Vom Zuhören zum Schreiben

080519_reg_madeleine_buess_HB.jpg
An diesem Arbeitsplatz verfasst Madeleine Buess ihre Texte. H.B.

Geboren 1948 im aargauischen Strengelbach und als Fünfjährige mit den Eltern ins Baselbiet umgezogen, hatte Madeleine Buess bereits früh Kontakt zur Sprache. «Die Mutter hat uns Kindern jeden Abend eine Geschichte vorgelesen, der Vater hat sehr lebendig Geschichten erzählen können und natürlich als Pfarrer auch viel öffentlich geredet», berichtet sie. Als Jugendliche habe sie Gedichte geschrieben und Wortspielereien geliebt.

Nach der Matura und diversen Auslandaufenthalten studierte Madeleine Buess in Zürich Psychologie. Dort engagierte sie sich in der neuen Frauenbewegung und arbeitete mit an der Zeitschrift «Frauezittig». «Das war eine befreiende Zeit, die mit dem herrschenden patriarchalen Mief aufräumte», meint sie.

Nach dem Abschluss ihres Studiums arbeitete Madeleine Buess an einer Frauenberatungsstelle, später auch in eigener Praxis in Zürich. Gleichzeitig begann sie einen Text zu schreiben, in dem sie ihre Erfahrungen in der Zürcher Frauenbewegung verarbeitet und gestaltet hat. Das Buch erschien 1984 unter dem Titel «Gangwechsel». 1990 zog sie mit ihrem Mann und den beiden Söhnen nach Zofingen und eröffnete eine psychotherapeutische Praxis.

Neben Berufs- und Familienaufgaben blieb zunächst nur noch wenig Zeit zum Schreiben. Nach längerem Unterbruch veröffentlichte Madeleine Buess 2004 einen Lyrikband unter dem Titel «Frau Linder mit Nelke im Knopfloch», 2011 dann unter dem Titel «Liebe Mutter» eine Auseinandersetzung mit dem Leben und Sterben ihrer Mutter. 2015 folgte der Gedichtband «Habseligkeiten» mit Illustrationen der Zofinger Künstlerin Rosa Lorenzo. Schreiben bilde einen Kontrast zu ihrer Arbeit als Psychotherapeutin, meint Buess. «Als Therapeutin nehme ich mich zurück und höre zu, in meinen Büchern aber kann ich alles in Worte fassen, was mich bewegt und bedrängt.»

An ihrem neu vorliegenden Roman «Gross werden» hat Madeleine Buess zwei Jahre intensiv geschrieben. «Dazwischen habe ich die Texte ruhen lassen und dann auch einiges wieder umgeschrieben», sagt sie. Zum Zytglogge-Verlag sei sie gestossen, weil Mundart in ihrem Text eine wichtige Rolle spiele und dieser Verlag öfter Mundarttexte herausgebe.

Buchvernissage «Gross werden» von Madeleine Buess am Freitag, 17. Mai, 20 Uhr, in der Buchhandlung Mattmann, Zofingen. Lesung und Gespräch mit der Autorin. Apéro, Eintritt frei, Kollekte.

NEUES BUCH

«Gross werden»

Die Autorin beschreibt die Erfahrungen des Kindes Paula in einem Baselbieter Dorf an der Grenze zum Elsass. Paula und ihre Familie sind Zugezogene. Ihr Zofinger Dialekt ist anders als der ortsübliche Dialekt. Doch Paula möchte dazugehören, wird aber als Pfarrers Meitli immer wieder auf ihr Anderssein gestossen. Gegen das, was sie bedrängt, setzt Paula die Kraft der Fantasie, die Töne aus Flöte und Klavier und die Wörter. Das Buch lässt mit zahlreichen Mundartpassagen vielstimmig die Welt der 1950er- und 1960er-Jahre aufleben.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
Keine Kommentare vorhanden
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Wilhelm+Wahlen Bauigeniere AG
Dipl. Bauingenueru/in ETH/FH, Mitarbeiter,
Haushaltshilfe und Begleiterin, Mitarbeiter,
Haushälterin, Mitarbeiter,
Gemeinde Brittnau
Leiter Bauamt, 4805 Brittnau, Mitarbeiter, Brittnau
Einwohnergmeinde Egolzwil
Sachbearbeiter Bau oder Bauver, 6243 Egolzwil, Mitarbeiter, Egolzwil
Wilhelm+Wahlen Bauigeniere AG
Dipl. Bauingenieur/in ETH/FH , Mitarbeiter,
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Regio4Fun
Kunst
Partner