Angelpunkt der Region zu sein, ist nicht gratis

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Oftringen zählt mehr Einwohner als Zofingen und erfüllt als Standortgemeinde der Erzo mit ihrer regionalen Kehrichtverbrennungsanlage und einer Abwasserreinigungsanlage – in welcher insbesondere das Schmutzwasser der Zofinger Industrie aufbereitet wird – regionale Aufgaben. Regionalzentrum aber ist Zofingen. Dass Zofingen zu diesem wurde, ist historisch gesehen nicht selbstverständlich. Das Berner Munizipalstädtchen stand vor der Gründung des Kantons im Wettbewerb mit Aarburg. Hier an der Aare – und nicht im Athen an der Wigger – hatten die Berner ihre trutzige Festung und befand sich vor dem Siegeszug der Eisenbahn ein wichtiger Hafen.

Dann der 10. März 1798. Die Franzosen nahmen Stadt und Festung kampflos ein. Das Amt Aarburg wurde aufgelöst und die regionalen Verwaltungsaufgaben innerhalb der neuen Helvetischen Republik hat Zofingen übernommen.

Wirtschaftlich? Da musste sich Aarburg nie vor Zofingen verstecken. Industrien rund um Textilien entstanden sowohl an der Aare wie an der Wigger – in Aarburg mit Bestand bis in die Neuzeit mit «Zimmerli of Switzerland». Franke ist nicht nur ein diversifizierter Grosskonzern, sondern auch eine Marke, welcher Konsumentinnen und Konsumenten regelmässig begegnen – beispielsweise in den Migros-Restaurants, auf deren Kaffeemaschinen gross der Name Franke prangt. Siegfried in Zofingen? Ein Weltkonzern. Sie und ich dürften bereits einmal ein Siegfried-Medikament genutzt haben. Wir wissen es aber nicht – Siegfried ist Pharma-Zulieferin. Das Medikament trägt den Namen des Auftraggebers.

Was also ist eine Zentrumsgemeinde? Zu ihr wird man dank der Gunst der Stunde und einer Perlenkette an Bemühungen. Auch wenn die Nationalbahn einst ein finanzieller Flop war – die Zofinger wollten es nicht hinnehmen, dass Olten und nicht ihre Stadt zum Eisenbahndrehkreuz der Schweiz wurde. Ein Drehkreuz, das ab den 90er Jahren nicht mehr allen Schienenverkehr bewältigen konnte. Die Bahn 2000 musste für die Verbindung Luzern-Bern Olten umfahren – Zofingen bekam eine direkte Verbindung nach Bern und in deren Sog das Rechenzentrum der Postfinance.

Super Bahnverbindungen, eine Kantons- und Berufsfachschule mit breitem Angebot lassen sich nur halten, wenn die Stadt weiterhin in ihre Zentrumsfunktion investiert – beispielsweise am 23. Mai mit einem Ja für den Umbau des Bahnhofplatzes und seiner Infrastruktur. Zofingen muss sich weiterentwickeln, und das geordnet – wie das die neue Bau- und Nutzungsordnung vorsieht.

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Falsches Datum und falsche Argumente (keine)

Mättu
schrieb am 06.05.2019 09:05
Sehr geehrter Herr Kirchofer. Langsam ist es zu offensichtlich, dass Sie dem Stadtrat von den Lippen lesen und keine eigenen Recherchen mehr machen. Zum Einen ist der 23. Mai ein Donnerstag. Sie meinen also wohl der 19. Mai. Zum Anderen hat der Umbau des Bahnhofplatzes absolut nichts mit der Bahnverbindung zu tun. Lediglich ein paar Parkplätze mehr und viel zu teure Veloabstelleplätze. Keiner denkt mehr mit und merkt, dass die Veloparkplätze sehr schlecht erreichbar sind und auf der falschen Stadtseite zu stehen kommen. Auch die Kosten pro Abstellplatz sind enorm. Wieso schaut eigentlich niemand mehr genauer hin und deckt die Misststände auf?
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