Vom Intervall-Duathlon in Zofingen mit einer Medaille oder mit einem Rapport nach Hause

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Sorgten für ein spannendes Schweizer-Meisterschafts-Rennen: (von links) Melanie Maurer, Nina Zoller und Petra Eggenschwiler. (Bild: gam)

«Nicht nur das Resultat ist für mich entscheidend, ob ich von einem guten oder einem schlechten Rennen spreche», sagt Melanie Maurer, «das Gefühl muss stimmen, und hier stimmte es sehr gut.» Soeben hat die 30-Jährige, die in Wikon aufgewachsen ist und heute in Bern lebt, den Intervall-Duathlon in Zofingen als Siegerin abgeschlossen und ist neue Schweizer Meisterin. «Es ist immer wieder schön, dass mir hier am Streckenrand so viele Menschen zurufen», sagt Melanie Maurer. Das sei vor Wochenfrist anders gewesen. An der Duathlon-Mitteldistanz-EM in Viborg (Dä) wurde sie Zweite und hörte unterwegs vielleicht ein, zwei Mal ein «Hopp Schweiz». Vor ihr klassierte sich an der EM, wie letzten September an der Powerman-Langdistanz-WM in Zofingen, Petra Eggenschwiler. Am Intervall-Duathlon tauschten die beiden die Rollen. Eggenschwiler war die Geschlagene und holte «nur» Silber.

Hätte Melanie Maurer die Solothurnerin lieber an der EM oder WM geschlagen? «Nein, ich habe ihr da den klaren Sieg gegönnt und freue mich, dass sich dieses Mal ein so spannendes Rennen entwickelte.» Von Beginn an drückten die Nationalkaderathletinnen Melanie Maurer, Petra Eggenschwiler und Nina Zoller dem Wettkampf den Stempel auf. Eggenschwiler wollte auf dem Rad die Entscheidung herbeiführen. «Dann fand ich aber nicht richtig den Tritt», so die 31-Jährige. So dirigierte Melanie Maurer bald das Rennen von der Spitze aus, ohne aber einen wirklich komfortablen Vorsprung herausfahren zu können. Zufrieden war auch die Drittplatzierte Nina Zoller. «Das war der kürzeste Duathlon, den ich bisher bestritten habe, und es lief recht gut», so die Langdistanz-Spezialistin aus Chur.

Der Ausraster des Favoriten

Souveräner Sieger der Männer war Michael Ott. Bei seiner Premiere auf diesem «besonderen Rennformat» – gleich viermal wechselten die Athleten vom Laufen aufs Rad oder umgekehrt – habe alles so gepasst, wie er es sich erhofft hatte. «Ich dachte, Ronnie Schildknecht würde auf der ersten Velostrecke davonziehen, schaffte es dann aber, an ihm dranzubleiben», so der 37-jährige Kilchberger. Für Schildknecht, bislang achtfacher Schweizer Meister und Titelverteidiger und somit Favorit, endete der Wettkampf in der Wechselzone. Ein Schiedsrichter wollte ihm eine Zeitstrafe geben, weil er den Verschluss seines Helms zu früh geöffnet hatte. Schildknecht verlieh seinem Ärger darüber Ausdruck, indem er den Helm zu Boden schmiss und dem Kopfschutz einen Tritt versetzte. In der Rangliste prangt bei seinem Namen nun ein «DSQ». Der Disqualifikation folgt ein Rapport an den Verband Swiss Triathlon.

Für den Rest des kleinen Elite-Feldes ging das Rennen weiter, der Gejagte hiess nun Ott statt Schildknecht. Fabian Zehnder, der sich letztlich Silber holte, zollte der Leistung des Schweizer Meisters Respekt: «Auf dem Velo ‹dätschte› er regelrecht an mir vorbei, er war schlicht der Stärkste.» Der Wädenswiler hatte im Ziel gut zwei Minuten Rückstand auf Michael Ott, der mit 1:30:21 den bisherigen Streckenrekord um eineinhalb Minuten unterbot.

Zur falschen Zeit gestartet

Um Meisterehren kämpfte in Zofingen auch der Nachwuchs. Mit Heimvorteil trat die Schöftlerin Nora Gmür vom Triclub Zofingen an. Die Juniorin erwischte einen guten Tag, setzte ihre aktuelle Form um und fand rennend und pedalend einen hohen Rhythmus. «Von Beginn an lief es mir gut und ich bin zufrieden mit meiner Leistung», meinte die 18-Jährige. Sie kam nach 51:38 ins Ziel, konnte sich aber nicht so richtig freuen. Denn da war bereits eine, die in ihrer Kategorie gefinisht hatte: Marilena Kuster. Irgendwas stimmte da nicht, stellte Nora Gmür selber, vor allem aber auch ihr Anhang am Streckenrand fest. Ein Blick auf die Zwischenzeiten zeigte: Marilena Kuster hätte Nora Gmür auf den ersten vier Kilometern 1,5 Minuten abgenommen – unmöglich. Die Sache klärte sich rasch auf. Kuster war, versehentlich, wie sie versicherte, mit der Elite gestartet, statt zwei Minuten später mit den Juniorinnen.

Nach längerer Diskussion mit dem Schiedsrichter, der Konsultation von Beweisbildern und -videos, war klar: Es gibt laut Reglement keine andere Option, als Marilena Kuster zu disqualifizieren. Es steht in der Verantwortung der Athletin, in der richtigen Kategorie zur richtigen Zeit zu starten. Und so wurde Nora Gmür doch noch als Schweizer Meisterin geehrt – den Zieljubel muss sie anderweitig «nachholen».

Der Stadtlauf: kein Sonntagsspaziergang

Beim Zofinger Stadtlauf sicherten sich drei Lokalmatadoren und ein Auswärtiger den Sieg. Die Zofingerin Nadine Zimmermann atmete, als Erste über 10 Kilometer im Ziel, tief durch, dann kam bereits die Zweitplatzierte Claudia Hofer angerannt. «Es war härter, als ich es mir vorgestellt hatte», bilanzierte Nadine Zimmermann. Zum einen habe sie selber aufs Tempo gedrückt, zum andern sei der Anstieg auf den Heitern nahrhaft gewesen. Der Blick auf die Uhr an ihrem Handgelenk bestätigte: Ihre Zeit war mit 44:14 top, die Thutstädterin verbesserte den Streckenrekord um drei Minuten. 

Nervös wagte sich Simon Zahnd an die Startlinie, obwohl er als ehemaliger Langstreckenbiker und Duathlet und passionieter Läufer viel Wettkampferfahrung hat. «Ich bin vor acht Monaten Vater geworden und der Zofinger Stadtlauf war mein erstes Rennen der Saison», erklärte der Riggisberger, weshalb der Puls vor dem Startschuss höher war als auch schon. Hoch blieb dieser auch in der Folge. Simon Zahnd gab «ziemlich Guzzi», wie er es formulierte, auch hinauf auf den Heitern, wo er seine Bergläuferqualitäten ausspielte. Er meinte: «Die Strecke ist wunderschön. Echt toll, dass man hier sowohl durchs Städchen, als auch durch die Natur rennt.»

Ein schneller «Zwischenstopp»

Bestens kennt David Rohrbach den Parcours. Der 25-Jährige wohnt in der Thutstadt und war über 6 Kilometer der Schnellste. «Es war keine lockere Sache, wenn ich starte, gebe ich immer richtig Gas», betonte David Rohrbach. Bei den Frauen gewann wie im Vorjahr Sarah Friedli über die kürzere Distanz. Für sie war der Run durch die Altstadt ein «Zwischenstopp». Die 37-Jährige konzentriert sich auf die Go-in-6-Weeks-Laufserie. Diese Abendrennserie im Grossraum Luzern endet am Mittwoch in Rigi-Kaltbad, Sarah Friedli führt die Gesamtwertung an.

Ob 10 oder 6 Kilometer, Staffel- oder Einzelteilnehmer, Pfüderi oder Routinier – letztlich schafften es beim Zofinger Stadtlauf 349 Läufer ins Ziel. Ihre Begeisterung übertrug sich auf die Zuschauer am Streckenrand. Die meisten Finisher dürften den richtigen Weg genommen haben, obwohl es auf dem ersten Umgang des Hauptlaufs Verwirrung gegeben hatte, wo der Parcours durchführt. Das OK war zudem gefordert, als morgens der Strom ausfiel. Bei den Siegerehrungen waren aber bei den Organisatoren und bei den Läufern alle Strapazen vergessen. 

Hier geht es zu den Ranglisten des Zofinger Stadtlaufs, hier gibt es die Ergebnisse des Intervall Duathlons.

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