Siegfried AG: Dem Wachstum verpflichtet

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247 Aktionärinnen und Aktionäre, die 58 Prozent des Kapitals vertraten, nahmen an der Generalversammlung teil. (Bild: bkr)

Ein Himmel, phasenweise so blau wie der Siegfried-Schriftzug – ein Aktienkurs mit Tendenz zum Höhenflug und eine Dividende, welche um 20 Rappen auf 2,60 Franken angehoben wurde. Der gestrige Mittwoch war für die Aktionärinnen und Aktionäre der Zofinger Pharmazulieferin ein Freudentag. Aber es gibt auch den einen oder anderen Wermutstropfen, auf welchen Verwaltungsratspräsident Andreas Casutt die Eigentümerinnen und Eigentümern der Siegfried AG in seiner Ansprache aufmerksam machte.

Zwar habe das Unternehmen 2018 Rekordmarken bei Umsatz und Betriebsgewinn gesetzt – der Reingewinn ist um 16,7 Millionen auf 57,5 Millionen Franken gestiegen. «Ich möchte aber nicht verhehlen», sagte Casutt – «dass wir mit dem Resultat nicht ganz zufrieden sein dürfen. Wir haben zwar ein Rekordjahr hinter uns; aber auch die Vorjahre waren aufgrund unseres Wachstums über Zukäufe sehr gute Jahre.» Man habe für 2018 ein Wachstum im höheren einstelligen Prozent-Bereich angestrebt – dieses Ziel sei verfehlt worden. Es bleibe deshalb noch viel zu tun – «gut ist indessen, dass wir wissen, wo wir ansetzen müssen.»

Mit dem Markt wachsen

Ein Punkt ist, dass Siegfried im Wachstumsmarkt der Pharmazulieferung als Unternehmen mitwachsen muss, wie der neue CEO Wolfgang Wienand in seinem Referat aufzeigte. Unternehmensgrösse sei auf diesem stark fragmentierten Markt mit Umsatz und Rendite gleichzusetzen. Siegfried sehe sich zwar unter den Top 6, habe aber die nötige Grösse noch nicht erreicht. VR-Präsident Casutt denkt deshalb an den Zukauf geeigneter Firmen – «was aber nicht heisst, Abenteuer einzugehen.» Zukäufe will Casutt teilweise mit neuen Siegfried-Aktien finanzieren.

Mangel an Fachleuten

Am Konzernsitz Zofingen hat das Unternehmen in ein neues Betriebsgebäude investiert – dieses müsse nun «rasch vorwärtsgebracht werden». Mit zusätzlicher Peripherie soll die Anlage 2019 produktiver werden. «Zofingen ist ein teurer Standort, das sehen wir noch klarer, seit wir mehrere Wirkstoffproduktionen in verschiedenen Ländern besitzen», sagt Casutt. Aber auch, dass der eingeleitete Prozess nicht zwingend mit einem Stellenabbau verbunden sein muss. So wurden 2018 in Zofingen 40 neu Arbeitsplätze im Laborbereich geschaffen. «Im Moment suchen wir in Zofingen mehr als 20 neue Mitarbeitende und haben Mühe, diese zu finden.» Man suche nicht nur in der Schweiz, sondern auch im nahen Ausland. Ohne Personenfreizügigkeit würde die Situation noch deutlich anspruchsvoller aussehen. Fazit: «Zofingen wird weiterhin die zentrale Rolle in unserem Netzwerk spielen», sagt Casutt.

Zu den statutarischen Geschäften der Generalversammlung gehörte auch die alljährliche Wahl des Verwaltungsrats. Die bisherigen Mitglieder wurden ohne Wenn und Aber wiedergewählt. Neu gehört dem Aufsichtsgremium der ehemalige Siegfried-CEO Rudolf Hanko an.

Nennwerterhöhung von zwei auf 27 Franken

Clevere Optimierung der fälligen Steuern

Zwei Franken beträgt der Nennwert der gestern an der Börse mit 376 Franken gehandelten Siegfried-Aktie. Den Nennwert – die Zahl auf dem Wertpapier – hat die Generalversammlung auf künftig 27 Franken angehoben, in dem sie eine Umwandlung der Kapitaleinlagereserven in Aktienkapital beschlossen hat. Dieser Entscheid fusst auf einem steuerlichen Hintergrund. In den letzten Jahren – so auch für 2018 – konnte Siegfried seinen Aktionären die Dividende steuerfrei mit Geldern aus der Einlagereserve bezahlen. Am 19. Mai wird über die AHV-Finanzierung und Steuerreform (STAF) abgestimmt. Bei einem Ja ist es Unternehmen nicht mehr möglich, auf diesem Weg verrechnungssteuerfrei Ausschüttungen zu tätigen. Deshalb schlug der Verwaltungsrat vor, die Einlagereserven in Nominalkapital umzuwandeln. Es findet eine Kapitalerhöhung statt, ohne dass die Aktionäre neues Kapital einbringen müssen. Auch zusätzliche Aktien werden nicht geschaffen – womit keine «Verwässerung», keine Verluste beim Börsenkurs drohen. Der Sinn, respektive der Trick: Siegfried AG kann auch künftig ihren Aktionären steuerfreie Ausschüttungen bieten – indem sie sukzessive das Kapital, denn Nennwert der Aktien wieder herabsetzt.

In einem weiteren Beschluss hat die Versammlung den Verwaltungsrat ermächtigt, bei Bedarf fünf Prozent mehr Aktienkapital zu schaffen – dies im Zusammenhang mit allfälligen künftigen Firmenübernahmen, die zu einem Teil mit Aktien statt Bargeld berappt werden sollen. (bkr)

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Bild: bkr
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