Im Kampf gegen Insektensterben: Aargauer Grüne fordern mehr Natur auf Kantonsland

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Die Grünen fordern: Biodiversität soll gefördert werden (Symbolbild) Zur Verfügung gestellt

In der Landwirtschaft ist Biodiversität zunehmend ein wichtiges Thema. Doch nicht alle Grünflächen werden von Bäuerinnen und Bauern oder Winzern bewirtschaftet. Auch dem Kanton gehört Land. Deswegen soll auch die Regierung Verantwortung für mehr Biodiversität übernehmen, so fordern es zumindest die Grünen. Die Grüne Fraktion des Grossen Rats verlangt, dass der Regierungsrat bis Ende 2020 entsprechende Standards für die naturnahe Gestaltung und Pflege all seiner Grünflächen schafft und diese bei der Pflege ab 2021 konsequent umsetzt. Das soll für alle nicht vollständig bebauten kantonalen Liegenschaften und Parzellen gelten.

«Das Insektensterben ist ein grosses Problem, das ist bekannt und wir müssen dem entgegenwirken», sagt die Grüne Grossrätin Ruth Müri. Mehr Biodiversität wäre ein Schritt in die richtige Richtung und hier könnte der Kanton Aargau eine Vorbildfunktion übernehmen: «Die Regierung kann aufzeigen, wie es geht.»

Ruth Müri sagt, sie habe die Motion bewusst offen formuliert. «Wir möchten dem Regierungsrat Spielraum lassen, er soll die Standards selber definieren.» Dies zum Beispiel mit naturnaher Bepflanzung und entsprechender Pflege an Strassenrändern, auf Spielplätzen, in Parks und rund um Gebäude, die dem Kanton gehören. Dabei müsse die Nutzung beachtet werden, so die Grossrätin, «der Sportplatz einer Kantonsschule muss natürlich nicht zur Blumenwiese werden. Vielleicht könnte man aber am Rand eines Fussballplatzes für etwas Vielfalt sorgen». Ein wichtiger Standard könne auch in der Landwirtschaft gesetzt werden. «Üblich sollte sein, dass kantonseigene landwirtschaftliche Flächen nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet werden», so Müri.

Als zu hochgegriffen empfindet die Ständeratskandidatin die Forderungen ihrer Fraktion nicht. «Wenn der Regierungsrat das Problem ernst nimmt, ist er sicher bereit, Standards für mehr Biodiversität zu definieren und umzusetzen», sagt Ruth Müri.

Insektizideinsatz im Wald

Auch der Wald ist Lebensraum von Insekten, deshalb haben die Grünen auch auf diesen ein Auge. Zwar ist der Einsatz von Insektiziden in den Wäldern generell verboten, trotzdem würden auf geschlagenes Holz Insektizide versprüht, um Borkenkäfer zu dezimieren, schreibt Grossrätin Gertrud Häseli in einem weiteren Vorstoss, der ebenfalls am 14. Mai eingereicht worden ist. Chemisch-synthetische Mittel verschmutzten das Grundwasser und stünden im Verdacht, am Aussterben vieler Insektenarten mitschuldig zu sein, so die Grüne Grossrätin.

Häseli will deswegen vom Regierungsrat wissen, ob der Kanton in den vergangenen vier Jahren den Einsatz von Pestiziden im Wald bewilligt hat und falls ja, warum und wie häufig er dies getan hat. Ob der Regierungsrat die Auswirkungen solcher Einsätze erfasst, will die Grossrätin weiter wissen. Und Häseli fragt, ob es in Zukunft eine Möglichkeit gebe, keine Bewilligungen mehr zu erteilen. (eva)

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