Ihr Masochisten!

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Kilometerlang stauten sich am Osterwochenende wieder die Autos am Gotthard. Von Mittwoch bis Karfreitag gegen Süden. Danach Richtung Norden. So wie immer. Als ich jeweils noch samstags bei Radio Inside moderierte, wiederholte ich in den Verkehrsinformationen gebetsmühlenartig den Satz: «Reisenden in Richtung Süden wird empfohlen, via Chur–San Bernardino auszuweichen». Doch den Reisenden zu empfehlen, den Gotthard zu meiden, ist wohl in etwa so wirkungsvoll, wie wenn der Speaker eines Fussballstadions die «Fans» darauf aufmerksam macht, dass das Zünden von Pyros verboten ist. Dabei müsste in der heutigen Zeit, in der die Navigationsgeräte Staumeldungen anzeigen und sogar eigenständig Alternativrouten vorschlagen, sogar den ortsunkundigen Deutschen und den campierenden Holländern zuzutrauen sein, den Gotthard über die Ostertage zu meiden.

Fairerweise muss man bedenken: Die Umfahrungsempfehlung «San Bernardino», welche im Radio jeweils prominent propagiert wird, lohnt sich längst nicht für alle gleichermassen. Geht man davon aus, dass ein Kilometer Stau einer Wartezeit von zehn Minuten entspricht und auch der Verkehr auf der San-Bernardino-Route nicht durchgängig flüssig verläuft, lohnt sich die Umfahrung für Reisende aus Basel und weiter nördlich erst ab einer Staulänge von ungefähr zehn Kilometern. Zofinger, Berner und Luzerner tun ab etwa acht Kilometern gut daran, über das Bündnerland zu reisen. Für Zürcher lohnt es sich bereits ab sechs Kilometern definitiv. Doch ich stelle mir viel eher die Frage, weshalb sich Menschen überhaupt so etwas antun. Wieso opfert man wertvolle Stunden seiner Ostertage, um Zeit in einer Blechkolonne zu verbringen? Klar, viele Leute haben ihre Familien im Tessin oder in Italien, welche sie über Ostern besuchen möchten. Doch für alle anderen gäbe es doch so viele schöne Alternativen, um die Ostertage zu verbringen, für die man nicht Stunden im Stau zu stehen braucht. Besonders dann, wenn über die Ostertage auch auf der Alpennordseite schönes Wetter herrscht. Mir scheint jedoch, dass viele Leute derart masochistisch veranlagt sind, dass ihnen das «Im-Stau-Stehen» Freude bereitet und sie diese Herausforderung bewusst suchen. Jedem das Seine. Ich versteh’s nicht.

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