Produkte für die Bahnen der Welt kommen aus Murgenthal

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Hier entstehen Isolatoren, die anschliessend in die Dachboxen von Lokomotiven eingebaut werden. bkr

Die Schweiz ist ein Bahn-Land. Nirgendwo gibt es derart viele Meter Schiene pro Einwohner. Entsprechend breit war einst auch die Bahnindustrie aufgestellt. Die Schweizerische Lokomotivenfabrik, BBC, Schindler oder SIG als Beispiele waren bis in die 1990er Jahre Lieferantinnen und Lieferanten von Rollmaterial. Tempi passati.

Der Niedergang des Bahngeschäfts dieser Firmen brachte auch Gewinner hervor. An erster Stelle zu nennen ist die Stadler Rail. Peter Spuhler könnte seine Schienenfahrzeuge jedoch ohne Zulieferfirmen nicht produzieren. Mit an «Bord» ist die Richard AG aus Murgenthal. Sie ist ein 1906 gegründetes Traditionsunternehmen, das seit 1913 – damals für BBC – Stromabnehmer fabriziert. Dass man gegen internationale Konkurrenz bestehen kann, begründet Geschäftsführer Hanspeter Jutzi damit, nicht im Massengeschäft tätig zu sein, sondern Kleinserien herzustellen. «So können wir optimal auf Kundenwünsche eingehen.» Als Beispiel nennt Produktionsleiter Andreas Zaugg Doppelstockzüge im US-amerikanischen Silikon Valley, für die Stalder Rail den Zuschlag erhalten hat. Trotz America first: «Die Richard-Produkte sind unter anderem mit dem Hauptschalter und dem Stromabnehmer prominent auf dieser Plattform vertreten, da es um eine Speziallösung und nicht eine Serienfertigung geht.» Richard-Produkte seien zudem auf Zügen der Hersteller Siemens und Bombardier vertreten.

In der Bahnindustrie gilt klein, kompakt und leicht. «Der Richard AG werden die Schnittstellen und die Platzverhältnisse zur Verfügung gestellt, für welche wir dann die Speziallösung entwickeln und konstruieren», sagt Zaugg. Zu diesen gehört der Stromabnehmer sowie der Hauptschalter der Lokomotiven und Triebzüge – dessen Kontakte sich in einem Vakuum öffnen und trennen. Auch Dachleitungstrenner und Wagenübergänge gehören zum Sortiment der Richard AG. Heute sind vorwiegend Silikonisolatoren im Einsatz. Nach wie vor stellt die Richard AG aber auch Porzellanisolatoren her, welche in diversen Ländern noch immer Verwendung haben. Soll eine Lokomotive ihre Wagen über Landesgrenzen hinweg ziehen, ist ein Systemwahlschalter nötig – in der Schweiz herrscht im Fahrdraht eine Spannung von 15 Kilovolt, in Italien eine solche von 3 kV. «Wir können Komplettlösungen in sehr kurzer Zeit realisieren», sagt Hanspeter Jutzi dazu. Komplett heisst für Produktionsleiter Zaugg, dass verschiedene Produkte vereint in einer Dachboxe als Systemlösung, welche fixfertig verkabelt – bereit zum Einbau – geliefert werden.

Angst vor der Zukunft hat man bei der Richard AG mit ihren 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht. Zum einen ist Flexibilität auf dem Markt gefragt – zum anderen müssen Lokomotiven gewartet werden, was auch für die Richard-Lösungen gilt. Die Nachfolge ist bei der Richard AG geregelt. Im Rahmen eines Management-Buyouts übernehmen Produktionsleiter Andreas Zaugg, Roman Sommer (Finanzen) und Verkaufsleiter Christoph Odermatt die Aktienmehrheit der Familie Jutzi.

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Andreas Zaugg, Christoph Odermatt und Roman Sommer übernehmen die Aktien von Hanspeter Jutzi (zweiter von links) und seiner Familie.
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