Aargauer Regierung will Familienzentrum für Asylsuchende – Gemeinden werden künftig verschont

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© Sandra Ardizzone / Manuel Lopez/Keystone

In der geplanten Grossunterkunft sollen Familien und Einzelpersonen untergebracht werden, die dem Kanton im Rahmen des erweiterten Asylverfahrens zugewiesen werden und bei denen mit einer vorläufigen Aufnahme oder mit einer Anerkennung als Flüchtlinge zu rechnen ist. Das teilte der Regierungsrat am Freitag mit.

Auch sollen Personen, die im Rahmen des beschleunigten Verfahrens vorläufig aufgenommen oder als Flüchtlinge anerkannt wurden, "für die Angewöhnung an die schweizerischen Verhältnisse" vorübergehend in der Grossunterkunft untergebracht werden. Danach werden sie gemäss Regierungsrat den Gemeinden zugewiesen.

Frühe Eingliederung als Ziel

Es sei das Ziel, Familien und Einzelpersonen mit Bleibeperspektive möglichst früh und wirkungsvoll ins Alltags- und vor allem ins Arbeitsleben eingliedern zu können, hält der Regierungsrat fest.

Dazu gehörten der Schulunterricht für Kinder und Sprachkurse für Erwachsene, jedoch auch bedürfnisspezifische Aus- und Weiterbildungsangebote. Die Erfahrungen zeigten, dass die Integrationsziele mit einer zentralen Vorbereitungsphase in einer grösseren Betreuungseinrichtung besser und effizienter erreicht werden könnten.

Für die zuständige Regierungsrätin Franziska Roth ist klar: «Dieser Ansatz bringt auch eine wesentliche Entlastung für die Gemeinden und hilft unter dem Strich, die Sozialhilfekosten zu reduzieren.»

Schwierige Standortsuche

Bislang ist der Kanton bei der Suche nach einem Standort für eine kantonale Pilot-Grossunterkunft aufgelaufen. Vier Gemeinden wehrten sich, und ein Grundstück in Baden erwies sich als zu klein. Ursprünglich geplant waren vier bis fünf Standorte mit insgesamt 1150 Plätzen bis ins Jahr 2026 in vier Asylregionen.

Der Regierungsrat hofft offenbar, dass die Suche nach einem Standort für eine Grossunterkunft erleichtert wird, wenn diese als Integrationszentrum genutzt werden soll. Im Herbst muss die parteilose Gesundheitsdirektorin Franziska Roth dem Regierungsrat über die Ergebnisse der Standortsuche berichten.

Renate Gautschy: Klarheit für Gemeinden

Der Kurswechsel wird von Renate Gautschy begrüsst. Die Präsidentin der Gemeindeammänner-Vereinigung des Kantons Aargau (GAV) lässt sich in der Mitteilung der Regierung so zitieren: "Beschleunigte Asylverfahren und die möglichst rasche wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration von Familien und Einzelpersonen mit Bleibeperspektive liegen auch im Interesse der Gemeinden."

Und weiter: "Wir begrüssen die Schaffung eines kantonalen Integrationszentrums (Asyl-Grossunterkunft) deshalb, weil damit ein effizienter Integrationsbeitrag geleistet werden kann und potenzielle Standortgemeinden nun besser wissen, welchen Nutzungszweck die vom Kanton geplante Einrichtung haben wird." (sda/jk)

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