«Murmi»-Erfinder sammelt Geld für Fernseh-Comeback – viel hat er noch nicht

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«Murmi» war sehr beliebt und hatte keinerlei Berührungsängste – das Bild zeigt das orange Fernseh-Murmeltier an der Streetparade in Zürich. © Erik Schwickardi

«Murmi ist für mich eine Herzens-Angelegenheit», sagt Thomy Widmer (56). Der Artist aus Kölliken ist als Tausendsassa in der Schweiz bekannt. Egal, ober er als verkleideter Pirat im Auftrag der Vierwaldstättersee-Schiffahrtsgesellschaft deren Schiffe zum Schrecken des Publikums stilgerecht mit Säbel und Vorderlader-Pistole überfällt, oder für «Erlebnis Schweiz» bei Firmen-Events spannende Schnitzeljagden durch Städte inszeniert – beim umtriebigen Unterhalter aus dem Aargau fehlt es nie an Action. Meterhohe Stichflammen als Fakir «Salem» an Firmen-Feiern gehören ebenso zu seinem Repertoire wie Kinder-Geburtstage für 5-Jährige. Widmers erfolgreichste Figur war und ist aber «Murmi», das orange TV-Murmeltier im zotteligen Fell-Kostüm.

In den besten Zeiten waren «Murmi» und sein Begleiter, der Reporter Geri S. Gwonder, auf 14 Regional-Sendern zu sehen. Im Aargau, in Basel, Bern, in der Ost- und Zentralschweiz – das orange Murmeltier war das eigentliche Aushängeschild der TV-Regionalsender. Widmer meint bei aller Bescheidenheit nicht ganz ohne Stolz: «Bei der jüngeren Generation ist Murmi bekannter als Franz und René oder das Spielhaus.»

Murmi war auch in Mallorca

Murmi und sein Gefährte Geri S. Gwonder waren Gast auf Alpengipfeln, in Dorf-Garagen genauso wie in der Höllgrotte in Baar, in Schweden oder am Ballermann von Mallorca. Dann, nach mehr als 1000 Sendungen in über zehn Jahren, wurde es ruhiger um die Kindersendung «Murmi». Da stellte ein Sender die Ausstrahlung ein, dort fehlten die langjährigen Sponsoren. Plötzlich war das sympathische TV-Murmeltier im orangen Fell-Kostüm von den Fernseh-Bildschirmen verschwunden.

 

Noch heute wird Widmer von treuen Murmi-Fans und Unbekannten auf der Strasse auf die Sendung angesprochen. «Irgendwann dachte ich mir: Murmi muss wieder ins Fernsehen» Denn ganz gestorben ist das orange Murmeltier mit dem zotteligen Fell und der hohen Fistelstimme nie: An Dorf-Festen, Kinder-Geburtstagen und Bankfilialen-Jubiläen ist Murmi bis heute unermüdlich im Einsatz. «Witzig ist: Die Figur funktioniert immer – auch bei Menschen, die Murmi nicht aus dem TV kennen, oder nicht mal unsere Sprache sprechen», erzählt Thomy Widmer: «Egal, wo und wie alt: Die Leute schliessen Murmi schnell in ihr Herz.»

Idee kam bei Liebeskummer

Angefangen hatte alles an einem Winterabend im Februar 1998», erzählt Thomy Widmer. «Meine damalige Freundin und ich hatten uns getrennt.» Irgendwie kam er auf die Idee, es mit einer Kinder-Fernsehsendung zu versuchen. «Ich schrieb ein Konzept. Zusammen mit dem Regisseur Peter Voellmy stellte ich es zunächst erfolglos beim Regionalsender Tele M1 vor.» Erst als der nationale Sender aus Leutschenbach mit SF2 ganz auf Kinder setzte, erhielt Murmi seine grosse Chance bei den Regional-Sendern. «Die Sendung schlug, auch wegen der vielen Wiederholungen, wie eine Bombe ein und

begeisterte jung und alt. Murmi wurde zur Kult-Figur. Allein im Europapark produzierten wir 18 Folgen, viele weitere im Connyland Lipperswil oder mit den Schweizer Skischulen.» Und einmal gewann Murmi sogar den Fernsehpreis Aargau-Solothurn.

«Murmi hat mein Leben geprägt», zieht Thomy Widmer Bilanz. «Ohne Murmi hätte ich vieles nie erlebt: Ballonfahrten und Auto-Rennen – überall waren das wunderfitzige Murmeltier und sein treuer Begleiter Geri S. Gwonder hautnah dabei und mittendrin.» Murmi ging mit seiner kindlich unverdorbenen Art erfrischend und direkt auf die spannende Welt zu und erlebte vielfältige Abenteuer. Mit der grossen Popularität blühte auch das Merchandising: Es gab ein «Murmi-Gsöff», eine «Murmi-Schoggi» und schliesslich sogar ein «Murmi-Kinderbett».

Mit Crowdfunding ins TV?

Widmer setzt alles daran, an seine Erfolge anzuknüpfen. «Sendeplätze bei Tele Ostschweiz (TVO), Tele 1 (Innerschweiz) und Channel 55 sind zugesichert, doch finanzieren muss ich die neuen Staffeln selbst – wie früher, als ich mit Murmi angefangen habe.» Das Startkapital für die ersten zwei Monate – danach soll die Sendung selbsttragend sein – will Widmer mittels Crowdfunding zusammenbringen.

Auf der Plattform 100-days.net sollen innert 100 Tagen 50'000 Franken zusammenkommen. Das Comeback von Murmi will Widmer mit frischem Elan und vielen neuen Ideen starten. Interessierte Institutionen und Unternehmen können Murmi einladen, als Sponsor mit der Kinder-Figur im Mittelpunkt stehen und eine massgeschneiderte TV-Sendung gestalten.

Am Montag waren mit knapp 2000 Franken rund 3 Prozent der angestrebten Summe zusammen gekommen. «Noch nicht viel - aber immerhin», schreibt Widmer auf der Plattform. Das Projekt könne auch schon abheben, wenn die erste Stufe von 10'000 Franken erreicht werde. Er sei unter anderem mit Victorinox, dem Verkehrshaus, der Rigi-Bahn, dem Pilatus-Märt, der Schweizer Lebensrettungs-Gesellschaft, der Post, Schindler und Hornbach im Gespräch. Leider gebe es noch keine konkreten Zusagen, bedauert Widmer: «Wir bleiben aber zuversichtlich und arbeiten jeden Tag hart an der Realisierung dieses Traums», schreibt er.

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