Remo Murer aus Muhen ist der Dirigent der Turnerinnen

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Der Müheler Remo Murer ist ins Inszenieren hineingewachsen. (Bild: Friedli/STV)

Seit drei Jahren ist Remo Murer an der Arbeit. Seit Januar hatte er kein freies Wochenende. Der 40-jährige Müheler ist am Eidgenössischen Turnfest (ETF), das vom 13. bis 23. Juni in Aarau stattfindet, verantwortlich für die «offiziellen Events». Das sind die Eröffnungsfeier auf der Schachen-Arena, einer Open-Air-Bühne, die Schlussfeier der Jugend in der Mitte des Festes und, der Höhe- und Schlusspunkt: die Schlussfeier mit 2000 Beteiligten – «eine ganz grosse Kiste» – im Brügglifeld, die vom Fernsehen direkt übertragen wird.

Tausende von Mitwirkenden müssen wissen, was sie wann wo zu tun haben, eine Herkulesaufgabe. «Ich habe keine schlaflosen Nächte, aber viele intensive Tage», sagt Remo Murer. Den Überblick zu behalten, das sei extremes Brainjogging: «Was habe ich mit wem besprochen?». Mit der Kommunikation stehe und falle alles. Eine Excel-Tabelle mit allen Daten und Informationen hilft ihm. Murer hat Erfahrung vom Turnfest in Biel, als er «nur» für die Eröffnung zuständig war. «In Aarau kann ich alle drei Anlässe machen und dafür sorgen, dass sich ein roter Faden durchzieht», sagt er.

Remo Murer hat zudem für die 240 Damen seiner Aargauer Truppe, die an der Schlussfeier teilnimmt, die Kleider selber genäht. Es macht ihm offensichtlich Spass, Leute zu führen. Das fing früh an. Man rechne: Der Mann ist jetzt 40 und hat vor 26 Jahren die Jugend-Gymnastik-Gruppe im Damenturnverein Muhen übernommen. Und dies als einziger Mann in einem Sport, der fast ausschliesslich von Frauen ausgeübt wird. Sechs Mal wurde er Schweizer Meister, stets in Konkurrenz zu Frauen. Beweglichkeit, absolute Präzision, Anmut in der Bewegung, ein optimales Zusammenspiel von Bewegung und Musik erreichen: Das sind Voraussetzungen beziehungsweise Kriterien der Bewertung. «Das ging nicht ganz ohne Schmerzen ab», sagt Remo Murer und denkt an den Spagat als Herausforderung: «Aber am Ende muss es leicht und anstrengungslos aussehen.»

Tote Punkte nerven
«Ich bin ein kritischer Beobachter, sehe Schwächen, aber auch Sachen, die funktionieren», sagt Remo Murer von sich. Er spricht Turnervorstellungen an. Seit mehr als 20 Jahren ist er zuständig für die Turnshows der Turner von Muhen und deren Mottos: Musical, Märchen, Filme. «So bin ich ins Inszenieren hineingewachsen», sagt er. Und es nervt ihn, wenn ein Programm tote Punkte hat: «Man muss das Publikum führen.» Das gelinge, wenn alle Teilnehmenden mit Feuer und Flamme dabei seien. «Schon fertig?», dies sei das schönste Kompliment für eine gute Show.

Am ETF will Remo Murer den Festbesuchern Aarau näherbringen, und zwar mit den verschiedenen Gruppen aus der ganzen Schweiz: vier Sprachregionen, Altersgruppen vom Muki-Turnen bis zu den Seniorenturnerinnen. Das Brauchtum (Maienzug, Bachfischet) kommt ebenso auf die Bühne wie die Kultur (Kunsthaus) und der Sport (Pferderennen). «Ich spiele auch mit Klischees, wenn Kinder als Rüebli auftreten», sagt Remo Murer. Wie ein grosser Kindergeburtstag komme die Schlussfeier der Jugend als Abschluss der ersten Festwoche daher. «Der Kunstturner Oliver Hegi wird einen Auftritt haben und zum Sporttreiben motivieren», verrät Murer.

Spass statt Schinderei
Warum betreibt er selber nicht Kunstturnen, macht nicht Leichtathletik? Remo Murer lacht: «Ich war als Bub gertenschlank und knochendürr.» Für die Leichtathletik habe er kein Talent gehabt, fürs Kunstturnen habe ihm die Kraft gefehlt: «Das war mir auch zu statisch, und ich bin mit 1,83 Metern zu gross.» Die Rhythmische Gymnastik mit Ball, Bändern, Keulen, Reifen, Seil wars für den Individualsportler. «Spass, nicht Schinderei mit gesundheitlichen Spätfolgen», sagt Remo Murer, und man spürt seine ungebrochene Begeisterung für diesen Sport.

Jeden Mittwoch steht er in Muhen in der Turnhalle und leitet das Training des Damenturnvereins, zeigt vieles vor und übt selber vor dem Spiegel, macht Videos und verschickt sie den Frauen, damit sie zu Hause üben können. Das sollen auch «seine» 240 Aargauerinnen beziehungsweise deren Riegenleiterinnen tun, die am Schlussevent des ETF dabei sind. Fünf Zusammenzüge reichen da nicht aus.

Und woher kommen Ideen für neue Choreografien? Er gehe mit offenen Augen durch die Welt, sagt Remo Murer, der beruflich als Leiter Prüfungszentrum an einer höheren Fachschule arbeitet, die unter anderem Wirtschaftsinformatiker, Informatiker und Systemtechniker ausbildet. Die Natur, Blumen, Blüten, rege an, doch «die besten Ideen habe ich unter der warmen Dusche».

Spezielle Shows
Während des Eidgenössichen Turnfests (ETF) finden in der Turnfest-Arena im Schachen Aarau fünf grosse Shows statt. Am Donnerstag, 13. Juni, geht die Eröffnungsfeier (20.30 bis 22 Uhr) über die Bühne. Zu sehen ist ein Querschnitt durch den Turnsport, den Kanton Aargau und die Stadt Aarau. Am Freitag, 14. Juni, und am Samstag, 15. Juni, je 20.30 Uhr wird das National Danish Performance Team auftreten. Am Freitag, 21. Juni, und am Samstag, 22. Juni, je 20.30 Uhr, ist die Turnfest-Show «Follow our Passion» zu bestaunen. Mit dabei sind viele Spitzenvereine. Der Ticketvorverkauf läuft unter aarau2019.ch.

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