Gerangel um einen Gemeinderatssitz

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Die drei Kandidatinnen für die Gemeinderatsersatzwahl: Die parteilose Carmen Hodel, Andrea Baumgartner (SVP) und Rosmarie Brunner (CVP). (Fotos zvg)

Durch die stille Wahl von Michaela Tschuor zur neuen Gemeindepräsidentin von Wikon ist ein Sitz im Gemeinderat frei geworden. Am 2. Juni findet die Ersatzwahl statt. Die parteilose Carmen Hodel-Kaufmann, SVP-Mitglied Andrea Baumgartner und CVP-Präsidentin Rosmarie Brunner haben ihre Kandidatur eingereicht. Was ist ihre Motivation?

Carmen Hodel Kaufmann ist im Hintermoos aufgewachsen und lebt dort in einem Drei-Generationen-Haus. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die 47-jährige Kauffrau und ausgebildete Sozialpädagogin hat mehrere Jahre in der Auffangstation Olten gearbeitet und leitete zeitweise das begleitete Wohnen in der Villa Erika in Nebikon. Während ihrer Arbeit als Sozialpädagogin hat sie sich in Alternativmedizin ausbilden lassen und betreibt heute mit ihrer Mutter ihre Gesundheitspraxis in Brittnau.

Zu ihrer Motivation erklärt sie, man habe sie von SP-Seite angefragt, ob sie allenfalls am Amt der Sozialvorsteherin interessiert sei. Hodel ist parteilos, will es auch bleiben und war politisch bisher nicht aktiv. Sie hat sich nach reiflicher Überlegung entschieden, die Kandidatur zu wagen. «In Wikon kennen mich wohl die wenigsten», sagt Hodel, «aber ich kann versichern, dass ich motiviert bin, mich mit meinen beruflichen und persönlichen Qualifikationen für Wikon einzusetzen und mich sachlich und fachlich und mit gesundem Menschenverstand für meinen Wohnort zu engagieren.»

Hodel vermutet ein Kommunikationsproblem im Gemeinderat. Sie sei sich gewohnt, im Team zu arbeiten, hinzustehen und ihre Meinung sachlich und konstruktiv einzubringen. Die Kandidatin wünscht sich «mehr Sach- statt Parteipolitik», dass im Gemeinderat wieder Ruhe einkehre und alle gemeinsam an einem Strick zögen.

Die 41-jährige Andrea Baumgartner ist gelernte Bäuerin und führt mit ihrem Mann einen Landwirtschaftsbetrieb mit Mutterkuhhaltung im Hintermoos. Sie ist Mutter dreier Kinder. Baumgartner ist SVP-Mitglied und kandidierte im Herbst für den Kantonsrat. Nun will sie auf Gemeindeebene ihr Glück versuchen. Durch ihre persönlichen Erfahrungen in Familie und Beruf fühlt sie sich angesprochen, das Amt der Sozialvorsteherin zu übernehmen. «Ich finde das Ressort Soziales interessant und abwechslungsreich», sagt sie. Ihr sei wichtig, dass die Sozialleistungen in Wikon nicht noch mehr ausgebaut würden. Sie spricht von «Missbrauch». Was sie konkret meint sowie Fragen zu den früheren Problemen im Gemeinderat will sie «vorerst nicht beantworten». Baumgartner engagiert sich im Vereinsleben, ist Landwirtschaftsbeauftragte der Gemeinde Wikon und Mitglied in den Kommissionen für Biodiversität und Siedlungsleitbild.

Rosmarie Brunner ist 46 Jahre alt. Sie hat vier Kinder und führt mit ihrem Mann einen Bio-Bauernhof. Daneben ist sie als Redaktorin mit einem 50-Prozent-Pensum beim «Oberwiggertaler» und «Surentaler» tätig. Dazu kommt ihr politisches Engagement als CVP-Ortsparteipräsidentin und Vorstandsmitglied der CVP Wahlkreis Willisau.

Rosmarie Brunners Motivation ist politischer Natur. «Es braucht jetzt Leute im Gemeinderat, die Brücken bauen können und gut vernetzt sind im Dorf», sagt sie, «und ich denke, das bin ich.» Brunner hat nach ihrer Ausbildung als Typografin die Matur absolviert und danach Geschichte, Deutsch und Politologie studiert. Das Amt als Ressortvorsteherin Soziales traut sie sich zu. «Als Historikerin und Journalistin bin ich es gewohnt, mich in neue Fachgebiete einzuarbeiten», sagt sie.

Es brauche jetzt Teamplayer im Gemeinderat, Leute, die kooperativ seien und gut kommunizieren könnten. Bei einer Wahl würde Brunner ihren Job als Redaktorin aufgeben. Gesundheits- und Sozialpolitik seien wichtige Pfeiler der Gemeinde, sagt sie. Dringende Themen wie Strategien zur Pflege von Demenzkranken, Palliativ Care oder der Hausärztemangel stünden an und müssten gelöst werden – und zwar so, dass sie für die Gemeinden finanziell verkraftbar wären. «Man darf aber nicht nur kürzen. Wo diese Sparpolitik hinführt, hat man beim Kanton gesehen.»

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