Ein aussergewöhnlicher Stadtrundgang mit K. Tukanelli

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In der Gelateria lässt es sich gut andere Leute beobachten. (Bild: Elisa Marti)

Letzte Woche lud die Buchhandlung Mattmann zu einem literarisch-theatralischen Stadt-Spaziergang ein: Der zerstreute Charakter Kevin Tukanelli führte durch die Gassen, Winkel und Gärten der Thutstadt. Da die Nachtwächter und Stadtführer alle ausgebucht seien, müsse man heute halt mit ihm vorliebnehmen nehmen, meinte er und entschuldigte sich auch gleich für die komischen Vögel, die man in dieser Stadt antreffen würde. Diese trugen blaue Latzhosen und roten Federschmuck, der am Ende auch im Haar des einen oder anderen Zuschauers aufleuchtete.

Stimmen aus der Bevölkerung

Alles begann im Winter 2018/2019 mit einem Aufruf des jungen Teams der Buchhandlung Mattmann, der die Bevölkerung dazu aufrief, Texte zum Thema «Der rote Tukan» einzureichen. So entstand eine Vielfalt an literarischen Werken – vom Poem über den Lexikoneintrag und Songtext zur Kurzgeschichte –, die mit viel Witz und Lokalkolorit ihrer Heimatstadt den Spiegel vorhielten und gerne auch mal kleine Seitenhiebe verpassten. Die Texte wurden unter Regie von Cheryl Marti-Kubin und Corina Friderich von einer jungen Schauspielgruppe, die sich eigens für das Projekt zusammengetan hatte, innert zwei Monaten inszeniert. Mit minimalistischen, aber gezielt eingesetzten Requisiten und viel Liebe zum Detail erweckte sie die literarischen Werke gekonnt und höchst kreativ zum Leben. Schauplatz war die Stadt selbst. Zudem wurde ein kleines Buch mit sämtlichen Texten gedruckt, das in der Buchhandlung Mattmann bezogen werden kann.

Was verbirgt sich hinter dem roten Tukan? Mal war es ein Ort, mal eine Person, ein Gegenstand oder gar eine Lebenseinstellung. Da war der rote Tukan, der blaumachte, weil er vom Gezwitscher auf Twitter den Schnabel voll hatte; der mit schweizerdeutschen Ausdrücken um sich werfende Plagööri; die Bar, in der sich eine vor Gericht endende, nackte Schandtat ereignete; das Raumschiff der CHAESA (Swiss Aerospace Association), das mit Schweizer Milchkühen zum Mars geschickt wurde, um dort aus saurer, oranger Milch Käse zu produzieren; ein gestohlenes Gemälde und seine Entführer, detailliert beschrieben von einem Dritten; eine exzentrische, mit ihren skurrilen Kunstwerken aneckende Zofinger Künstlerin; über das Leben sinnierende, graue Tauben, die lieber rot wären; und der kleine, rote Tukan, der viel Mut brauchte, um anders zu sein. Der Druck, einen Text zum roten Tukan einzureichen, löste gar Alpträume aus, wie der letzte Beitrag es schilderte. Die Themen waren vielfältig und es wurde immer mal wieder pointiert politisch und sozialkritisch.

Bald ein neuer Name

Die Zofinger Band «brokers», die den Rundgang musikalisch umrahmte, hatte eigens für das Projekt zwei neue Songs geschrieben. Sie begeisterte das Publikum mit einem vielfältigen Repertoire und einer beeindruckenden Leadstimme. Wie viel Herzblut in dem ganzen Theater-Projekt steckte, zeigte sich in jedem durchdachten Detail, der spürbaren Begeisterung der Crew und bei den Dankesworten, die am Ende des Rundgangs von den gerührten und höchst zufriedenen Organisatorinnen gesprochen wurden. Anschliessend überraschte Inhaberin Corina Friderich die Zuschauerschar mit der Ankündigung, dass die Buchhandlung Mattmann ab August mit neuem Namen und renoviertem Ladenlokal auftreten wird. Zum Schluss gab es nebst einem offerierten Apéro noch einen kleinen Schluck orange Mars-Milch. Sauer war sie allerdings nicht.

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