Zum Glück ist der Weg zum Brunnen in der Zofinger Altstadt sehr kurz

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Ein gewohntes Bild: Nick Alpiger (oben) lässt sich nach seinem Sieg beim Zurzibiet-Schwinget feiern. (Bild: Pascale Alpiger)
Joel Wicki: Der 22-jährige Sörenberger ist neben Nick Alpiger der Topfavorit auf den Sieg. Der 105 kg schwere und 182 cm grosse Entlebucher hat in dieser Saison den Surentaler Frühjahrsschwinget, den Badschwinget in Wolhusen und letzten Sonntag sein Heimfest in Escholzmatt gewonnen. Zudem sicherte sich Wicki beim Urner und Zuger Kantonalschwingfest die Kränze Nummer 36 und 37 der Karriere.
Patrick Räbmatter: Der Uerkner Eidgenosse ist bei seinem Heimspiel besonders motiviert. Der 27-jährige Chauffeur hat einen positiven Start in die Saison hinter sich und mit den Erfolgen beim Frühjahrsschwinget Oberarth und beim Frühjahrsschwinget in Oberdorf bereits zwei Siege in der Tasche.
Erich Fankhauser: Mit dem 28-jährigen Maurer aus Hasle stellen die Gäste aus dem Entlebuch einen zweiten Kandidaten für den Festsieg. Der Eidgenosse gewann beim Urner «Kantonalen» seinen 42. Kranz, letztes Jahr triumphierte er auf dem Brünig.
Ein Aussenseiter: Zum erweiterten Kreis der Favoriten zählen die Aargauer Eidgenossen Christoph Bieri und David Schmid sowie der Solothurner «Böse» Remo Stalder. Gespannt sein darf man auf Joel Strebel: Der Freiämter kommt nach seiner langen Verletzungspause immer besser in Fahrt.

Am Ende war es so wie meistens in der noch jungen Schwingsaison 2019, wenn Nick Alpiger bei einem Rangschwinget teilnimmt. 5:16 Minuten waren vor zehn Tagen im Schlussgang des Zurzibiet-Schwinget in Endingen absolviert, als Alpiger seinen Kontrahenten Christoph Bieri mit Kurz und Bodenarbeit auf den Rücken legte. Alpiger feierte damit bereits seinen vierten Sieg an einem Rangschwinget in diesem Jahr. Nach dem Triumph beim Hallenschwinget in Brunegg setzte sich der 22-jährige Staufner auch beim Guggibad-Schwinget ob Buttwil und beim Schachenschwinget in Aarau durch, dazwischen resultierte ein fünfter Rang beim stark besetzten Surentaler Frühjahrsschwinget in Sursee.

Kein Wunder, ist Nick Alpiger mehr als zufrieden mit seinem Einstieg in die Saison. «Ich hatte einen guten Winter, in welchem ich mehr trainiert und viel Wert auf die Erholung gelegt habe», liefert er den Grund für seinen Höhenflug. Trotzdem sieht der Maurer bei seinen Auftritten in beinahe allen Bereichen noch Luft nach oben. «Mir ist wichtig, dass ich die im Winter vorgenommenen Punkte umsetzen kann. Ich will jeden Gang genau und sauber schwingen und meine Züge konzentriert ausführen», umschreibt Alpiger seine Ziele.

Er spürt keinen Druck
Die jüngsten Erfolge haben das Mitglied des Schwingklubs Lenzburg und Umgebung in den engsten Favoritenkreis für das 113. Aargauer Kantonalschwingfest vom kommenden Sonntag in Zofingen katapultiert. Neben den Entlebucher Gästen Joel Wicki und Erich Fankhauser sowie Lokalmatador Patrick Räbmatter aus Uerkheim zählt Nick Alpiger zu den heissesten Anwärtern auf den Gewinn des Siegermunis «Zofi».

Alpiger, der sich 2016 in Estavayer-le-Lac seinen ersten eidgenössischen Kranz sichern konnte, lässt die Ausgangslage kalt. «Es freut mich, dass viele Leute das so sehen», sagt er, «diese Unterstützung gibt einem die Bestätigung, dass man vieles richtig macht.» Er spüre deswegen keinen Druck, obschon er nach seinem Sieg in Aarau Rohr als Titelverteidiger in die Thutstadt reist. «Ich fühle mich gut und will in den hoffentlich sechs Gängen mein Bestes geben. Danach sehen wir, wie weit das reicht», sagt Alpiger.

Vorfreude auf das «Heimfest»
Bei aller Bescheidenheit: Der 185 cm grosse und 114 kg schwere Nordwestschweizer Leader macht keinen Hehl daraus, dass er sich auf das kommende Wochenende freut. «Für mich ist es eine riesige Ehre, als Aargauer an einem Kantonalfest teilnehmen zu dürfen. Deshalb sehe ich den Anlass immer als Heimfest – egal, wo es stattfindet», sagt Nick Alpiger. Sorgen, dass ihn die spezielle Altstadt-Kulisse während des Wettkampfs ablenken wird, macht sich der junge Routinier keine. «Im Sägemehl kriege ich wenig mit, ich kann alles um mich herum abschalten», sagt Alpiger, der zum ersten Mal zwischen den Häusern schwingen wird. Erst, wenn der sportliche Teil des Tages vorbei ist, findet er aus dem «mentalen Tunnel» wieder raus und nimmt die verschiedenen Eindrücke auf.

Eine bedeutend wichtigere Rolle spielt für ihn der Brunnen, an dem sich die Schwinger während des Wettkampfes erfrischen können. «Hier kann ich mich jeweils gut auf den nächsten Gang vorbereiten», erklärt Nick Alpiger. Entsprechend froh ist er, dass in Zofingen der Weg von den vier Sägemehlringen zum Thutbrunnen sehr kurz ist.

Auch in seiner Freizeit nimmt das Wasser einen wichtigen Platz ein, denn Nick Alpiger ist begeisterter Hobbyfischer. Ihm gehe es aber nicht darum, möglichst dicke Fische zu fangen, sondern um abzuschalten. Auf diese Weise versucht Alpiger wenn immer möglich, sich vor jedem Schwingfest zu sammeln und beruhigen. Auch vor dem Event in Zofingen? «Wahrscheinlich schon», antwortet er schmunzelnd und ergänzt ernsthafter: «Beim Fischen bleibt die Zeit irgendwie stehen.»

Der Schlussgang-Tipp von Nick Alpiger:
Ich hoffe auf ein Nordwestschweizer Duell. Namen nenne ich keine.

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