Jugendtheaterclub Toi Toi Toi: Von der Kuhfladensoap zum Horrortrip

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Aus der Realityshow wird ein Horrortrip: Das Tuntschi ist lebendig und schockiert die Filmcrew und die Kandidaten. Die Jugendlichen zeigten an den drei Aufführungen eine beachtliche schauspielerische Leistung. (Corinne Remund)
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Eine Prise Ironie: Psychologe Urs bittet um den Alpsegen. (Corinne Remund)

Die zwölf Schülerinnen und Schüler aus Zofingen, Vordemwald, Strengelbach, Safenwil und Brittnau dürfen stolz auf sich sein: Sie haben mit ihrem Auftritt am Wochenende in der Kleinen Bühne Zofingen bewiesen, dass sie gemeinsam aus dem Nichts ein Theaterstück erarbeiten und mit viel schauspielerischen Fähigkeiten auf die Bühne bringen können. «Diese Aufführung zeigt aber auch, dass die Jugendlichen während den letzten sieben Monaten hart an sich selbst gearbeitet haben und erfahren haben, was es heisst, sich durchzubeissen», lobte Produktionsleiterin Cornelia Fluri an der Premiere die Theatertruppe. Es brauche Mut, den Glauben an sich selbst und das Vertrauen in sich und in andere, um Theater spielen zu können.

Die fünf Knaben und sieben Mädchen beeindruckten mit einer starken Bühnenpräsenz, lückenlosen Texten und viel Authentizität. Einige von ihnen sind das erste Mal dabei, andere sind schon länger Mitglied der Jugendtheatergruppe der Kleinen Bühne Zofingen. Sie wurde vor zwölf Jahren gegründet, aus der Idee heraus, eine Plattform zu schaffen, die Jugendlichen ermöglicht, Theater zu spielen.

Alle Wünsche unter einem Hut

Die Sechst- bis Neuntklässler trafen sich im vergangenen September zum Theaterworkshop. Am Anfang standen Rollenwünsche und erste Handlungsideen. Gemeinsam wurde gemäss Cornelia Fluri das Genre festgelegt. «Wir haben viel improvisiert, diskutiert und ausprobiert. Nach und nach schälte sich das neue Stück heraus», erklärte Regisseur Robert Bühler. Die Jugendlichen hätten viele Themen auf den Tisch gebracht, die sie beschäftigen, wie beispielsweise Drogen und Liebesbeziehungen. «Die grösste Herausforderung war, alle Interessen auf einen Nenner zubringen und aus dem grossen Ganzen ein unterhaltsames Drehbuch zu schreiben», stellte Bühler fest. Dies ist gelungen – «Alptraum – eine Show mit Folgen» ist ein gelungener Mix aus Krimi, Horrorstory und Liebesgeschichte.

Die Geschichte der sechs wildfremden Stadtkids, die sich für die Realityshow «Familienknatsch» in einer abgelegenen, engen Alphütte einfinden, ist clever konzipiert, sodass sich humorvolle Sequenzen mit furchteinflössenden Szenen abwechseln. Bald schon drangsalieren sich die beiden fiktiven Familien vor laufender Kamera. Hüttenkoller, gegenseitige Gehässigkeiten, eine Drogenproblematik sowie eine Liebesgeschichte bauen den Spannungsbogen auf, der in Angst und Schrecken endet.

Die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Familienmitglieder sind realitätsnah dargestellt: Dies, wenn Lisa ihr «Survivalpaket», bestehend aus Bettflasche, diversen Medikamenten und Weihwasser gegen allfällige Geister, auspackt oder die Produktionsleiterin immer wieder dem Schlendrian Marc hinterherrennen muss. In der Tat angsteinflössend sind die Sagen vom Grais und vom Tuntschi, mit welchen die TV-Crew versucht die Stimmung anzuheizen. Die Entdeckung einer blutigen Haut lässt einem kalte Schauer den Rücken hinunterjagen.

Kritischer Unterton

In dem Stück steckt aber auch ein Körnchen Realität und Gesellschaftskritik. Auf diskrete Weise wird zwischen den Zeilen angetönt, mit welcher Brutalität Kandidaten in Realityshows zu Entgleisungen, Verfehlungen und Kränkungen angespornt werden und wie auf ihren Seelen herumgetrampelt wird. «Primär soll die Unterhaltung im Vordergrund stehen, aber natürlich haben wir das Thema Realityshow miteinander diskutiert und hinterfragt», sagte Regisseur Bühler und unterstrich: «Wir wollen aber nicht moralisieren, sondern das Urteil dem Publikum überlassen.» Dieses zeigte sich an der Premiere begeistert.

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