. «Deshalb geben wir der Klinikleitung die Möglichkeit, Stellung zu nehmen und uns ihre Argumente im persönlichen Gespräch darzulegen.» Weitere Beurteilungskriterien seien die Einhaltung von Mindestanforderungen bezüglich Personalqualifikation und Infrastruktur, die Qualität der Behandlungen sowie die Wirtschaftlichkeit.

Zum Inhalt der Briefe an andere Spitäler, die sich für die Aargauer Spitalliste beworben haben, kann Hürlimann nichts sagen. Ebenso über die Gespräche, die im Zusammenhang mit der Spitalliste stattgefunden haben.

Bei der Ausarbeitung der neuen Spitalliste dürfte sich das DGS aber an der im Spitalgesetz skizzierten Spitallandschaft 2035 orientieren. Diese sieht vor, spezialisierte Eingriffe in den Spitälern Aarau und Baden zu bündeln.

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