Emil ist wieder da – und bringt seine Klassiker auf die Bühne

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Emil im Gourmetrestaurant. © Ursula Hersperger

Seit seinen Anfängen als Kabarettist sind über 50 Jahre vergangen. Doch wie er da auf der Bühne steht, ist er fast noch der Gleiche: Leicht hängende Schultern, gesenkter Kopf und wacher Blick, nur die Haare sind weisser, die Augenbrauen buschiger geworden.

Sein Gesichtsausdruck ist mal naiv, mal jovial, selten melancholisch und öfters schlecht gelaunt: Emil, die mimische Verkörperung des helvetischen Kleinbürgers, der mit seinen Ängsten, Unbeholfenheiten und Träumen Generationen in Erinnerung geblieben ist.

Mit dem Kabarett wollte der in Basel lebende Luzerner schon mehrmals aufhören. Doch nun präsentiert er mit seinem neuesten Comeback noch einmal ein zweistündiges Abendprogramm mit viel Bekanntem.

Wie zuletzt in «Emil – No einisch!» (2015) vermischt er frühere Nummern mit neuen, erweitert und kürzt alte Sketches und bezieht auch immer wieder das Publikum ein. Dass er ab und zu während des Applauses kurz vor sich hin lächelt, zeigt, dass es ihm selbst noch viel Spass macht.

So erscheint Emil als unermüdlich, geistig und körperlich fit und mit starker Bühnenpräsenz. Am meisten gefallen die Figuren aus den alten Nummern: Der schlaflose Zeitgenosse, der sich in seinen Gedanken wie auch mit der Bettdecke verheddert. Der gewissenhafte, zunehmend verzweifelte Staatsbürger beim Ausfüllen der Steuererklärung. Oder der Vater des 14-jährigen Hardy, der die elterliche Wohnung zur Töffliwerkstatt umfunktioniert, bis seine Erzeuger im Keller übernachten müssen.

Sein Humor ist schonend und verletzt niemanden. Oft sind es ärgerliche Nebenerscheinungen der Technik, die das Publikum zum Lachen bringen. Aber auch wenn Emil Bikes, Elektroautos und Drohnen auffahren lässt – die klassischen Technik-Sketches haben etwas Staub angesetzt. So halten einem etwa die Tücken eines Kamerastativs kaum mehr auf Trab.

Seine Figuren würden bei vielen Leuten weiterleben, sagt «Emil national» und hat damit recht. Offen bleibt, ob sein Kabarett heute Jüngere ebenso begeistern kann, die die alten Programme nicht kennen.

Dafür kann sein Witz auch einmal überspringen: Als ein Zuschauer einen Zettel mit einer Zugabe ziehen soll, nennt der Mann im Publikum spontan eine gar nicht existierende Nummer. Der überraschte Emil quittiert den Scherz lachend – und spielt als Zugabe statt des vorgeschlagenen «Kung-Fu-Kämpfers» dann doch den «Stimmenzähler» aus dem Repertoire.

«Alles Emil, oder?!», Theater Fauteuil, Basel. Bis 9. Juni. Ab Ende Oktober auf Deutschschweizer Tournee.

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