Frauen*streik in Zofingen: Ethnologin Caro van Leeuwen als Streikrednerin

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Caro van Leeuwen wird am Frauenstreik in Zofingen die Rede halten. lbr

Keine stereotypen Männer- und Frauenrollen in Lehrmitteln, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und bedarfsgerechte Kinder-Betreuungsangebote. Das sind drei von zehn Forderungen, die frauenaargau, die Dachorganisation der Aargauer Frauenorganisationen, für den Frauenstreik am 14. Juni aufgestellt hat. Caro van Leeuwen wird in ihrer Streikrede in der Markthalle in Zofingen darauf Bezug nehmen. Der Mutter einer achtmonatigen Tochter liegen einige Punkte besonders am Herzen, beispielsweise die Gleichberechtigung von Migrantinnen. Diese Frauen würden oft die Arbeiten verrichten, die Schweizer Frauen nicht machen wollen – und verdienten somit einen Lohn, der nochmals kleiner sei als derjenige von Schweizer Frauen, erklärt die in Holland geborene Caro van Leeuwen. Darum das Motto des Zofinger Frauenstreiks: «Frauen* verdienen mehr!» Dies wird auch ein Thema der Streikrede von Caro van Leeuwen sein. «Ich wünsche mir für meine Tochter, dass Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit ist.»

Verzicht auf Kita-Betreuung

«Ich war schon immer feministisch», sagt Caro van Leeuwen. Darum wurde sie stutzig, als sie als studierte Sozialwissenschaftlerin vor einigen Jahren so lange nach einem passenden Job suchen musste. «Ich war Ende 20 und frisch verheiratet. Da habe ich mich schon gefragt, ob mein Geschlecht und mein Zivilstand Grund für die vielen Absagen waren.» Heute arbeitet sie im Erwachsenenbildungsbereich in einer Sprachschule. Im gemischten Team. Als sie ihrem Kollegen mitgeteilt hat, dass sie am 14. Juni nicht arbeiten kommt, hat er sie belächelt. Sie wird nun den Streiktag über ihre Überstunden abbuchen – für sie sei das in Ordnung. Schliesslich, so betont sie, streike sie auch aus Solidarität jenen gegenüber, die eben weder frei bekommen noch ohne Konsequenzen der Arbeit fernbleiben können. Darum war für sie auch klar, dass ihre kleine Tochter am Freitag nicht in die Kita geht. «Meine Tochter soll nicht der Grund sein, dass die Mitarbeiterinnen der Kita nicht streiken können.» Die Kleine wird nun einen Papa-Tag geniessen dürfen.

Unterschiedliche Rückmeldungen

Als das Frauenjahr 2019 ausgerufen wurde, war für Caro van Leeuwen klar, dass sie am Frauenstreik teilnehmen wird. Passiv, als Teilnehmerin im Hintergrund. Dass sie jetzt sogar im rund sechsköpfigen Organisationskomitee des Frauenstreiks in Zofingen mitarbeitet, sei eher zufällig, sagt sie. Sie ist gespannt, wie viele Frauen* an der Veranstaltung in der Markthalle teilnehmen werden. Sie selber hat schon die verschiedensten Rückmeldungen auf den Frauenstreik und ihr Engagement dafür erhalten. «Die reichen von ernsthaftem Interesse und Begeisterung bis hin zur Belustigung», erzählt sie. Caro van Leeuwen freut sich über Männer, die solidarisch mitstreiken oder den Frauen zu Hause oder im Job den Rücken freihalten, damit sie streiken können. «Und das Thema Vaterschaftsurlaub ist durchaus auch ein Thema, das zum Frauenstreik passt», ist sie überzeugt.

Frauenstreik in Zofingen

Das Programm am 14. Juni

11 Uhr Startschuss in der Markthalle Zofingen. Das Banner des Manifests wird am Rathaus Zofingen aufgehängt.

12 Uhr Mittagessen in der Markthalle Zofingen. Die Männer der SP Oftringen kochen Risotto. Kaffee und Kuchen.

Anschliessend Streikprogramm

Rede von Caro van Leeuwen, Ethnologin, Migrantin und Feministin

Musik von Dania Scholl

Feministischer Büchertisch der Buchhandlung Mattmann

Gemeinsames Demoschildermalen für die Kundgebung in Aarau

Nach Thutmilla macht sich auch Zofia bereit für die Demo

15.48 Uhr gemeinsame Anreise nach Aarau für die Demo und Kundgebung auf dem Schlossplatz. Abfahrt Bahnhof Zofingen Gleis 40.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Falsche Person für richtiges Anliegen

Mättu
schrieb am 12.06.2019 12:10
Ich bezweifle, dass Sie die richtige Person ist um eine Rede zu halten. Sie bezeichnet sich als Migrantin, dabei ist sie in jungen Jahren aus Holland in die Schweiz gekommen. Aufgewachsen in einer gut situierten Familie ohne irgendwelche Entbehrungen. Ich bezweifle auch, dass ihr Geschlecht oder der Name ein Grund waren bei der schwierigen Stellensuche. Viel mehr dürfte ihre Ausbildung eine Hindernis gewesen sein und die fehlende Erfahrung. Beides sind Hemmschwellen für potentielle Arbeitgeber und es muss viel besser passen, dass jemand dieses Risiko eingeht. Darum würde ich mir wünschen, dass sich echte Betroffene hinstellen und nicht Pseudobetroffene. Das würde das Ganze glaubwürdiger machen

Streiken diese auch

R. Stadler
schrieb am 11.06.2019 13:09
Für Rentenalter 65 wir Männer
Für Militärdienst für Frauen oblig.
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