Moratorium? Die 5G- Antennen sind schon da

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Optisch unterscheiden sich 5G-Antennen nicht gross von jenen der Generationen 3 und 4. (Raphael Nadler)
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Die grünen Kreise zeigen die Standorte bereits erstellter 5G-Antennen. Bakom

Eine neue Mobilfunktechnologie, neue Antennen – viele Bürgerinnen und Bürger fürchten um ihre Gesundheit. Ängsten, welchen sich die Grossräte Thomas Leitch (SP) und Harry Lütolf (CVP), beide aus Wohlen, angenommen haben. Sie verlangen in parlamentarischen Vorstössen vom Regierungsrat ein Moratorium für den Bau von Mobilfunkantennen der 5. Generation – kurz 5G. «Der Einsatz hochfrequenter Strahlung muss unterbunden werden, bis feststeht, dass sie keine Schädigung verursacht», schreibt Lütolf.

Schlüsseltechnologie

Diese Gefahr sieht das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) nicht – sondern im neuen, massiv schnelleren Netz eine Schlüsseltechnologie für die Industrie 4.0. Es geht hier nicht nur um das noch schnellere Herunterladen von Spielfilmen – mit 5G kann eine Maschine so rasch auf Steuerimpulse reagieren, dass der Mensch keine Verzögerung mehr wahrnimmt. Experten nennen dies «taktiles Internet» – alle angesprochenen Geräte oder Maschinen reagieren in Echtzeit. Ein Anwendungsbeispiel ist das selbstfahrende Auto. Wer früher über 5G verfügt als andere Länder, hat einen Wettbewerbsvorteil. Entsprechend hoch ist das Tempo, welches vorgelegt wird. Kaum hatte das Bakom im Februar die Frequenzen versteigert, wurden die ersten Antennenmasten 5G-tauglich gemacht. Für die Anbieter – Swisscom, Salt und Sunrise – geht es um viel Geld. Alleine die Swisscom musste dem Bund 195,5 Millionen Franken Kaufpreis überweisen – und will bis Ende Jahr 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G erreichen.

300 5G-Antennen gibt es inzwischen schweizweit. Wo diese stehen? Darüber gibt eine Karte (siehe unten) des Bakom Auskunft. Auf ihr sind alle Handyantennen eingezeichnet – und lassen sich nach Technologietyp filtern. Auffällig die Überschneidungen des bisherigen LTE mit 5G. Das ist kein Zufall. 5G nutzt vorderhand dieselben Frequenzen wie LTE – der Unterschied liegt in deren effizienteren Nutzung, womit mehr Daten übermittelt werden können. Neuland – Frequenzen mit bis zu 50 Gigahertz – wird erst mit einem weiteren Ausbau der 5G-Netze genutzt.

Daniel Hölzle, Präsident der Grünen Partei und Grossrat aus Zofingen, unterstützt aus diesem Grund das aktuell geforderte Moratorium nicht (in der Ausgabe vom Montag). «Aus meiner Sicht», sagt der Naturwissenschaftler, «bräuchte es ein Moratorium für höhere Frequenzen und nicht für Antennen.»

 

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