«Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen»

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Viele Frauen kamen am Freitag über Mittag bei der Markthalle zusammen. Bild: lbr

Für das Organisationskomitee des Zofinger Frauenstreiks begann der Tag früh. Bereits um 5 Uhr verkleideten die Frauen zusammen mit männlichen Unterstützern die Thutstatue mit einem violetten Rock. Nächster Programmpunkt war dann das Streik-Zmittag ab

11 Uhr in der Markthalle Zofingen. Männer der SP Oftringen haben Risotto gekocht. Gereicht haben die 200 Portionen am Ende nicht für alle Besucher. Schnell wurden noch einige Tische aufgestellt, damit immerhin alle einen Sitzplatz fanden. «Wir haben mit rund 100 Personen gerechnet», sagte Viviane Hösli und zeigte sich begeistert, dass nun vermutlich die dreifache Zahl vorbeigekommen war. Anwesend waren nicht nur Frauen, sondern auch einige Männer und Kinder. Viviane Hösli wünschte sich einen kämpferischen Frauenstreik. «Damit es endlich vorwärtsgeht mit der Gleichstellung von Männern und Frauen.»

«Gas geben in Aarau»

Kurz bevor das Risotto gar war, schaute die in Zofingen wohnhafte Grossratspräsidentin Renata Siegrist-Bachmann vorbei und freute sich, dass so viele Personen für die Frauenrechte einstehen. Renata Bachmann betonte, dass dieser Streik nicht nur für die Rechte der Schweizer Frauen kämpfe, sondern auch für Frauenrechte auf der ganzen Welt. Siegrist ermutigte die Frauen: «Auch wenn es aussieht, als sei noch nicht viel erreicht, es hat sich doch schon einiges getan.» Sie wünschte sich einen energiegeladenen Anlass – nicht nur in Zofingen. «Gebt auch in Aarau richtig Gas», rief sie die Anwesenden auf. Dies tat eine grosse Gruppe anschliessend an die Feier. Gemeinsam machten sie sich mit vielen Plakaten auf den Weg an die Demo und die Kundgebung in Aarau.

«Frauen verdienen mehr»

In ihrer Streikrede vor der Markthalle Zofingen führte Caro van Leeuwen, Feministin, Migrantin und Ethnologin, aus, warum gestreikt wird: «Frauen verdienen mehr. Mehr Geld, mehr Zeit und mehr Respekt.» Nach dem Streik 1991 brauche es heute wieder einen Weckruf, damit sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft änderten. Van Leeuwens Wunsch ist jedoch, dass Männer und Frauen miteinander und nicht gegeneinander kämpfen. Ihre Forderung nach einem Elternschaftsurlaub, der auch Väter einbeziehe, wurde spontan mit Applaus bedacht. Caro van Leeuwen dankte der älteren Generation, den Müttern und Grossmüttern, die 1991 gestreikt haben und auch schon viel früher für die Rechte der Frau gekämpft haben. «Wir haben schon viel erreicht, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.»

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