SVP-Flückiger warnt am Feldschiessen-Auftakt: «Gegen die Schützen hat sich etwas zusammengebraut»

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Feldchef Werner Stauffer lobt Sylvia Flückiger für ihr En gagement zugunsten der Schützen (Wolfgang Rytz)

Eine Kickoff-Veranstaltung lanciert im Aargau traditionell das Eidgenössische Feldschiessen. In Dürrenäsch stand der Anlass im Zeichen der Abstimmung über das EU-Waffenrecht. Einerseits freut sich die Aargauer Schützenfamilie auf einen Grossaufmarsch, andererseits warnten sie, dem grössten Schützenfest der Welt drohe bei einem Ja am 19. Mai künftig Ungemach.

SVP-Nationalrätin Silvia Flückiger erschien zwar infolge der Session in Bern verspätet, erhielt aber im Anschluss ans Nachtessen ausführlich Gelegenheit, die Gefahren bei einem Ja für das EU-Waffenrecht aufzuzeigen. Flückiger sprach von einer «historischen Abstimmung, bei der viele Unwahrheiten verbreitet werden». Nicht das Schengen-Abkommen stehe auf dem Spiel, sondern «die Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in der Schweiz». Deshalb warnte die Suhrentaler Politikerin eindringlich: «Da hat sich etwas gegen die Schützen zusammengebraut.»

Jubiläum für den Feldchef

Der Startschuss zum Feldschiessen im Aargau mit zahlreichen Politikern und hohem Militär erfolgte nicht zufällig im Dürrenäscher Schützenhaus Wormis. Feldchef Werner Stauffer ist in der Gemeinde über dem Seetal heimisch und präsidiert die örtliche Schützengesellschaft. Nach 20-jähriger Amtszeit, unterstützt von seiner Frau Marianne, hat er seinen Rücktritt angekündigt.

Regierungsrätin und Militärchefin Franziska Roth würdigte die Verdienste der Stauffers und übergab dem unermüdlichen Duo ein süsses Geschenk. Die Magistratin lobte die Schützen, die wüssten, verantwortungsbewusst mit einer Waffe umzugehen. Auf die vorgesehene politische Passage in ihrer Rede verzichtete Roth allerdings. Die sei der Zensur zum Opfer gefallen, bemerkte sie mit einem Augenzwinkern. Hintergrund dürfte der Beschluss des Regierungsrats sein, eine Ja-Empfehlung zum EU-Waffenrecht herauszugeben. Stattdessen wünschte Roth dem Aargau eine Beteiligung von über 13 200 Teilnehmern, der Zahl des Vorjahres.

Mit Speck fängt man Schützen

Auch Divisionär Hans-Peter Walser würdigte die Verdienste der Stauffers. Der Kommandant der Territorialdivisin 2 erwähnte die legendäre Aargauer Speckaktion als Anreiz für die Schützengesellschaften, eine möglichst hohe Beteiligung zu erreichen. Selber ging er mit gutem Beispiel voran und schoss mit dem Sturmgewehr 90 respektable 60 Punkte. Walser wünschte dem ganzen Kanton eine hohe Beteiligung am Feldschiessen, damit Zürich wieder einmal übertroffen werde. «Ich hoffe, dass das Feldschiessen ein tolles unfallfreies Fest mit vielen Schützen und guten Resultaten wird», sagte er.

Treffsichere Frau Ammann

Die Musikgesellschaft Dürrenäsch, ein erfolgreicher Verein der Aargauer Blasmusikszene, intonierte darauf den Marsch «Feurig Blut». Frau Gemeindeammann Andrea Kuzma hatte doppelten Grund zur Freude. Sie spüre eine ansteckende Begeisterung für den Schiesssport in Dürrenäsch. Obwohl sie pro Jahr nur einmal schiesst, liess sie sich von der Stimmung anstecken und erzielte im Behördenwettkampf ein Kranzresultat. Dennoch gewann Seengen vor Hallwil die Gruppenwertung. Hallwils Gemeindeammann Walter Gloor gelang bei garstig-trüber Witterung mit 67 Punkten ein beachtliches Bestresultat. Das Feldschiessen findet am Wochenende vom 27. Mai statt.

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