Eidgenössisches Turnfest: Der Zeltplatz ist wegen Stromleitung zu wenig sicher

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Blick auf den Zeltplatz am Turnfest in Aarau (Bild: Colin Frei)
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Bis zum ersten Festwochenende müssen Zivilschützer 300 der roten ETF-Zelte aufbauen (Bild: Frederic Härri)

Laut eidgenössischer Leitungsverordnung dürfen keine Bauten, aber auch keine Ansammlung von Menschen im Leitungsbereich von Hochspannungsleitungen stehen. Wie der Regionaljournal des SRF nun berichtet, waren diese Vorschriften den Organisatoren des eidgenössischen Turnfestes zu wenig bewusst.

Über den offiziellen Campingplatz des Eidgenössischen Turnfestes (ETF) auf der Schachen- und der Färbermatte führt nämlich eine Hochspannungsleitung von 110 Kilovolt. Nach den Vorschriften des Bundes dürfen sich unter der Leitung und in einem Bereich von je fünf Metern auf jeder Seite keine Bauten oder Menschenansammlungen befinden. Im Fall des Zeltplatzes  des ETF muss ein Korridor von 25 Metern frei bleiben.

Medienchef Marco Canonica sagte gegenüber der SRF, dass man in diesem Bereich deswegen keine Bauten realisiert habe und auch keine Zelten dort vorgesehen seien. Aber: "Es ist uns einfach zu wenig bewusst gewesen, dass es unter der Leitung keine Ansammlung von Menschen geben darf."

Wer zu den Zelten will, muss zwangsläufig den Korridor queren. Auch wenn nun am Abend die Turnerinnen und Turner nicht gleich in ihre Zelte verschwinden, sondern sich noch treffen wollen, könnten sie das unter der Stromleitung machen.

Blitzeinschlag ist grösste Gefahr

Laut dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat ESTI könnte das gefährlich sein. Ein Sturm könnte eine Leitung herunterreissen und durch ihr Gewicht Menschen töten. Es könnte auch sein, dass sie noch unter Spannung steht.

Aber die wirkliche Gefahr seien Blitze, sagt Urs Huber vom ESTI: «Wenn ein Blitz einschlägt in eine Leitung oder in den Mast und dann via Mast in den Boden geht, dann gibt das Spannungsanhebungen, die Menschen elektrisieren und sehr stark verletzen können.»

Das OK des Turnfestes muss nun sicherstellen, dass sich im Korridor unter der Leitung keine Menschenansammlungen bilden. Das ist keine einfach Aufgabe, denn der Campingplatz hat eine Kapazität von 14'000 Personen pro Nacht. Am Dienstagnachmittag besprach das OK die Situation.

«Es wird eine Absperrung geben, da überlegt man sich jetzt, wie man das macht», sagt Marco Canonica. «Es wird auch Helfer dort haben in regelmässigen Abständen, die dafür sorgen, dass es keine Menschenansammlungen gibt unter der Leitung.»

Doch die Zeit drängt. Das Turnfest beginnt schon am Donnerstag. Bis dann muss der Campingplatz in Erlinsbach (SO) so sicher sein, dass auch bei Blitz und Sturm keine Menschen im Bereich der Hochspannungsleitungen in Gefahr sind.

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