Wie sich STV-Geschäftsführer Ruedi Hediger aufs Eidgenössische vorbereitet

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Ruedi Hediger mit der Fahne, die der Schweizerische Turnverband (STV) vom damaligen Bundesrat Samuel Schmid geschenkt erhielt. (Bild: Urs Helbling)

Er war eben an der EM für Rhythmische Sportgymnastik in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Er ist Vizepräsident der Europäischen Turnunion. Und er ist vor allem Geschäftsführer des Schweizerischen Turnverbandes (STV), einer Organisation mit über 60 Angestellten und einem Budget von bis zu 20 Millionen Franken.

Ruedi Hediger (61) freut sich auf das, was es nur alle sechs Jahre gibt: eine Riesenparty für Turnerinnen und Turner. «Im Zentrum steht der Sport – aber alles andere daneben ist auch sehr wichtig», sagt Hediger. Er spricht vom Eidgenössichen Turnfest (ETF), das ab 13. Juni an zwei verlängerten Wochenenden in Aarau stattfindet.

«Wir sind absolut auf Kurs»

Hediger, er ist seit 2006 auch Gemeindeammann von Rupperswil, weiss, was sein Hühnerhautmoment sein wird: «Die Eröffnungsfeier.» Auch weil dann die ganze Last der Vorbereitungsarbeiten von den Schultern fallen wird. Hediger ist zwar mittendrin, aber doch nicht ganz dabei. Der STV ist nicht Mitglied des Trägervereins des Fests, sondern dessen Vertragspartner. Er ist Präsident der ETF-Kommission, einem Gremium mit Beratungs-, Unterstützungs- und Aufsichtsfunktion. Hediger gehört zwar der Geschäftsleitung des ETF an, aber ohne Stimmrecht. Er sagt zwei Wochen vor dem Grossanlass: «Wir sind absolut auf Kurs. Wir hoffen jetzt vor allem, dass das Wetter stimmen wird.» Hediger windet dem OK ein Kränzchen: «Die Zusammenarbeit läuft sehr gut – das ist erfreulich.»

Das Eidgenössische in Aarau ist für die Turner etwas Ausserordentliches. Denn nach dem letzten Fest, 2013 in Biel, hatten sie wegen der Wetterkapriolen (es gab sogar ein Todesopfer) etwas den Blues. «Wir waren etwas niedergeschlagen. Aber es war nie ein Thema, den Anlass nicht mehr durchzuführen», sagt Hediger. «Wir hoffen jetzt einfach, dass wir dieses Jahr unfallfrei durchkommen.»

«Wir machen eine Barrenübung»

Hediger gehört zu den Geburtshelfern von «aarau2019». An der Schlussfeier des Eidgenössichen Schützenfestes 2010 in Rupperswil hat er gegenüber von Regierungsrat Alex Hürzeler die Durchführung des Anlasses angeregt. Hürzeler ist heute OK-Präsident. Aarau war der einzige Bewerber. Für das nächste Eidgenössische Turnfest (2025) gab es dann wieder zwei: Lausanne machte gegenüber Luzern das Rennen.

Hediger ist in Rupperswil aufgewachsen, ging in Aarau in die Bezirksschule und in das damalige Lehrerseminar. Er war in seiner Heimatgemeinde 16 Jahre lang Lehrer und Rektor, ehe er zum Schweizerischen Turnverband wechselte. Zuerst als Chef Spitzensport, dann ab Oktober 2007 als Geschäftsführer. Hediger gehört seit 1994, also seit 25 Jahren, dem Gemeinderat Rupperswil an – als SVP-Mitglied. Im Militär schaffte er es bis zum Oberst im Generalstab.

Hediger war 1972 in Aarau erstmals bei einem Eidgenössischen Turnfest dabei – als Helfer. Seit Genf (1978) nahm er stets als aktiver Turner teil. Auch in zwei Wochen wird er wieder mitturnen. «Wir machen eine Barrenübung», verrät Hediger. Mit «wir» meint er zwölf Personen von der Geschäftsstelle, unter anderem den ehemaligen Spitzenkunstturner Bruno Cavelti. Trainiert wird jeweils montags und dienstags über Mittag in der Pestalozzi-Turnhalle.

Steigende Mitgliederzahl

Der Schweizerische Turnverband hat seinen Sitz seit 1930 in Aarau. In der vor zwei Jahren von der Stadt total renovierten Zurlinden-Villa. Der Verband hat auf der Geschäftsstelle 45 Angestellte (inklusive drei Lehrlinge). Dazu kommen etwa 20 Trainer.

Der Turnverband kennt keine Nachwuchssorgen: Er hat heute 380'000 Mitglieder, wovon 310'000 aktiv sind. Seit 2013 (Biel) stieg die Zahl in der Kategorie Aktive um 7431 und diejenige der Mädchen/Knaben um 14'000.

Für die meisten Vereine ist das Eidgenössische der ganz grosse Höhepunkt. «Sie bereiten sich häufig zwei, drei Jahre darauf vor», erklärt Hediger. Ein Sieg am Eidgenössichen steht über allem. Bei den Vereinen gehören der STV Wettingen und der STV Wangen SZ zu den ganz grossen Favoriten. Bei den Einzelturnern können sich zwei Aargauer Hoffnungen auf eine Spitzenrangierung machen: die Kunstturner Oliver Hegi (Schafisheim) und Christian Baumann (Leutwil). «Ein Turnfest-Sieg ist für einen Kunstturner mehr wert als ein Schweizer-Meister-Titel – weil es ihn nur alle sechs Jahre gibt», sagt Hediger.

Und dann schiebt der STV-Geschäftsfrüher nach: «Mein ganz grosser Wunsch ist, dass ‹aarau2019› für alle 65'000 Teilnehmenden ein unvergessliches Erlebnis wird.»  

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