Für die richtige Atmosphäre nach draussen in die Pfistergasse

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Das Mondrian-Ensemble konzertierte im «Palass» in der Besetzung von Tamriko Kordzaia (Klavier), Ivana Pristašová (Violine), Thomas Wally (Violine), Petra Ackermann (Viola) und Karolina Öhmann (Violoncello). KBB

Zwischen dem Maler Piet Mondrian (1872–1944) und dem im Jahr 2000 gegründeten Streichquartett gleichen Namens besteht durchaus eine Beziehung. Der Künstler Mondrian gilt als einer der wichtigsten Begründer der sogenannten «Konkreten Kunst». Diese legt nicht ein bestimmtes Motiv aus, sondern arbeitet mit ungegenständlichen Flächen und Linien, woraus Kompositionen aus abstrakten Spannungsfeldern entstehen.

Ein perfektes Zusammenspiel

Ähnliches geschieht in der neuen, zeitgemässen Musik. Diese braucht kein Thema wie die traditionelle Klassik, sondern arbeitet mit unterschiedlichen Klangmustern und -effekten. Besonders deutlich war dies wahrnehmbar in den Kompositionen von Thomas Wally (*1981), der selber auf der Violine bei einigen seiner im Zofinger «Palass» aufgeführten Werke mitwirkte. Es geschah genau das, was der Titel «Transfigurations» versprach: das fortwährende Umwandeln, Abwandeln und Umbilden von Klangbildern, versehen mit überraschenden Effekten; manchmal laut und deutlich, dann wieder hauchfein eingefädelt, stets auf die spezifischen Möglichkeiten der betreffenden Instrumente abgestimmt.

Es darf festgestellt werden, dass die Mitglieder des «Ensemble Mondrian» jedes auf seine Art es verstand, sowohl im perfekten Zusammenspiel wie im Solo, sich auf feinste Weise einzubringen.

«Transfigurations für Klavier und Streichquartett» nannte sich das erste Stück. Beteiligt daran waren der Komponist Thomas Wally (Violine), Ivana Pristašová (Violine), Petra Ackermann (Viola), Karolina Öhmann (Violoncello) und Tamriko Kordzaia (Klavier). Das begann mit einem krachenden Auftakt, schrillen Einschüben der Streicher und schlagkräftigen Effekten des Klaviers. Langsam beruhigte sich das Spiel, verschob sich zu mystischen Klängen mit tröpfelnder Begleitung des Klaviers und gleitenden Passagen der Streicher. Darauf folgte ein Transfer in drängende Dynamik mit scharfen Akzenten. Und wieder war ein Wandel fällig, eingeleitet von klopfenden Tonfolgen des Klaviers, abgelöst von sphärischen Klangbildern der Streicher, die in ein hauchzartes Pianissimo versanken.

Die anschliessenden «Vier Bagatellen für Streichquartett» entstanden 2003. Ihre Eigenart beruht wieder in der Anwendung von Transfigurationen. Für die Streichinstrumente bedeutet dies im ersten Satz die Verwendung von typischen Techniken wie Tremolo, Triller und Flageolett und das Hinaufklettern in hohe Einlagen. In der zweiten Bagatelle sind die Einsätze der einzelnen Streichinstrumente wie in einem Kanon miteinander verschachtelt und die dritte erhielt die Form eines Scherzos mit abgewandelten Färbungen. Auch in der vierten Bagatelle ging das Spiel mit Transfigurationen weiter. Das Publikum wurde gewahr, mit welcher Finesse hier komponiert und musiziert wird und spendete langen Applaus.

Neue Musik begegnet Romantik

In der Uraufführung von «Les îles des nombres III» lieferte Thomas Wally in der Form eines Klavierquartettes das letzte Beispiel von Transfigurations. Die einzelnen Teile sind darin zu Inseln zusammengefasst, die aus unterschiedlichen Intervallen bestehen. Darin kommen nochmals die Fantasie und der Reichtum des Komponisten im Erfinden von ständig wechselnden Kontrasten und Stimmungsbildern und die Fähigkeit des Mondrian-Ensembles zu deren Auslegung zum Zug.

Danach folgte eine Transformation des Publikums nach draussen in die Pfistergasse. Dort herrschte die richtige Atmosphäre für die Aufführung der Serenade C-Dur für Violine, Viola und Violoncello von Ernst von Dohnányi (1877–1960). Darin vereinigen sich ein lebhafter Marsch im ungarischen Stil mit einer langsamen Romanze und einer liedhaften Einlage der Violine. Das Scherzo nimmt bereits Einflüsse der modernen Musik wahr und gleichzeitig werden Erinnerungen und Anlehnungen an Haydn, Mozart und Beethoven wach. Das Mondrian-Ensemble fühlt sich nämlich auch im klassischen Repertoire heimisch.

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