SVP-Grössen wollen Stefan Giezendanner als Kandidat für Franziska Roths Nachfolge

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Am Donnerstag läutete bei Stefan Giezendanner das Telefon. Am Apparat war Nationalrat Adrian Amstutz, ehemaliger Fraktionschef und Nationalrat der SVP. Er fragte den überraschten Geschäftsführer der Mittelland Transport AG in Birmensdorf und langjährigen SVP-Einwohnerrat aus Zofingen, ob er sich eine Regierungsratskandidatur im Aargau vorstellen könnte.

Gegenüber der «Schweiz am Wochenende» bestätigt Amstutz, dass er es als SVP-Wahlkampfleiter Schweiz als wünschenswert erachte, «wenn die SVP im Aargau wie bisher mit zwei Mitgliedern im Regierungsrat vertreten ist». Als Präsident des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes Astag kenne er Stefan Giezendanner natürlich gut: «Ich schätze sein unternehmerisches und militärisches Engagement sehr.»

Giezendanner brauche seine Führungsqualitäten nicht mit irgendeinem Papier zu beweisen, sagt Amstutz zum Anforderungsprofil: «Er beweist es tagtäglich im Transportbetrieb und auch als Oberstleutnant im Generalstab in der Armee», sagt Adrian Amstutz.

Aber brächte Giezendanner einen ausreichend gefüllten politischen Rucksack mit? Als Regierungsrat brauche es «vor allem verlässliche Führungsqualitäten, Lebenserfahrung und einen guten Charakter», sagt Wahlkampfleiter Amstutz: «Ich halte nichts von jungen, dynamischen, aber beruflich erfolglosen Berufspolitikern.»

Aber warum nahm Adrian Amstutz selber das Telefon zur Hand und nicht der Aargauer Kantonalpräsident Thomas Burgherr? Am Rande einer Diskussion zu den Wahlen im Herbst sei der Name Giezendanner gefallen, sagt Amstutz: «Daraus folgte spontan mein Anruf an Stefan, ob das für ihn überhaupt ein Thema wäre.» Sollte er wirklich bereit sein, so Amstutz weiter, «ist selbstverständlich klar, dass der Prozess wie immer in der Hand der SVP Aargau liegt».

Hurter: «Aus politischer Familie»

Amstutz ist nicht der einzige namhafte SVP-Vertreter, der Stefan Giezendanner als Regierungsratskandidat vorschlägt. «Ich habe ihn in der SVP-Arbeitsgruppe Sicherheitspolitik kennen und schätzen gelernt», sagt Nationalrat Thomas Hurter (SH). Er ist im Aargau aufgewachsen und interessiert sich immer noch sehr dafür, was in seinem Heimatkanton läuft. «Deshalb erlaube ich mir, mich zu äussern, zumal ich weiss, dass sich Auswärtige sonst eher zurückhalten sollten.» Er sehe, dass Giezendanner sehr stark in seinem Unternehmen engagiert sei. Er rühmt Giezendanner «als sehr führungsstark und konsequent», und er sei immer bestens informiert. Dass er Oberstleutnant im Generalstab ist, komme ihm zugute.

Doch warum empfiehlt er nicht Benjamin Giezendanner, den jüngeren Bruder von Stefan, der seit Jahren politisiert, Grossratspräsident war und in den Nationalrat will? Benjamin Giezendanner schätze er ebenso, sagt Hurter. Dieser sei aber eben erst in der Firma in Rothrist in die Fussstapfen von Vater Ueli Giezendanner getreten und kandidiere zudem für den Nationalrat: «Das ginge nicht mit einer Regierungsratskandidatur zusammen.»

Hurter setzt auf Stefan Giezendanner, «um sicherzustellen, dass im Aargau weiterhin eine starke bürgerliche Vertretung präsent ist: «Dafür muss die SVP mit dem besten Kandidaten antreten. Ich finde, Stefan Giezendanner eignet sich, weil er aus einer zutiefst politischen Familie kommt und die politischen Abläufe bestens kennt.»

Grüter: «Er ist führungsstark»

Auch SVP-Nationalrat Franz Grüter (LU) hat sehr starke Bezüge zum Aargau. Das Unternehmen green.ch, dessen Verwaltungsratspräsident er ist, hat in Lupfig mittlerweile fast 200 Millionen Franken investiert: «Ich kenne und schätze Stefan Giezendanner sehr», sagt er: «Er hat einen starken unternehmerischen Hintergrund, ist führungserfahren und -stark. Das sind zentrale Voraussetzungen für ein Exekutivamt. Ich bin Luzerner, erlaube mir aber, mich aus dem bereits genannten Grund dafür einzusetzen, dass der Kanton Aargau weiterhin eine starke bürgerliche Regierung hat.»

Stefan Giezendanner sei als Einwohnerrat politisch tätig, sagt Grüter. Er zieht den Vergleich zu seiner Karriere: «Ich war ein völliger politischer Quereinsteiger, habe es aber in drei Jahren vom Unternehmer zum Nationalrat geschafft. Ich glaube sagen zu dürfen, dass ich angekommen bin. Und wie gesagt: Zentral ist für mich die Führungsstärke. Die hat Giezendanner.»

Giezendanner war sprachlos

Doch was sagt der in Zofingen wohnhafte Stefan Giezendanner (40) eigentlich selbst dazu, dass ihn SVP-Grössen als Regierungsrat ins Spiel bringen? Er bestätigt gegenüber der «Schweiz am Wochenende»: «Ja, es stimmt, Adrian Amstutz hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte.» Einen Moment lang habe es ihm die Sprache verschlagen, so überrascht sei er gewesen, sagt Giezendanner: «Ich fühle mich durch die Anfrage aber sehr geehrt. Und ich verneine dies auch nicht zum Vornherein. Schliesslich predige ich immer, man solle Verantwortung übernehmen. Das gilt natürlich auch für mich selbst. Ausserdem fühle ich mich meinem Kanton Aargau sehr verbunden.»

Anderseits sei er erst seit einem Jahr Geschäftsführer der Mittelland Transport AG in Birmensdorf: «Ich fühle mich auch meiner Firma und meinen Mitarbeitenden gegenüber verpflichtet. Sie bedeuten mir sehr viel. Ich will sie nicht enttäuschen. Loyalität ist mir sehr wichtig. Zudem bin ich nicht der Typ, der etwas anfängt und wieder geht.» Stefan Giezendanner absolviert zudem derzeit ein Zweitstudium.

Jetzt will er «in Ruhe alles genau abwägen, und gegebenenfalls mit dem Verwaltungsrat über diese Möglichkeit diskutieren». Er habe sich bisher überlegt, nächstes Jahr für den Grossen Rat zu kandidieren, fügt er an. Dies in der Hoffnung, dass sein Bruder Benjamin im Herbst in den Nationalrat gewählt würde, «was ich ihm sehr wünsche». An ein Regierungsratsamt hat Stefan Giezendanner bis Donnerstag nicht gedacht, obwohl er sich schon ein Exekutivamt vorstellen könne: «Das entspräche meinem Naturell. Ich interessiere mich als langjähriger Zofinger Einwohnerrat und ehemaliges Mitglied in der Geschäftsprüfungskommission sehr für die kantonale Politik. Für den Stadtrat in Zofingen habe ich allerdings leider dreimal vergeblich kandidiert.»

Würde sein politischer Leistungsausweis dennoch für ein Regierungsratsamt im Aargau reichen? Da müsse man Politikerinnen und Politiker fragen, die mit ihm zusammenarbeiten, antwortet Stefan Giezendanner. Er kenne die Aargauer Regierungsräte grossmehrheitlich recht gut und habe sich interessehalber schon einmal überlegt, ob sie mit ihm beziehungsweise er mit ihnen zusammenarbeiten könnte. Giezendanner macht klar: «Ich könnte es mir grundsätzlich vorstellen.»

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Nur noch peinlich.

Bidi
schrieb am 24.06.2019 17:08
Amstutz: «Dass er Oberstleutnant im Generalstab ist, komme ihm zugute.» Wie wenn das im Jahr 2019 noch jemand interessieren würde.
Das richtige Leben findet (zum Glück) nicht im Militär statt.

aber sicher Ron

Mättu
schrieb am 24.06.2019 16:01
Lieber Ron. Klar bin ich unzufrieden und klar weiss ich überall bescheid. Ich bin doch auch ein engagierter Bürger. Und es nervt eben, wenn die Presse irgend welchen Leuten einfach einen Gefallen machen will. Dass man den Namen Martina Bircher hört freut mich zwar nicht, aber kann ich nachvollziehen. Den Namen Stefan Giezendanner ist aber einfach nur lächerlich. Das müsste auch dir Ron einleuchten. Und by the way. Was kann ich dafür, dass sich sonst niemand aktiv in diesem Forum beteiligt.

Mättu

Ron
schrieb am 24.06.2019 12:37
Mättu hier, Mättu da, Mättu überall...
Unglaublich, wie oft ich von diesem Mättu lese. Ersauntlich, wie der überall Bescheid weiss. Oder ist er vielleicht generell ein bisschen unzufrieden?

ich lach mir einen Schranz

Mättu
schrieb am 23.06.2019 17:40
Stefan Giezendanner als Regierungsrat und vor wenigen Wochen hat noch sein kleiner Bruder Benjamin seinen Anspruch an den Regierungsratsitz kund getan. Die sollen doch Ihren Familienstreit intern austragen und nicht nun um so ein wichtiges Amt buhlen. Ich kann mir bei trost nicht vorstellen, dass Stefan Giezendanner das Format hat für dieses Amt. Bis jetzt ist er als Einwohnerrat ja meistens mit unrühmlichen Aussagen gegenüber Anderen und Fernbleiben der Sitzungen aufgefallen. Ist doch alles in dieser Zeitung dokumentiert.
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