Beim Waldgang die Demut vor der Natur spüren

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Kreisförster Erwin Städler referierte über die Borkenkäfer und zeigte Frasspuren auf Rindenstücken und Präparate von verschiedenen Insekten. LBR
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Förster Martin Leu zeigte forstwirtschaftliche Sehenswürdigkeiten.

«Ich staune immer wieder, wie einem im Wald die Demut vor der Schöpfung bewusst wird», sagte Gemeinderat Jonas Waltisberg-Meier einleitend. Danach übergab er das Wort an Martin Leu. Dieser ist mit seinen Mitarbeitern zuständig für den Forstbetrieb Oberes Suhrental, der die Wälder von Staffelbach, Reitnau, Wiliberg und Schöftland umfasst. Leu nahm die Teilnehmer des öffentlichen Waldgangs mit auf einen Rundgang durch den Wald von Staffelbach, vorbei an einigen forstwirtschaftlichen Sehenswürdigkeiten. So zeigte er gleich zu Beginn auf Misteln, die an einer Lerche hängen. Dies sei erstaunlich, erklärte Leu, da sich Misteln normalerweise keine Lärchen als Wirtspflanzen aussuchten. Etwas weiter erklärte er, dass Nussbäume ein gesuchtes Holz seien – vor allem lange Stämme. Darum bemühten sich die Förster, an geeigneten Stellen Nussbäume zu fördern und so auch vorzusorgen, dass kommende Generationen gesuchte Hölzer verkaufen können.

Borkenkäferpopulation steigt

Prägendes Thema des Waldganges waren jedoch die Borkenkäfer, die im vergangenen Sommer drei anstelle von normalerweise zwei Generationen gebildet haben. 120 verschiedenen Borkenkäfer-Arten gibt es in der Schweiz. Je nach Art und Witterung könne im Laufe eines Sommers aus einem einzigen Weibchen bis zu 30 000 werden, erklärte Kreisförster Erwin Städler. Er zeigte den Besuchern des Waldumgangs Frassspuren der verschiedenen Borkenkäferarten sowie Präparate der Insekten. Die Kinder staunten, wie klein diese Borkenkäfer sind und bewunderten im Gegensatz dazu die Grösse des Hirschkäfers.

Die Förster rechnen damit, dass die Population der Borkenkäfer diesen Sommer weiter zunehmen wird. «Die Vorzeichen stehen entsprechend», meinte Martin Leu. So rechnet er damit, dass es wiederum einen trockenen Sommer geben wird. Ausserdem sei das Grundwasser noch nicht auf die durchschnittliche Höhe zurückgekehrt. Bäume, die nicht genügend Wasser haben, sind nicht in der Lage, sich mit ihrem Harz gegen Borkenkäfer zu wehren – und so werden auch gesunde Bäume angegriffen. «Darum ist es wichtig, befallene Bäume so schnell wie möglich aus dem Wald zu räumen», erklärte Erwin Städler. Werde dies konsequent gemacht, könne der Schaden durch Borkenkäfer um bis zu 60 Prozent reduziert werden. «Der Nachteil ist jedoch, dass damit ein Überangebot auf dem Holzmarkt entsteht.» Der Preis für Holz sinke dabei deutlich – obwohl das Holz durch den Borkenkäferbefall kaum an seiner Qualität einbüsse.

Üblicherweise steigt die Population der Borkenkäfer über mehrere Jahre an und sinkt dann wieder ab. Die letzte grosse Population wurde in den Jahren nach dem Sturm Lothar verzeichnet – und in den nächsten Jahren erwartet die Waldwirtschaft die nächste.

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