Demokratie 4.0 und die neue BNO

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Die revidierte, vom Einwohnerrat beschlossene Zofinger Bau- und Nutzungsordnung (BNO) dürfte vors Volk kommen. Alles andere wäre eine Überraschung – derart engagiert werden die für ein Referendum nötigen 790 Unterschriften gesammelt. Das erstaunt, weil sich keine der politischen Parteien hinter das Referendum stellt. Wer hier was will, war letzte Woche das grosse Geheimnis in den Gassen der Stadt. Ein einziger Name liess sich eruieren. Telefonate und Mail-Wechsel mit dieser Person zeigen, dass die anonyme Gruppe hinter dem Referendum gut organisiert ist.

Ein Referendum unterschreiben, bei dem man als Stimmbürgerin, als Stimmbürger nicht weiss, wer Triebfeder der Gegnerschaft ist, welche Ziele weshalb verfolgt werden? Das ist Demokratie 4.0. Zu ihr gehört, dass immer mehr Kommunen vor ihren Gemeindeversammlungen auf den Versand ausführlicher Unterlagen verzichten – amtliche Publikationen müssen im Internet abgeholt werden. Die Zeitungen springen mit ihren Beiträgen und Leserbriefen zwar in die Bresche – ihnen aber schwinden die Abonnenten. Die Demokratie 4.0 ist papierlos. Politische Meinungsbildung findet heute online – in Blogs und anonym – statt. Was zählt, ist, was «Mättu», «Lustig» oder «Osterhas78» online «zwitschern».

Zurück zur BNO. Immer mehr Menschen leben auf knappem Raum. Damit auch weiterhin die Wohnqualität stimmt, setzt der Einwohnerrat Zofingen in seiner Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) auf «Verdichtung». Nein, nicht durch Näherrücken, sondern durch Häuser, die höher sind als die heute üblichen.

Das Ziel der BNO-Revision ist eine Qualitätssicherung und -steigerung. Wer sich ab der Zone W3 einer Gestaltungsplanpflicht unterzieht – belegt, dass er gewillt ist, qualitativ hochwertig zu bauen –, darf heute ein zusätzliches Geschoss realisieren. Dieser Bonus für den zusätzlichen Planungs- und Bewilligungsaufwand soll künftig zwei Zusatzgeschosse betragen.

Eingebettet in die BNO-Revision ist das Projekt eines neuen Wohnviertels auf dem Areal der Swissprinters AG. Die geplanten Neubauten, in welchen rund 240 Wohnungen realisiert werden sollen, variieren in ihren Firsthöhen zwischen 17 und 38 Metern.

Entsteht hier ein Manhattan im Bonsai-Stil? Nein, aber neue Wohnungen unmittelbar beim Bahnhof und nicht auf der grünen, unverbauten Wiese. Deshalb hätten sich einzelne Sozialdemokraten für das Swissprintersareal noch mehr Verdichtung gewünscht. Apropos 38 Meter Höhe: Der Zofinger Kirchturm ist 63 Meter hoch und die in Aarau auf dem «Torfeld» beim Bahnhof geplanten Hochhäuser werden bis zu 75 Meter in den Himmel ragen. In Baden wurde kürzlich ein 66 Meter hohes Gebäude bewilligt.

Aarau, Baden und Zofingen sind in ihren Regionen Zentrumsstädte. Sie haben dank dieser Funktion beste Anbindung an den öffentlichen Verkehr – insbesondere an die Bahn. Sie beherbergen Kantons- und Berufsfachschulen, sind Standorte von Spitälern. Das sind Vorteile, auf die Agglomerationsgemeinden mit Neid blicken. Eine Zentrumsgemeinde muss sich, damit sie dies bleibt, entwickeln – geordnet und mit Qualität, wie das der Einwohnerrat mit der BNO beschlossen hat. Zofingen wächst überproportional? Im Gegenteil. 2015 gab es 11 687 Einwohner – 2018 waren es 11 713.

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