Jeder achte Aargauer Bauer schützt die Bienen – Lob vom Regierungsrat

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Der Präsident des Verbands der Aargauer Bienenzüchtervereine, Andreas König, erklärt: Bienen sind silberfarben und schwarz, der Blütenstaub färbt sie gelb.
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Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth betonte die Wichtigkeit des Projekts.

Es ist der zweite Weltbienentag. Grund genug für den Bauernverband Aargau und den Aargauer Bienenzüchterverband, eine Zwischenbilanz zum 2017 gestarteten Projekt «Honig- und wildbienenfreundliche Landwirtschaft im Kanton Aargau» zu ziehen.

Das Ressourcenprojekt läuft noch bis 2022. «Wenn man zusammenarbeitet, kann Gutes entstehen», nahm Alois Huber, der Präsident des kantonalen Bauernverbands, den Erfolg des Projektes vorneweg. Der Aargau sei glücklicherweise noch weit von Zuständen andernorts auf der Welt entfernt, wo aus Mangel an Bienen die Blüten der Kulturen bereits von Hand bestäubt werden müssen. Aber der Bienenbestand habe auch in der Region deutlich abgenommen, dieses Schwinden gelte es zumindest zu stoppen.

Die Landwirtschaft braucht Wild- und Honigbienen, welche die Blüten ihrer Kulturen bestäuben. Die Imkerinnen und Imker sind wiederum darauf angewiesen, dass genügend Blüten vorhanden sind, und die Wildbienen brauchen ihrerseits naturnahe Flächen, um zu brüten. Einen wichtigen Beitrag, um diese Zusammenarbeit zu fördern, leistet das Ressourcenprojekt. Der Aargau übernimmt dabei eine Vorreiterrolle, Wirkung und Akzeptanz der Massnahmen werden von der Wissenschaft untersucht und sollen schliesslich dem Bundesamt für Landwirtschaft als Grundlage für mögliche agrarpolitische Anpassungen dienen.

Jeder achte Betrieb macht mit

337 Aargauer Landwirte nehmen am Projekt teil, das entspricht rund jedem achten Betrieb im Kanton. Sie alle können aus einem Katalog unterschiedlicher Massnahmen jene auswählen, welche für sie am besten passt. Sie werden dann entsprechend subventioniert. Werner Frey ist Landwirt in Brittnau und hat für den Bauern- und Imkerverband bei der gestrigen Konferenz als Gastgeber fungiert. Neben gesunden Bäumen steht neben Freys Stall auch ein offensichtlich sterbender Obstbaum. «Es ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, solche Bäume stehen zu lassen. Aber sie dienen Insekten als Lebensraum», so Frey. Seiner Meinung nach ist es eine Frage der Zeit, bis auch tote Bäume vermehrt zum Landschaftsbild gehörten und so ein Stück weit dem Insektensterben entgegen wirken.

Der tote Baum ist Teil der Massnahme «Kleinstrukturen», dank der Insekten mit toten Bäumen, Holzhaufen oder Natursteinmauern Platz zum Brüten erhalten. 3676 Mal wird im Aargau diese Massnahme umgesetzt.

Frey setzt weiter darauf, Kleeblüten in der eigentlich blütenarmen Zeit stehen zu lassen. Das sieht auch unspektakulär aus, laut dem Präsidenten des Aargauer Bienenzüchterverbands, Andreas König, sind solche Wiesen aber enorm wichtig für die Bienen. Die erste Nahrung der Honigsammler nach der Winterruhe sind Weiden, schliesslich die Obstblüten und dann der Raps. Im Hochsommer aber sei die Zeit der «grünen Wüsten», so König: «Es ist alles grün, aber es gibt nur wenige Blüten.» Blühender Klee oder auch Linden können das kompensieren. Auch diese Massnahme wird fleissig umgesetzt, knapp 800 Hektaren Klee werden im Aargau in der blütenarmen Zeit inzwischen stehen gelassen. Ebenfalls sehr gerne würden Sandhaufen als Lebensraum genutzt, erklärte König, 681 Mal haben sich die Aargauer Landwirte für diese Massnahme entschieden.

Klar weniger beliebt und auch deutlich aufwendiger ist die Massnahme, beim Getreideanbau auf den Einsatz von Planzenschutzmitteln zu verzichten. Nur 33 Betriebe setzen das um, obwohl es sich eigentlich speziell für die Bienen lohnen würde. Eine Untersuchung habe ergeben, dass auf Feldern ohne Pflanzenschutzmittel deutlich mehr Bienen unterwegs seien, als auf solchen, wo Mittel eingesetzt werden. Aber: «Die Landwirte befürchten Minderertrag, wenn sie auf Pflanzenschutzmittel verzichten und für die mechanische Unkrautbekämpfung fehlt oft die Erfahrung», erklärte Bea Vonlanthen von der Umweltorganisation Agrofutura, welche das Projekt begleitet.

Lob vom Regierungsrat

Insgesamt ziehen Imker und Bauern ein positives Zwischenfazit. Besonders gelobt werden Austauschanlässe zwischen den Projektbeteiligten. Eine erste Befragung habe ergeben, dass Imker seit Projektbeginn vermehrt Kontakt zu Landwirten suchten und ihre Anliegen einbringen, sagte Bea Vonlanthen. Landwirte würden von den Imkern gar gebeten, in der blütenarmen Zeit ein Angebot für Bienen zu schaffen.

Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth zeigte sich beeindruckt ob dem Erfolg des Projekts. Ein solches müsse umsetzbar, finanzierbar und wirksam sein. All dies sei hier gegeben, lobte Dieth. Finanziert wird das Ressourcenprojekt durch den Bund, die Verbände der Bauern und Imker und durch den Swisslos-Fonds des Kantons Aargau. Diese Unterstützung leiste der Kanton gerne: «Wir müssen sicherstellen, dass auch die kommenden Generationen im Agrarkanton Aargau leben können», so der Regierungsrat.

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Bea Vonlanthen von der Umweltorganisation Agrofutura erklärte das Bienenjahr
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Alois Huber, der Präsident des Bauernverbands Aargau, lobte die Zusammenarbeit mit den Imkern.
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