Matthäus-Passion: Ein Meisterwerk zur Besinnung

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Die beiden Chöre Aargauer Kantorei und das Zürcher Collegium Vocale Grossmünster in der Stadtkirche Zofingen.YGl

Im Jahr 1727 in der Thomaskirche in Leipzig: Mit der Matthäus-Passion wurde den Menschen der damaligen Zeit die Geschichte um den Verrat und die Hinrichtung von Jesus Christus erzählt. Diese oratorische Passionsvertonung währte schon ein halbes Jahrhundert, doch niemand konnte zu dieser Stunde ahnen, dass Johann Sebastian Bach ein historisches Werk geschaffen hatte, dass so in der ganzen Musikgeschichte nicht wieder erreicht werden sollte. Die Passion stellt die musikalische Verarbeitung des biblischen Textes dar, aus der Überlieferung des Evangeliums.

Johann Sebastian Bach hatte in der Matthäus-Passion die Ereignisse um Jesu Hinrichtung vertont, so wie sie Martin Luther aus den Überlieferungen des Evangelisten Matthäus übersetzt und niedergeschrieben hatte.

Zwei Chöre, ein Orchester

Am Ostersamstag erklang die Matthäus-Passion kraftvoll in der Stadtkirche Zofingen. Aufführende waren die Aargauer Kantorei, das Collegium Vocale Grossmünster aus Zürich und «La Chapelle Ancienne» aus Aarau. Die Leitung hatte Kantor Daniel Schmid.

Beeindruckend am Werk von Johann Sebastian Bach sind die wunderbar eingesetzten musikalischen Möglichkeiten. Die Klangfarben des Rezitativs und der Arie sind so gesetzt, dass – je nach Person, die Erzähler ist – sich die Begleitung wandelt. Der Chor, aufgeteilt in zwei Klangkörper links und rechts im Chorraum der Kirche, hatte die Aufgabe, das Erzählte zu reflektieren und dem Oratorium mit den immer wiederkehrenden Chorälen eine abrundende Form zu geben. Dahinter steckte höchste kompositorische Arbeit sowie subtile und fundierte Umsetzung der Interpreten in der Stadtkirche Zofingen.

Zum Orchester «La Chapelle Ancienne» mit historischen Instrumenten hatten sich 1999 Musikerinnen und Musiker zusammengefunden, welche an der Schola Cantorum Basiliensis oder im Ausland historische Aufführungspraxis studiert hatten. Der Klang des Orchesters führte und unterstrich den Chorklang und begleitete die Solos. Die jungen Sängerinnen und Sänger traten solistisch hervor, ohne sich in den Vordergrund stellen zu wollen. Der Zuhörer wünschte sich manchmal sogar, dass sich die Stimmen noch mehr hervorzutreten wagten, was aber auch an der Akustik der Kirche liegen konnte.

Kantor Daniel Schmid führte durch drei Stunden musikalischen Erzählens der Leidensgeschichte Jesu. Differenziert ausgearbeitet unterstrich er mit seiner Interpretation den Anspruch, den Johann Sebastian Bach gehabt hatte: Das Oratorium stellt an den Hörenden eine Einladung dar, in die Stimme der Gemeinde innerlich einzustimmen und sich der Andacht der Verkündigung der biblischen Texte hinzugeben.

So heisst es im Schluss-Choral: «Wir setzen uns mit Tränen nieder und rufen dir im Grabe zu, ruhe sanfte, sanfte ruh.» Es war eine fast dreistündige intensive Aufführung einer grossartigen tief christlichen Musik.

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