General Electric baut nochmals 450 Stellen ab - in Birr und Baden

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Mitarbeiter von General Electric verlassen das Konnex-Gebäude in Baden. (Archivbild) © Alex Spichale

General Electric ist immer noch nicht fertig mit dem Stellenabbau in der Schweiz. Der amerikanische Konzern hatte zuvor in zwei grossen Sparrunden bereits rund 2400 Stellen gestrichen. Ursprünglich hatte GE in der Schweiz rund 5300 Stellen übernommen als es das Geschäft mit Gasturbinen vom französischen Konzern Alstom übernahm.

Heute hat GE nun eine weitere Sparrunde angekündigt. Es sollen nochmals 450 Stellen wegfallen. Damit würde GE in der Schweiz insgesamt 2950 Stellen gestrichen haben. GE begründet den erneuten Kahlschlag mit der eingebrochenen Nachfrage nach Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen. Diese nehme weiter ab, der verbleibende Markt sei hart umkämpft. 

Die Stellungnahme von GE

GE betonte in einer Medienmitteilung, es handle sich erst einmal um einen Vorschlag, der dem Konsultationsverfahren mit den internen Arbeitnehmervertretern unterliege.

 
 

Den neuerlichen Stellenabbau begründete GE damit, dass das Geschäftsjahr 2018 für GE Power "finanziell herausfordernd" gewesen sei. Die Nachfrage nach Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen nehme weiter ab, der verbleibende Markt sei zudem hart umkämpft. Offensichtlich hat es in dem Markt insgesamt zu grosse Kapazitäten gemessen an der verbliebenen Nachfrage. 

Damit wird GE Power quasi von einem Doppelhammer getroffen. Nicht nur, dass der Verkauf von neuen Turbinen stockt. Auch im Service-Bereich sind die Dienste von GE weniger gefragt. Eine Trendwende ist im Gas-Markt bislang nicht zu erkennen. GE erwartet eine "flache Entwicklung" von 25 bis 30 GW pro Jahr. 

Diese Trends haben sich 2018 bereits deutlich in den Geschäftszahlen von GE Power niedergeschlagen. Die Energiesparte wies 2018 einen operativen Verlust von fast 1 Milliarde US-Dollar aus, sowie einen negativen Cashflow von 2,6 Milliarden US-Dollar. 

Darum muss GE sparen. Bereits 2018 wurden 900 Millionen US-Dollar bei GE Power weggestrichen. Da dies nicht ausreicht, sollen auch 2019 die Kosten weiter gedrückt werden. Der erneute Stellenabbau ist Teil von diesem Sparprogramm. 

Der Aargauer Regierungsrat ist enttäuscht

Der Regierungsrat des Kantons Aargau zeigt sich in einer ersten Stellungnahmen enttäuscht über den erneuten Abbau. Die betroffenen Mitarbeiter würden bei der Stellensuche unterstützt. "Mit grosser Enttäuschung und Bedauern hat der Regierungsrat zur Kenntnis genommen, dass GE in Baden und Birr insgesamt nochmals rund 450 Stellen abgebaut werden sollen", vermeldete der Regierungsrat in einer Pressemitteilung. 

Urs Hofmann, Vorsteher des Wirtschaftsdepartements, kritisierte zudem GE: "Dieser nochmalige Abbau widerspricht früheren Aussagen von GE." Hofman sprach von einem "nochmaligen massiven Verlust von Arbeitsplätzen". Der Regierungsrat erwarte, das GE "intensiv nach Lösungen sucht, um die Zahl der Kündigungen möglichst gering zu halten." Und der Regierungsrat fordere GE dazu auf, soziale Härtefälle zu vermeiden. 

"Der Regierungsrat erwartet, dass im Einzelfall grosszügige Lösungen getroffen werden." Oberstes Ziel bei den nun beginnenden Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern müsse es sein, für möglichst viele der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden neue Arbeitsplätze zu finden. 

Beschwichtungsversuche von GE

Ein kleiner Trost: es werden zwar 450 Stellen abgebaut, aber gemäss Angaben von GE waren mehr als 10 Prozent davon ohnehin nicht mehr besetzt. Also würden demnach weniger als 450 Mitarbeiter den Konzern verlassen müssen. Generell geht es GE gemäss eigenen Angaben darum, die "Wettbewerbsfähigkeit" wiederherzustellen. Demnach würde GE Power nicht nur darunter leiden, dass der Gas-Markt generell eingebrochen ist. Offenbar hat man im Vergleich zur Konkurrenz auch noch zu hohe Kosten. 

GE betont auch, man werde alles daran setzen, "die Auswirkungen für die betroffenen Mitarbeiter auf ein Minimum zu begrenzen". Bei dieser Gelegenheit streicht der Konzern das eigene Stellungsvermittlungszentrum heraus. Es habe "zuletzt dazu beigetragen, dass über 90% der betroffenen Mitarbeiter vor Beendigung ihrer Anstellung bei GE wieder eine Stelle gefunden haben." 

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