Trotz «Anti-Durst-Wetter» liessen 11'000 die Becher kreisen

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Die 60 Brauereien im grossen Zelt konnten sich über Zuspruch nicht beklagen. © Hanspeter Bärtschi

Durstig war das Wetter nach dem Kälteeinbruch am Freitag nicht gerade, aber davon war in und hinter der Reithalle wenig zu spüren. «Die Biertage sind erfolgreich verlaufen, und es kamen sehr viele Leute», misst Alex Küenzle von der organisierenden «Öufi»-Brauerei dem leichten Besucherrückgang keine grosse Bedeutung bei. «Über die drei Tage hatten wir vielleicht 1000 Eintritte weniger», bestätigt er den Eindruck nicht nur am Kassenhäuschen, sondern auch auf dem gesamten Areal. Allerdings, wo es ein bisschen trocken war, liessen sich die Bierfans trotz der kühlen Nachttemperaturen auch draussen noch nieder – die Reithalle selbst war ständig gut besetzt und Sitzplätze dort ein rares Gut.

Nicht ganz wie gewohnt auf Touren kamen einige Food-Anbieter, «doch unser Ziel ist es zuletzt gewesen, dass die Leute nicht eine halbe Stunde für ihre Verpflegung anstehen müssen», erklärt Künzle die Aufstockung des Angebots um Crèpes sowie Bratwurst und Pommes. Doch bei diesem Angebot wolle man es jetzt bewenden lassen.

«Alle wollen wieder kommen»

Besonders positiv sei das Feedback der über 60 Brauereien gewesen. «Alle wollen wiederkommen und von mir das Versprechen, dass sie erneut dabei sein können.» Er habe regelrecht aufpassen müssen mit Zugeständnissen, so Alex Künzle, «denn ich möchte auch künftig auswählen können, wer dabei ist.» Aber selbstverständlich würden langjährige, treue Aussteller weiterhin berücksichtigt. «Die Biere sind professioneller geworden und die Stände origineller», hat Künzle weiter festgestellt. Besonders aufgefallen sind ihm die Importeure «Baladin» aus dem Piemont und «Amstein», spezialisiert auf belgische Craft-Biere. «Beide möchten wieder dabei sein - und zwar mit grösseren Ständen.»

Bier-Kompetenz am Wachsen

Auffällig oft kreisten an den Bierständen ganze Sortiments-Paletten in den kleinen Degu-Gläschen. Ein Trend, den nicht nur Alex Künzle feststellt, sondern auch viele Aussteller: «Vor zehn Jahren verlangten 50 Prozent der Besucher noch einfach ein Helles. Heute wissen die meisten sehr gut Bescheid über die verschiedenen Biere, kennen den Unterschied zwischen ober- und untergärig – das Fachwissen hat enorm zugenommen.» Ein anderer wichtiger Punkt für den Organisator der Biertage: Das Publikum sei sehr «zfriede» und anständig gewesen. «Sowohl unser Sanitätsdienst wie auch unsere Security hatten so gut wie nichts zu tun.» So habe er beispielsweise die Brauer der Bündner Brauerei Bira Engadineisa gefragt, ob ihre schönen Holzplättchen für die Degu-Gläser nicht abhanden kämen. «Nein, die Leute hier sind ehrlich», bekam Künzle zur Antwort.

Keine Diskussion gibts auch zum Standort Reithalle: «Er ist super. Mir wurden schon das CIS-Center oder das Attisholz vorgeschlagen. Aber das ist unmöglich. Wir brauchen für unser Publikum eine gute öV-Anbindung», meint er auch im Hinblick auf die festgestellten, strengen Polizeikontrollen. Reserviert sei das Areal jedenfalls schon für das nächste Jahr – noch ungewiss sind für Künzle aber allfällige Auswirkungen des geplanten Neubaus hinter der Reithalle (wir berichteten).

Grenzen des Wachstums?

Bei den Pit-Stops erfährt man einiges über die Motivation, aber auch «Sörgeli» der Brauer. «Landskroner Bräu», drei Jungs aus Hofstetten an der französsichen Grenze. Ein ambitionierter Stand, hervorragende Biere wie das getestete «Brunette». Doch «eine eigene Beiz wär schon toll, aber eher im vorderen Leimental», verrät der neben Dominik Neff und Raphael Stöckli dritte Brauer, mit dem typischen Schwarzbuben-Namen Luca Siciliano. «Semiprofessionell» seien sie unterwegs, im Gegensatz zum Bucheggberger Bier, das Douf Kipfer 2009 mit begründet hatte. Doch er weist auf ein fast unheimliches Phänomen hin: Damals – bei nur 25 Ständen in der Reithalle – «gründeten wir die 365. Brauerei in der Schweiz.» Heute zählt die eidgenössische Alkoholverwaltung über 1100 steuerpflichtige Betreibe – Trend: weiter steigend.

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Bild: Hanspeter Bärtschi
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