Kampfwahlen: Nur einer schafft es in den Gemeinderat

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Archibild (Leemann)
Marianne Kamber, 1959, SVP, neu: Seit zehn Jahren führt die 59-Jährige ein Coiffeurgeschäft in Rothrist. 1997 gründete und leitete sie die Spielgruppe Oktopus. Später rief Marianne Kamber das Aufgabenzentrum und den Schülermittagstisch ins Leben. In der Schulpflege wirkte sie acht Jahre als Vizepräsidentin und Präsidentin. Sie präsidierte den fremdsprachigen Rat, war in der Jugendkommission und der Schwimmschule. Aktuell engagiert sich die Mutter von zwei erwachsenen Kindern im Vorstand des Gewerbevereins und der Ortspartei SVP. «Wichtig ist mir die Gesunderhaltung des Budgets, der Schule und des Sozialen.»
Stefan Schmitter, 1968, parteilos, neu: Der 50-jährige ICT-Techniker und zweifache Familienvater ist durch die Mitgliedschaft in der Ortsbürgervereinigung eng mit Rothrist verbunden. Stefan Schmitter engagiert sich in diversen Kommissionen wie Verkehr und Bau. Bis Ende 2018 stand er bei der Feuerwehr Rothrist während 16 Jahren im Einsatz. Als Schulpfleger wirkt er die zweite Legislatur. Investitionen in der Bildung sind gemäss Schmitter von grosser Wichtigkeit. «Gut ausgebildete Kinder sind unsere wichtigste Ressource für die Zukunft.» Dabei ist ihm wichtig, dass die finanziellen Mittel «an der Basis, also bei den Kindern, ankommen».
Martin Bossert, 1972, EDU, neu: Der IT-Manager und Abteilungsleiter ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter. Der 47-Jährige ist nebenamtlich Dozent an einer Höheren Fachschule für Logistik und engagiert sich seit 25 Jahren politisch. Martin Bossert ist Vizepräsident der Schulpflege Rothrist, Vorstandsmitglied der EDU Rothrist und Vizepräsident der EDU Aargau. Zudem ist er in der Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde Rothrist und wirkt ehrenamtlich in der Gate 48 Community mit. «Mein Herzenswunsch ist, Rothrist in den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Verkehr und Kultur für die aktuellen und künftigen Herausforderungen zu stärken.»

Martin Bossert (EDU), Marianne Kamber (SVP) und Stefan Schmitter (parteilos) wollen die Nachfolge von Alt-Vizeammann Adrian Schmitter (SVP) antreten. Schmitter hat aufgrund einer Darmkrebs-Erkrankung sein politisches Amt Ende Januar niedergelegt. Er war seit 2014 im Gemeinderat und wurde 2017 bei den letzten Wahlen zum Vizeammann gewählt. Seine Funktion als CEO des Kantonsspitals Baden behält der 59-Jährige. Für die Rothrister Exekutive bedeutet Schmitters Demission, dass sie den vakanten Gemeinderatssitz sowie den Vizeammannposten während der laufenden Amtsperiode 2018–2021 neu besetzen muss. Wer bald mit am Tisch im Gemeinderatszimmer sitzt, entscheiden die Roth-rister Stimmbürger am 19. Mai, zeitgleich mit den eidgenössischen Abstimmungen. Im ersten Wahlgang sind nicht nur die angemeldeten Kandidaten, sondern auch alle Stimmberechtigten der Gemeinde Rothrist wählbar. Als Vizeammann kann sich aber nur bewerben, wer offiziell als Gemeinderat kandidiert oder bereits gewählt ist.

Bei den Wahlen im September 2017 buhlten um die damals drei freien Sitze neun Kandidaten. Geschafft hatten es Ralph Ehrismann (FDP, neu), Hans Rudolf Sägesser (FDP, neu), Adrian Schmitter (SVP, bisher), Philipp Steffen (EVP, bisher) und Daniela Weber (parteilos, neu). Von den vier bestehenden Gemeinderäten kandidieren Philipp Steffen (EVP) und Daniela Weber (parteilos) als Vizeammann. Ralph Ehrismann begrüsst als Gemeindeammann (FDP) die «interne Lösung». «Für das Vizeammann-Amt ist es von Vorteil, schon Erfahrungen als Gemeinderat gesammelt zu haben», betont Ehrismann. Der 58-Jährige amtet seit Anfang 2018 in einem Teilzeitpensum als Ammann. Erleichtert ist er, dass bei der Gemeinderats-Ersatzwahl drei Kandidaten zur Wahl stehen. Falls am 19. Mai niemand das absolute Mehr erreicht, kommt es am 7. Juli zum zweiten Wahlgang.

Warum wollen Sie in den Gemeinderat gewählt werden?

Kamber: Weil die Aufgaben, Geschäfte und Entscheide eines Gemeinderates sehr wichtig für das Dorf und deren Bürger sind. Hier möchte ich meinen Beitrag leisten und ich bin überzeugt, dass meine Person im Gemeinderat eine Bereicherung ist, weil ich, egal in welcher Angelegenheit, mir das nötige Wissen aneigne, um kompetentes, sachbezogenes Arbeiten möglich zu machen.

Schmitter: Rothrist ist eine attraktive Gemeinde und soll dies auch bleiben. Ich bin hoch motiviert, alles daran zu setzen, dass die Gemeinde sich gesund weiterentwickeln kann und noch besser wird. Als Parteiloser kann ich mich unabhängig und lösungsorientiert für alle Rothrister Bürger einsetzen. Ich freue mich, für die Einwohner und Einwohnerinnen tätig sein zu können und selber aktiv an der Gestaltung der Gemeinde teilnehmen zu können. Ich kann auch garantieren, dass ich für dieses zeitintensive Amt die nötigen Ressourcen aufbringen kann. Auch eine Reduktion meiner Vollzeitstelle wäre dank Unterstützung meiner Firma denkbar.

Bossert: Als Befürworter des Milizsystems erachte ich es als wichtig, dass Verantwortungsträger aus der Wirtschaft sich auch für die Gesellschaft einsetzen. Nachdem ich Führungserfahrungen im beruflichen Alltag, im Militär und in Vereinen sammeln durfte, möchte ich nun meine Erfahrungen zum Wohl der Gemeinde Rothrist einsetzen. Als Vizepräsident der Schulpflege habe ich den Gemeindebetrieb hinter den Kulissen kennen gelernt und den Puls der Bevölkerung abseits des Scheinwerferlichts wahrgenommen. Als Vater zweier erwachsener Töchter habe ich die Bedürfnisse der nächsten Generation aus nächster Nähe mitbekommen. Die Selbstständigkeit meiner Kinder erlaubt mir, mich nun verstärkt für die Bevölkerung von Rothrist einzusetzen. Weiter bin ich der Ansicht, dass mir meine kontinuierlichen Weiterbildungen helfen, Rothrist als attraktive Gemeinde zu leiten und zu gestalten.

Was wollen Sie in Ihrer Gemeinde als erstes anpacken?

Kamber: Das wird sich zeigen. Je nachdem, was im Gemeinderat ansteht und wie die Zuteilung der Aufgaben erfolgt. Wichtig ist mir beim Einarbeitungsprozess, einen guten informationsreichen Austausch zu pflegen, mir Zeit zu nehmen, um das nötige Verständnis für die anstehenden Angelegenheiten zu schaffen, sodass die gute, wertschätzende Zusammenarbeit im Gremium und in weiteren Bereichen von Anfang an gut funktionieren kann.
 
Schmitter: Dies ist stark von den Ressorts abhängig, die ich als zukünftiger Gemeinderat übernehmen werde. Sicherlich ist die Infrastruktur mit dem Verkehr und dem Gemeindewachstum eines der zentralen Themen. Dieses hat auch Einfluss auf die Gemeindefinanzen, welche entscheidend für die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten sein werden. Wir müssen eine gute Balance halten zwischen dem Sparen, damit die Steuern nicht erhöht werden müssen, und den Investitionen für die zukünftigen Entwicklungen zu einem attraktiven Standort. Dies sowohl für die Rothrister Wohnbevölkerung als auch für die lokale Wirtschaft.

Bossert: Als Erstes freue ich mich auf die Ämterverteilung und bin darauf gespannt, welche Bereiche ich übernehmen dürfte. Es ist mir wichtig, dass die Kontinuität der Führung der Gemeinde Rothrist sichergestellt ist und die bisherigen Gemeinderäte von ihrem Mehreinsatz der letzten sechs Monate entlastet werden. Einer meiner Schwerpunkte liegt in der Bildung. Die Schule Rothrist ist stark gewachsen und nun muss sichergestellt sein, dass die Qualität – insbesondere mit der Einführung des Lehrplans 21 – nicht darunter leidet. Auch im Bereich der Digitalisierung hat die Schule Rothrist noch Verbesserungspotenzial. Ein weiterer Fokus besteht darin, Rothrist besser an den öffentlichen Verkehr anzubinden und den Durchgangsverkehr besser zu lenken. Weiter ist es mir ein Anliegen, Vandalismus und Littering einzudämmen. Bei allen Aktivitäten soll aber eine Steuererhöhung vermieden werden.

Wo Sehen Sie noch Mankos in Ihrer Gemeinde?

Kamber: Die Arbeit in der Gemeinde ist nie abgeschlossen. Änderungen sind im Wandel mit der Zeit und den Bedürfnissen der Bürger und Generationen. Die strategische Aufgabe eines Gemeinderates, für die Gemeinde vorauszublicken und Entscheidungen zu fällen, was für die kommenden Jahre richtig ist, ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben. Zurückblickend erkennt man da und dort Verbesserungsmöglichkeiten. Diese zu analysieren und nötige Anpassungen zu schaffen, ist je nach Möglichkeit sicher richtig und wertvoll.

Schmitter: Die Gemeinde Rothrist ist im Gesamten sehr gut aufgestellt. Es besteht jedoch noch grosses Potenzial in der räumlichen Entwicklung. Das heisst, der Verkehr, die Gesamtüberbauungen und das Gewerbe müssen zukunftsgerichtet geplant, entwickelt und modern gestaltet werden. Das Gesundheitswesen darf dabei nicht vergessen werden, denn es werden grosse Herausforderungen, wie zum Beispiel die einer zunehmend alternden Gesellschaft, auf die Institutionen zukommen. Diese können nur in enger Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure gelöst werden. Auch die Schule muss den Schritt ins digitale Zeitalter schaffen, damit unsere Kinder optimale Voraussetzungen für eine Berufswahl oder Hochschule erreichen können. Ebenfalls die Anbindung von Rothrist an den öV, speziell die SBB, lässt zu wünschen übrig. Die weiterführenden Zuganschlüsse in die Zentren sind nur unzureichend gegeben.

Bossert: Den grössten Handlungsbedarf erachte ich beim Durchgangsverkehr und der Verkehrsführung. Hier ist eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Kanton zwingend, um die Brennpunkte beim Ibis-Kreisel und der Autobahneinfahrt zu entlasten. Auch mit der SBB ist der Austausch zu intensivieren, um eine bessere Anbindung an die Verkehrsknotenpunkte für Pendler und Schüler zu ermöglichen. Da Rothrist ein starkes Bevölkerungswachstum erwartet, ist eine Strategie bezüglich Wohnraum essenziell. Die Schule ist und bleibt ein zentrales Handlungsfeld, deren Qualität sichergestellt sein muss. Weiter sollen bürokratische Hürden, wo möglich, abgebaut werden, sodass Rothrist ein dynamischer Ort sein darf, wo sich kleinere und grössere Unternehmen gerne niederlassen, aber auch Vereine und kulturelle Aktivitäten aufleben können. Selbstverständlich kann bei allen Aktivitäten nicht mehr Geld ausgegeben werden, als eingenommen wird.

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Sehr gut

Andy
schrieb am 03.05.2019 12:43
Meiner Meinung nach haben wir die Qual der Wahl. Es sind alles gute Kandidaten!
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