Kleidertauschbörse: Wie ein einziger riesiger Kleiderschrank

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Es gebe immer mehr tauschfreudige Frauen, sagt Manuela Hunziker, Präsidentin Gymfit Leerau und Mitorganisatorin der Kleidertauschbörse in Kirchleerau. Bereits zum sechsten Mal wurden im März in der Mehrzweckhalle Kleider getauscht.zvg

Ein voller Kleiderschrank und doch nichts Richtiges zum Anziehen. Anstatt neue Kleider zu kaufen, kann auch an Kleidertauschbörsen der Schrank neu bestückt werden. Das Konzept ist einfach: Wer gut erhaltene, modische Kleidungsstücke mitbringt, darf gleich viele wieder mit nach Hause nehmen. Dieses Experiment will nun auch der Elternverein Rägeboge in Kölliken wagen. Am Freitag veranstaltet er ab 19 Uhr in der Aula eine Kleidertauschparty für Frauen. Nadja Stutz freut sich «auf einen lässigen Abend, an dem man auch zusammensitzen kann». Stutz ist seit wenigen Monaten Präsidentin des Elternvereins und eine der Initiantinnen der Börse. Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist für sie Motivation, die Kleidertauschparty zu organisieren. «Man muss neue Kleider ja nicht immer neu kaufen», sagt sie. Wer in Kölliken an der Party teilnehmen möchte, muss mindestens ein Kleidungsstück zum Tausch mitbringen und einen Eintritt von 10 Franken bezahlen. Im Eintritt ist ein Cüpli oder ein alkoholfreier Drink inbegriffen. Kleider, Modeschmuck, Halstücher, Hüte oder Handtaschen – an der Kleidertauschparty ist alles willkommen, das nicht kaputt oder dreckig ist. «Es geht nicht darum, Kleider zu entsorgen. Was man selber nicht mehr anziehen möchte, weil es kaputt ist, will auch niemand sonst anziehen», so Stutz. Als Highlight wird am Freitag mit Fabienne Schmid eine Make-up-Artistin vor Ort sein, die gratis schminkt und Tipps gibt. «So kann man einen komplett neuen Look ausprobieren», sagt Nadja Stutz. Wer genügend neue Kleider eingetauscht hat, kann anschliessend an der Cüpli-Bar bei einem Drink zusammensitzen und sich austauschen. Kleider, die nicht getauscht werden, erhält das Oftringer Projekt Spiis&Gwand.

Heldin des Alltags

Eine der ersten, die in der Schweiz solche Kleidertauschbörsen veranstaltet hat, ist Jennifer Perez. Sie war eine der fünf Personen, die für die Auszeichnung «Helden des Alltags» 2018 nominiert waren. Seit 2011 organisiert sie die Kleidertauschbörsen «Walk in Closet», die ursprünglich Teil ihrer Abschlussarbeit des Studiums für Soziokulturelle Animation waren. In den grossen Städten besuchen jeweils mehre hundert Personen die Börsen – in Zürich gar mehr als tausend.

Besucher aus Frick und Luzern

Nicht tausende, aber doch 150 Besucher hat das Gymfit Leerau an seiner letzten Kleidertauschbörse gezählt – rund 30 Personen mehr als im Jahr davor. Bereits zum sechsten Mal hat die Börse diesen März stattgefunden. «Wir waren die erste Börse dieser Art in der Region und dürfen nun schon auf unsere treuen Stammkunden zählen», erzählt Manuela Hunziker, Präsidentin von Gymfit Leerau. Die Besucher würden jeweils weite Wege in Kauf nehmen, um an der Börse in der Mehrzweckhalle Kirchleerau dabei zu sein, sagt sie. «Wir haben Besucher auch aus Frick oder aus Luzern.» Mund-zu-Mund-Propaganda habe sie zu ihnen geführt. Das Angebot in Kirchleerau ist jeweils sehr gross und reicht von Schuhen über Kleidung, Schmuck und Halstüchern bis zu Jacken und Taschen. Ausserdem dürfen einige ausgewählte Aussteller einen Stand mieten und selbst hergestellte Produkte verkaufen.

Der Anlass in Kirchleerau findet wie in Kölliken jeweils am Abend statt. Teilnahmebedingungen sind das Mitbringen von Kleidern oder Accessoires zum Tauschen. Im Eintritt von 10 Franken ist ein Cüpli enthalten. Die Organisatorinnen haben die Halle grob strukturiert, sodass Ähnliches beieinander ausgestellt wird. Kleider, die nicht getauscht werden, werden für einen guten Zweck gespendet. Dieses Jahr hat die Brocki in Schöftland alles abgeholt, was am Ende noch übrig war. Die nächste Börse in Kirchleerau findet am 13. März 2020 statt.

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